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nä 03/2020
aktualisiert am: 16.03.2020

 

  Qualitätsentwicklung

Noch Potenzial für Verbesserungen

11. Niedersächsische Qualitätskonferenz der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft


 


Die häufig wechselnde Berichtspflicht der einzelnen Qualitätsindikatoren aus der externen Qualitätssicherung führe zu einer eingeschränkten Evaluation. Darauf machte Professor Dr. med. Max Geraedts vom Institut für Versorgungsforschung und Klinische Epidemiologie (IVE) der Philipps-Universität Marburg aufmerksam. Geraedts Vortrag über die Limitationen der gesetzlichen Qualitätssicherung eröffnete die 11. Niedersächsische Qualitätskonferenz am
22. Januar in Hannover, zu der Helge Engelke als stellvertretender Vorsitzender des niedersächsischen Lenkungsgremiums nach der "Richtlinie über Maßnahmen der Qualitätssicherung in Krankenhäusern" (QSKH-RL) die Teilnehmer begrüßt hatte.

Geraedts Hinweis auf das zumeist ausgeschöpfte Optimierungspotenzial einzelner Qualitätsindikatoren lieferte den passenden Einstieg für Dr. med. Regina Klakow-Franck. Die stellvertretende Leiterin des Instituts für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) berichtete über aktuelle Neuerungen auf der Bundesebene. Mit Informationen rund um die Richtlinie zur datengestützten einrichtungsübergreifenden Qualitätssicherung (DeQS-RL) stellte sie Regelungen zu themenspezifischen Bestimmungen in den einzelnen Verfahren und über Einzelheiten des jeweiligen Qualitätssicherungsverfahrens wie das Stellungnahmeverfahren (Strukturierter Dialog) und das Berichtswesen vor.

Dr. rer. pol. Boris Robbers, Leiter des Referats Krankenhäuser im Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, berichtete in seinem Beitrag ergänzend über aktuelle Änderungen des Niedersächsischen Krankenhausgesetzes. Unter anderem sprach Robbers die seit dem 1. Januar 2019 verpflichtend durchzuführenden Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen an sowie die Einführung von Fehlermeldesystemen. Als Kerngedanke kristallisierte sich in diesem ersten Teil der Veranstaltung heraus, dass die Qualitätssicherung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) notwendig ist, aber die verwendeten Instrumente bisher nicht geeignet sind, die Qualität der Gesundheitsversorgung nachhaltig zu verbessern.

Planungsrelevante Qualitätsindikatoren (Plan-QI) standen am Nachmittag im Fokus der Tagung. Robbers berichtete etwa aus Sicht der zuständigen Landesplanungsbehörde sowohl über bisherige Erfahrungen mit den Plan-QI als auch über deren Weiterentwicklungsbedarf. Deutlich offenbarte sich dabei die Notwendigkeit, Auffälligkeiten nachzugehen. Ein geeignetes Instrument zur Beeinflussung von Krankenhausentscheidungen stellen Planungsrelevante Qualitätsindikatoren dem Referenten zufolge alleine jedoch nicht dar.

Aus Sicht der Geschäftsstelle lobte Dr. med. Dirk Weirich die Verbesserungen im Stellungnahmeverfahren. Er berichtete von einer Reduktion der zu prüfenden Datensätze und einer Verbesserung des Datenvalidierungstools. Vor diesem Hintergrund stellte er die Notwendigkeit von Vor-Ort-Besuchen bei der geringen Anzahl der zu validierenden Fälle zur Diskussion. Wichtig sei vor allem, betonte Weirich, ein angemessener zeitlicher Rahmen für die Prüfung der einzelnen auffälligen Fälle. Außerdem müssten die Zuständigkeiten auf Landes- und Bundesebene vereinheitlicht werden.

Anschaulich berichteten schließlich Dr. med. Michael Berghorn, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe am Allgemeinen Krankenhaus Celle, und Dr. med. Joscha Beek, Oberarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe am Christlichen Klinikum Melle, über ihre Erfahrungen aus Sicht der beteiligten Krankenhäuser. Im Resümee waren sich die Redner einig: Zielführend bleibe eine bedarfsorientierte Planung, wofür die Instrumente der Qualitätssicherung nicht missbraucht werden dürfen.

Die diesjährige Niedersächsische Qualitätskonferenz endete mit der Vorstellung der neu gegründeten Landesarbeitsgemeinschaft Niedersachsen für Qualitätssicherung in der medizinischen Versorgung (LAGN QSmV) durch deren Vorsitzende Sabine Nowack-Schwonbeck und deren Geschäftsführer Dr. med. Raphael Thattil.

Verfasser/in:
Frauke Mennenga, M.A.
Qualitätssicherung, ZQ




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