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aktualisiert am: 16.03.2020

 

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Fit in den Gesundheitssystemen zweier Länder

Absolventenfeier der Fakultät VI an der Universität Oldenburg: 25 Ärztinnen und Ärzte haben im vorigen Jahr ihr Studium an der „European Medical School Oldenburg-Groningen“ (EMS) erfolgreich abgeschlossen


 


Oldenburg. Strahlende Gesichter und leuchtende Augen bei der Feierstunde für Absolventinnen und Absolventen der Fakultät VI an der Universität Oldenburg: Neun der 17 Studentinnen und acht Studenten, die ihr Studium der Humanmedizin 2019 erfolgreich abgeschlossen haben, nahmen am 24. Januar ihre Urkunden persönlich entgegen.

"Ein Tag wie heute erfüllt uns mit Freude und Stolz auf das, was Sie alle in den vergangenen Jahren geleistet und nun zum Abschluss gebracht haben. Sie alle sind Botschafter unserer Medizinischen Fakultät, die wir mit tatkräftiger Unterstützung aus Stadt, Region und Land weiter ausbauen werden", sagte Dekan Professor Dr. rer. nat. Hans Gerd Nothwang.

Der Ausbau ist bereits im Gang, denn zum Wintersemester konnten erstmals 80 statt bisher 40 Erstsemester aufgenommen werden - die Aufstockung auf 200 Studienplätze hatte der Wissenschaftsrat in Aussicht gestellt. Nothwang dankte auch dem Kooperationspartner, der Reichsuniversität Groningen, die die Vergrößerung mitträgt. Gerade diese Zusammenarbeit ermögliche es den Studierenden der "European Medical School Oldenburg-Groningen" (EMS), über den Tellerrand hinauszublicken und die Gesundheitssysteme beider Länder kritisch zu hinterfragen.

Wie es war, eine der Pionierinnen des 2012 gegründeten Modellstudiengangs zu sein, schilderte Mathilde Ruis, Vertreterin der Fachschaft Humanmedizin und Absolventin: "Wir durften viel mitgestalten. Wir haben Veranstaltungen evaluiert und konnten unsere Professoren mit aussuchen. Wir haben bereits in den ersten Semestern in Arztpraxen und Kliniken hospitiert sowie an Forschungsprojekten mitgearbeitet." Ruis richtete "ein großes Dankeschön an alle, die den Studiengang im Nordwesten möglich gemacht und an uns geglaubt haben."

An der Entwicklung des Studiengangs arbeitete auch Professorin Dr. Marian Joëls, Dekanin der Medizinischen Fakultät der Reichsuniversität Groningen, maßgeblich mit. In ihrer Festrede ging sie auf einige Besonderheiten des Curriculums ein: Es ist am Patienten orientiert, integriert die Versorgungsforschung, betont die Kommunikation, ist wissenschaftsorientiert und international - etwa dank der Zeit, die Studierende jeweils im anderen Land verbringen. So lernten die künftigen Ärztinnen und Ärzte zwei grundlegend verschiedene Gesundheitssysteme kennen und könnten anhand von Best-Practice-Beispielen dazu beitragen, diese zu verbessern, so Joëls.

Denn das sei gerade in den grenznahen Regionen notwendig, sagte die Professorin, da die Dichte an Gesundheitseinrichtungen dort eher gering sei. Die Wissenschaftler der EMS haben gemeinsam verschiedene Projekte angeschoben, um die Gesundheitsversorgung zu verbessern. "Es ist die Aufgabe der jungen Generation, diese Ansätze fortzuführen und zu ergänzen", sagte Joëls - damit auch in Zukunft eine gute Gesundheitsversorgung und eine hohe Lebensqualität in den Grenzregionen gewährleistet sei.

Verfasser/in:
Heidi Scharvogel





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