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nä 02/2020
aktualisiert am: 14.01.2020

 

  Honorar & Verträge

Einsparpotentiale realisieren mit Biosimilars

„Biolike“-Vertrag mit der Barmer Ersatzkasse um Therapiemaßnahmen bei Psoriasis-Erkrankungen erweitert


 

Der "Biolike-Vertrag" zwischen der Barmer Ersatzkasse und der KVN wurde zum 1. Januar 2020 um Therapiemaßnahmen bei Psoriasis-Erkrankungen (Modul Derma) ergänzt. Gefördert wird ein mehrstufiges Konzept zum Einsatz von Biosimilars und zum rationalen Verordnen von Biologika.

Bereits im Jahr 2018 haben die Barmer Ersatzkasse und die KVN einen Vertrag zur Arzneimitteltherapie bei rheumatologischen Erkrankungen und bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) geschlossen. Mit dem "Biolike"-Vertrag wollen die KVN und die BARMER bei den Vertragsärzten den therapeutischen Einsatz von Biosimilars stärken. Das Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) sieht ebenfalls eine Förderung des Einsatzes von Biosimilars in der Versorgung vor.

Großes Einsparpotential


Biosimilars sind dem Referenzarzneimittel strukturell und funktionell so ähnlich, dass es keine klinisch relevanten Unterschiede in Sicherheit und Wirksamkeit gibt. In Niedersachsen liegt die Verordnungsquote bei 20,8 Prozent, in Bremen bei 18,7 Prozent. Niedersachsen ist bei der relativen Verordnungshäufigkeit damit zweitstärkstes Land im regionalen Vergleich der kassenärztlichen Vereinigungen, betont die Barmer in einer kürzlich ausgegangenen Pressemitteilung. Sie rechnet vor: "Wenn die Referenzprodukte vollständig durch die Biosimilars ersetzt würden, hätte die Barmer im Jahr 2018 rund 43 Millionen Euro eingespart. Allein in Niedersachsen lag das Einsparpotenzial im vergangenen Jahr bei fast 3,2 Millionen Euro, in Bremen bei 0,1 Millionen Euro."

Vor dem Hintergrund einer Steigerung ihrer Arzneimittelausgaben um 7,6 Prozent in 2018 strebt die Barmer nach einer Erschließung von Wirtschaftlichkeitsreserven im Arzneimittelbereich. Der Einsatz biologischer Arzneimittel hat bei der Psoriasis-Therapie in den letzten Jahren große Fortschritte gebracht. Der "Biolike"-Vertrag zielt hier auf einen wirtschaftlicheren Arzneimitteleinsatz durch eine leitliniengerechte, stufenweise Therapiedeeskalation mittels Dosisanpassung, Anpassung der Dosierintervalle und Einsatz von Kombinationstherapien. Dazu bieten die Vertragspartner gemeinsame Informationen und Fortbildungen an.

Extrabudgetäre Sparanreize


Der für die Praxen sich ergebende erhöhte Betreuungsaufwand wird den teilnehmenden Ärzten extrabudgetär vergütet. Für den vertraglichen "Therapiefall" sind 20 Euro (1. bis 3. Quartal) und 10 Euro (4. Quartal) vorgesehen. Der sogenannte "Deeskalationsfall" wird mit 80 Euro (1. Quartal) und 20 Euro (2. bis 3. Quartal) sowie 10 Euro (4. Quartal) gefördert. Für einen Patienten können maximal vier aufeinanderfolgende Behandlungsquartale abgerechnet werden.

Abrechnungsberechtigt sind Fachärzte für Haut- und Geschlechtskrankheiten, die regelmäßig Psoriasis-Patienten betreuen und mindestens 24 CME-Punkte zum Fortbildungsthema "Psoriasis" nachweisen können. Eine Teilnahmeerklärung ist nicht notwendig. Mit Abrechnung der Gebührenordnungspositionen akzeptiert der Arzt die Vertragsinhalte und verpflichtet sich zur Leistungserbringung.

Die kompletten Vertragsinhalte stehen im KVN-Portal > Verträge > Eingabe des Suchbegriffs "Biolike".

Verfasser/in:

KVN




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