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nä 03/2020
aktualisiert am: 16.03.2020

 

  Bezirksstellen

Votum für das Lehrkrankenhaus Wilhelmshaven

Neujahrsempfang der Wilhelmshavener Bezirksstellen der Ärztekammer Niedersachsen und der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen


 


Wilhelmshaven. Geht es nach dem Fakultätsrat der Unimedizin Göttingen, wird es ab Mai 2020 keine Studierenden mehr aus dem Süden Niedersachsens geben, die ihr Praktisches Jahr am Klinikum Wilhelmshaven absolvieren. Denn das Krankenhaus verliert seinen Status als Lehrkrankenhaus - ein Fakt, den durchweg alle Redner beim gemeinsamen Neujahrsempfang der Bezirksstellen Wilhelmshaven der Ärztekammer Niedersachsen und der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen bedauerten.

Dr. med. Andreas Klose, Vorsitzender des Bezirksausschusses der KV-Bezirksstelle Wilhelmshaven, stellte den sogenannten "Klebefaktor" solch eines Praktischen Jahrs heraus: "Die PJ-ler bleiben anschließend in der Region, wenn sie sich hier gut vernetzen." Diese Auffassung teilte auch Jens Wagenknecht, Vorsitzender der ÄKN-Bezirksstelle Wilhelmshaven und Mitglied im Vorstand der Ärztekammer Niedersachsen: "Wenn wir Ärztenachwuchs in die Region holen wollen, brauchen wir die akademischen Lehrkrankenhäuser."

Professor. Dr. med. Werner-Johannes Mayet schloss sich der Forderung an. Der Ärztliche Direktor am Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch plädierte dafür, die jungen Kolleginnen und Kollegen mit ins Boot zu holen: Sie interessierten sich für den Beruf, aber das "Geschäftsmodell Gesundheit" stehe dem im Wege, kritisierte Mayet und verwies auf die ökonomisierung der Medizin. Es sei falsch, wenn Kliniken zu Gesundheitsfabriken würden, so der Arzt und forderte: "Die Medizin muss im Vordergrund stehen."

Die Bedeutung der medizinischen Versorgung für die Attraktivität der Region sprach auch Carsten Feist an. Der neue Oberbürgermeister der Stadt Wilhelmshaven gab ein eindeutiges Votum für den Neubau des Klinikums ab und kündigte zugleich an, als neuer Vorsitzender des Krankenhaus-Aufsichtsrats im Hinblick auf die Funktion als Lehrkrankenhaus noch einmal das Gespräch zu suchen.

Das letzte Wort hatte schließlich der Landtagsabgeordnete Volker Meyer. Der sozialpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion verwies unter anderem auf die Novelle des Niedersächsischen Hochschulgesetzes. Sie erleichtere es, künftig in Zusammenarbeit mit Kliniken und Klinikverbünden zusätzliche Studienplätze in der klinischen Phase vom fünften Semester an zu schaffen: "Dies bietet niedersächsischen Studierenden, die den vorklinischen Studienteil im europäischen Ausland absolviert haben, die Möglichkeit, ihr Studium in Niedersachsen fortzusetzen", sagte Meyer. Davon könne auch die Region rund um Wilhelmshaven profitieren.

Verfasser/in:
Inge Wünnenberg
Redakteurin niedersächsisches ärzteblatt




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