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aktualisiert am: 15.11.2019

 

  Telemedizin & Digita

„Smed“ soll medizinische Notaufnahmen entlasten

Telefontriage lenkt Patienten in die richtigen Versorgungspfade


 


Mit dem softwaregestützten Verfahren SmED (strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland) sollen Patienten, die die 116117 gewählt haben, künftig von medizinisch qualifiziertem, nicht ärztlichem Personal durch strukturierte Fragen in die Versorgungsebene gelenkt werden, die ihren Beschwerden angemessen ist. Das Spektrum reicht vom Rettungswagen über die Notaufnahme des Krankenhauses, die nächstgelegene Bereitschaftsdienstpraxis oder eine Arztpraxis zu den ganz normalen öffnungszeiten. In Zukunft ist es sogar denkbar, den Patienten bei Bedarf eine Telekonsultation anzubieten.

Das Problem: Viele Patienten suchen die Notaufnahmen der Krankenhäuser auf, obwohl ihnen ebenso gut ein niedergelassener Arzt helfen könnte - und das nicht nur zu den sprechstundenfreien Zeiten. Seit 2013 ist die Zahl der ambulanten Behandlungsfälle in den Kliniken um 14 Prozent gestiegen. Nach Angaben des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung (Zi) wurden dort eine Million zusätzliche Patienten behandelt.

Abhilfe schaffen soll eine verbesserte Patientenführung. Sie wird umso wichtiger, als ab Januar 2020 die Terminservicestellen rund um die Uhr erreichbar sein sollen und mit der Nummer 116117 gekoppelt werden. Dann soll auch in Niedersachsen das elektronische Ersteinschätzungsverfahren zum Einsatz kommen, um das erwartbare Anrufaufkommen bewältigen zu können. Dazu dient Smed. Entwickelt wurde das Ersteinschätzungsverfahren vom Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI).

"Unser Verfahren dient dazu, Menschen, die sich selbst als akut behandlungsbedürftig einschätzen und aus eigener Kraft vorstellen, ambulant weiterzuversorgen, sofern dies erforderlich ist", so der stellv. Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereingigung, Dr. Stephan Hofmeister. Smed fragt Patientendaten wie Geschlecht und Alter, chronische Krankheiten, Vorerkrankungen und Medikation, Leitsymptome und Begleitbeschwerden ab. Das Ergebnis ist keine Diagnose, sondern eine Einschätzung der Dringlichkeit der Behandlung.

In mehreren Bundesländern wird Smed derzeit erprobt. In Niedersachsen ist es an einem Krankenhaus in Hildesheim testweise in Einsatz. Die übernahme in den Regelbetrieb steht für Anfang 2020 bevor. "Damit ist ein grundsätzlicher Paradigmenwechsel in der Notfallversorgung verbunden", äußert sich dazu KVN-Vize Dr. Jörg Berling. über die Arbeitsweise des neuen Systems und seine voraussichtlichen Auswirkungen wird das nds. Ärzteblatt in seiner Dezemberausgabe berichen.

Verfasser/in:

KVN




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