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aktualisiert am: 16.03.2020

 

  Selbstverwaltung

Sorgfalt ohne Sorge

KVN-Vizevorsitzender Dr. Jörg Berling hospitierte in Praxis für anthroposophische Medizin


 



Wenn sich vier Kollegen mit der Bezeichnung "Anthroposophische Medizin" zu einer fachübergreifenden Praxisgemeinschaft zusammentun, dann könnte man vorschnell annehmen, dass hier im Wesentlichen eine alternative Medizin und keine Schulmedizin im engeren Sinne angeboten wird. Dr. Jörg Berling, stellvertretender Vorsitzender des KVN-Vorstands, wollte es genau wissen und hat im Februar in der Praxisgemeinschaft "Ärztepraxis Klosteramthof" in Wennigsen am Deister hospitiert.

"Wir verstehen unser Angebot als integrative Medizin" beschreibt Frau Dr. Gabriela Stammer, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, das Anliegen der Praxisgemeinschaft. Diese betreibt sie zusammen mit Dr. Lothar Kindermann, Markus Laube und Dr. Syawoch Samimi, sämtlich Fachärzte für Allgemeinmedizin. "Unser Ansatz ist nicht eine Alternative zur Schulmedizin, sondern eine Ergänzung. Grundlage unseres medizinischen Handelns ist die schulmedizinische Wissenschaft" heißt es auch auf der Homepage der Praxisgemeinschaft. So wird das Spektrum der üblichen Leistungen aus dem Bereich der vertragsärztlichen Versorgung angeboten, sogenannte Kassenleistungen, ergänzt um Leistungen aus dem Bereich der anthroposophischen Medizin.

Diese, davon konnte sich Herr Dr. Berling überzeugen, stehen nicht im Gegensatz zur wissenschaftlichen und evidenzbasierten Medizin, die die Grundlage für die Kassenleistungen bildet, sondern ergänzt sie um ein diagnostisch-therapeutisches Angebot. Sowohl gezielte Fragen zur Biographie als auch medikamentöse Therapien aus der Anthroposophischen Medizin bei z.B. klimakterischen Beschwerden, Sinubronchitiden, Harnwegsinfekten, Divertikulitiden, Fatigue-Syndrom nach Chemotherapie oder bei Fehlgeburten gehören zum Alltag. Auch andere Therapien der Integrativen Medizin finden Anwendung, beispielsweise Akupunktur, Chirotherapie, Osteopathie, Störfelddiagnostik, Homöopathie und Blutegeltherapie und vieles mehr.

"Unser Gesundheitssystem ist in erster Linie auf das Auffinden und die Benennung von krankhaften Zuständen ausgerichtet. Das macht Menschen oft Angst und stützt nicht die Resilienzen der Patientinnen und Patienten, selbst wenn zur Sorge bei näherer Betrachtung kein Grund besteht. "Wir wollen unsere Patienten auf ihrem Lebensweg begleiten, wollen sie unterstützen im Ausbilden einer Gesundheitskompetenz, wollen helfen, gegebenenfalls auch einen Weg mit der einen oder anderen Krankheit weiterzugehen", erklärt Dr. Gabriela Stammer ihren Anspruch. In guter Erinnerung geblieben ist Dr. Berling ihr Wortspiel: "Wir sind in unserem Handeln sorgfältig, aber erst einmal nicht in Sorge."

Verfasser/in:

KVN




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