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aktualisiert am: 15.11.2019

 

  Praxis & Versorgung

Was Ärztinnen und Ärzte vor dem Urlaub beachten müssen

Regeln für die Urlaubsvertretung


 

Weihnachten steht vor der Tür. Ein paar Tage die Praxis schließen und zwei Wochen am Stück frei haben. Ist das nicht herrlich? Doch Achtung: Vertragsärztinnen und Vertragsärzte dürfen nicht einfach so in den Urlaub fahren. Damit die medizinische Versorgung der Patienten gewährleistet ist, müssen sie für ihre Sprechstunden eine Vertretung in der Umgebung organisieren.

Soll der Urlaub länger als eine Woche dauern, sind Ärztinnen und Ärzte verpflichtet, dies Ihrer KVN-Bezirksstelle mitzuteilen. Dies kann formlos erfolgen. Der Vertragsarzt beziehungsweise die Vertragsärztin gibt dabei den Namen des Vertreters an. Wichtig ist, dass dieser Bescheid weiß und die Vertretung mit ihm abgesprochen ist.

Patienten informieren: Aushang an der Praxis


Auch wenn Ärztinnen oder Ärzte nur einen Brückentag frei nehmen oder ein verlängertes Wochenende vereisen, müssen sie eine Vertretung organisieren. Sie müssen dann nicht ihre KVN-Bezirksstelle informieren, aber ihre Patienten "in geeigneter Weise" darauf hinweisen - zum Beispiel durch einen Aushang an der Praxistür und eine Ansage auf dem Anrufbeantworter. Ihre Patienten sollten wissen, dass Sie die Vertretung auch dann nur in dringenden Fällen in Anspruch nehmen sollten. Eine Weiterführung der Regelversorgung während der Abwesenheit führt sonst zur überlastung der Vertreterpraxis.

Einfach auf den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder gar das Krankenhaus zu verweisen, geht nicht. Vielmehr muss der Vertragsarzt beziehungsweise die Vertragsärztin sowohl für die eigenen Sprechstunden als auch für die Bereitschaftsdienste eine Urlaubsvertretung organisieren.

Vertretung: Drei Monate sind möglich


Vertragsärztinnen und Vertragsärzte können sich innerhalb von zwölf Monaten bis zu drei Monate vertreten lassen. Wird mehrmals Urlaub gemacht, werden die Zeiten addiert. Neben dem Urlaub sind unter anderem auch Krankheit, ärztliche Fortbildungen oder die Teilnahme an Wehrübungen Gründe, aus denen Ärztinnen und Ärzte eine Vertretung organisierenmüssen.

Wer darf wen vertreten?


Eine Vertragsärztin oder ein Vertragsarzt darf sich grundsätzlich nur von einem Kollegen oder einer Kollegin mit abgeschlossener Weiterbildung in demselben Fachgebiet vertreten lassen, für das er oder sie selbst zugelassen ist.

Der Vertreter darf nur Leistungen durchführen und abrechnen, für die der Vertragsarzt oder die Vertragsärztin, deren Vertretung er übernimmt, qualifiziert ist. Ist für eine Leistung eine besondere Genehmigung erforderlich, muss auch der Vertreter diese Qualifikation besitzen.

Kollegen in einer Gemeinschaftspraxis, die die gleiche fachliche Qualifikation besitzen und dem gleichen Versorgungsbereich (hausärztlich/fachärztlich) angehören, können sich gegenseitig vertreten. Das gilt auch für angestellte Ärztinnen und Ärzte, die "ihren Chef" oder "ihre Chefin" vertreten können.

Vertretung bei Psychotherapeuten nicht ohne Weiteres möglich


Aufgrund der besonders engen Patienten-Therapeuten-Beziehung ist eine Vertretung bei Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten nicht ohne Weiteres möglich. Laut Bundesmantelvertrag dürfen sie sich bei den probatorischen Sitzungen und bei der genehmigten Psychotherapie grundsätzlich nicht vertreten lassen. Das gilt für alle ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten sowie für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.
Die KVN appelliert angesichts der bevorstehenden Weihnachtstage an alle Mitglieder: Sprechen Sie die Urlaubsvertretungen unbedingt kollegial miteinander ab!

Verfasser/in:

KVN




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