Logo Hannoversche Ärzte-Verlags-Union
Karl-Wiechert-Allee 18-22
30625 Hannover
info@haeverlag.de
nä 03/2020
aktualisiert am: 16.03.2020

 

  nach redaktionsschlu

Anhörung zum Patientendaten-Schutzgesetz im Bundestag


 


Für die Akzeptanz der Digitalisierung leistet der vorliegende Referentenentwurf zum Patientendaten-Schutzgesetz aus Sicht der KBV "nur begrenzte Beiträge". Das resümierte die Ärztevertretung in ihrer Stellungnahme bei der Anhörung zu dem Gesetzentwurf im Bundestag am 27. Februar. Aufwand und Nutzen der Digitalisierung des Gesundheitswesens müssten klar benannt und zugeordnet werden. Vor allem müsse sich die Digitalisierung daran messen lassen, wie sie die Versorgung der Patienten verbessere und wie sie helfe, die Arbeit in den Praxen zu entlasten - ohne dabei zusätzliche Kosten zu verursachen, betonte die Kassenärztliche Bundesvereinigung.

In diesem Zusammenhang spricht sich die KBV für eine Abkehr von Sanktionsmechanismen hin zu systemischen Anreizen aus, die - wie in anderen Ländern erfolgreich praktiziert - positive Impulse setzen und die Akzeptanz digitaler Anwendungen befördern. Kritisch bewertet die Ärztevertretung auch die im Referentenentwurf vorgesehene erste Ausbaustufe einer elektronischen Patientenakte (ePA), "die praktisch nutzbringende Funktionen erkennbar nicht zur Verfügung stellt". Dies berge das Risiko, dass noch mehr Vertrauen in die Sinnhaftigkeit der Digitalisierung bei Ärzten und Patienten verloren gehe.

Zudem müsse zeitnah Klarheit geschaffen werden, "wie hoch die zusätzliche Arbeitsbelastung für die Ärzte sein wird, die Patientenakte im Praxisalltag zu füllen". Darüber hinaus forderte die KBV eindeutige Regelungen, "mit denen klargestellt wird, dass die Arztpraxen weder mit den Strukturanpassungsaufwänden der Digitalisierung noch mit den im Zuge der Digitalisierung entstehenden Aufwänden für zusätzliche IT-Sicherheit alleine gelassen werden."

Mit dem Patientendaten-Schutzgesetz (PDSG) will der Gesetzgeber digitale Lösungen schnell zum Patienten bringen und dabei sensible Gesundheitsdaten bestmöglich schützen. Versicherte sollen u.a. mit einer App eRezepte in einer Apotheke ihrer Wahl einlösen können. Auch überweisungen zum Facharzt sollen künftig digital übermittelt werden.

Ein wichtiger Teil der Digitalisierung ist die elektronische Patientenakte, die die Krankenkassen ihren Versicherten ab dem kommenden Jahr anbieten müssen. In dem PDSG wird dazu unter anderem geregelt, wer neben dem Versicherten unter welchen Voraussetzungen auf die gespeicherten Daten zugreifen darf. Ferner ist vorgesehen, dass Ärzte Versicherte bei der Nutzung der ePA unterstützen müssen. Dafür sollen sie eine Vergütung erhalten.

Verfasser/in:

KBV




inhalt 03/ 20
service
anzeigenaufgabe
leserbrief
umfragen
archiv
 

Alle Inhalte © Hannoversche Ärzte-Verlags-Union 1998-2020. Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 16.03.2020.
Design by webmaster[at]haeverlag[punkt]de, Support. | Impressum & Datenschutzerklärung