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aktualisiert am: 14.01.2020

 

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Großteil der Klinikärzte fühlt sich überlastet

Auswertung der Mitgliederumfrage des Marburger Bundes für Niedersachsen


 


überstunden, zu viel Bürokratie, Raubbau an der eigenen Gesundheit und zu wenig Behandlungszeit für Patientinnen und Patienten - so sieht der Berufsalltag vieler angestellter Ärztinnen und Ärzte in Niedersachsen aus. An der bundesweiten Mitgliederumfrage der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB), die das Institut für Qualitätsmessung und Evaluation (IQME) in der Zeit vom 17. September bis 15. Oktober 2019 durchgeführt hat, beteiligten sich bundesweit 6.474 angestellte Ärztinnen und Ärzte. Allein 1.226 beantwortete Fragebögen stammen aus Niedersachsen, für die der Marburger Bund die Daten jetzt erstmalig gesondert ausgewertet hat. Beteiligt an der Umfrage hatten sich aus Niedersachsen zu 90 Prozent Krankenhausärzte, von denen die Hälfte in öffentlichen Einrichtungen arbeitet. Die Geschlechterverteilung hielt sich bei der Umfrage die Waage, wobei die Hälfte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer jünger als 41 Jahre war.

Große Unzufriedenheit unter Klinikärzten


Die Auswertung des MB-Monitors für Niedersachsen verdeutlicht eine große Unzufriedenheit unter den Umfrage-Teilnehmern: Sieben von zehn Ärztinnen und Ärzten sind nicht mit ihren Arbeitsbedingungen einverstanden. Mehr als die Hälfte der Befragten fühlt sich überlastet und sieht eine große Diskrepanz zwischen tatsächlicher und gewünschter Arbeitszeit. Der Analyse zufolge absolviert jeder vierte Arzt mehr als neun überstunden in der Woche, wobei an jeder vierten niedersächsischen Klinik kein Ausgleich für die Mehrarbeit erfolgt. Betroffen von der überlastung sind zum Großteil auch Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung zum Facharzt, die 42 Prozent der Teilnehmer der Befragung stellten.

Personalmangel auf vielen Stationen


Als eine wesentliche Ursache für die Arbeitsbelastung offenbarte sich in der Umfrage Personalmangel. Rund 60 Prozent der Befragten gaben an, in ihrer Abteilung seien mindestens zwei Stellen im ärztlichen Dienst nicht besetzt. Bei einem Fünftel der Teilnehmer waren sogar vier oder mehr Stellen offen.

Als zusätzliche Belastung und großer Zeitfresser wird schließlich der Aufwand für die Verwaltungstätigkeiten empfunden: Rund die Hälfte der befragten Ärzte aus Niedersachsen klagte, neben der Behandlung von Patienten täglich mehr als drei Stunden Arbeitszeit für Dokumentation und Verwaltung aufzuwenden. Der Marburger Bund regt an, solche Tätigkeiten stärker an nichtärztliches Fachpersonal zu delegieren und eine Personaluntergrenze für das ärztliche Personal einzuführen.

Verfasser/in:
Esther Schmotz
Redaktion niedersächsisches ärzteblatt




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