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nä 11/2019
aktualisiert am: 15.11.2019

 

  Honorar & Verträge

Positiver Honorartrend setzt sich mit leichter Abschwächung fort

Ergebnisse der Honorarabrechnung 2/2019


 


Nach Honorarumsatzsteigerungen in den letzten beiden Quartalen von 3,1 und 3,8 Prozent setzt sich diese erfreuliche Entwicklung - etwas abgeschwächt - auch im 2. Quartal 2019 fort. Vergleicht man das 2. Quartal 2019 mit dem 2. Quartal 2017, so beläuft sich der Honoraranstieg auf 7,4 Prozent. Die stärksten Zuwächse konnten wiederum im psychotherapeutischen Bereich generiert werden, was hier jedoch insbesondere auch an der stark gestiegenen Fallzahl liegt. So konnten durch Vertragstherapeuten und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie im Vergleich zum Vorjahresquartal fast 13.000 zusätzliche Patienten versorgt werden. Im positiven Sinne macht sich hier die steuernde Wirkung der Höher- und Umbewertung der Psychotherapie-Leistungen im EBM bemerkbar.

Der ausgeschüttete Gesamthonorarumsatz hat sich in 2/2019 gegenüber dem Vorjahresquartal wie folgt entwickelt:

Insgesamt:+2,5 Prozent
Pro Arzt:+2,0 Prozent
Fachärzte gesamt: +1,9 Prozent
Fachärzte pro Arzt:+1,1 Prozent
Hausärzte gesamt:+3,0 Prozent
Hausärzte pro Arzt:+2,6 Prozent
Fachärzte gesamt: +8,2 Prozent seit 2/2017
Fachärzte pro Arzt:+7,3 Prozent seit 2/2017
Hausärzte gesamt:+6,1 Prozent seit 2/2017
Hausärzte pro Arzt:+5,5 Prozent seit 2/2017


Die wichtigsten Änderungen zum Vorjahresquartal auf einen Blick:

- Anhebung des EBM-Orientierungswertes um +1,58 Prozent auf 10,8226 Cent ab 1/2019,
- MGV-Steigerung zur Berücksichtigung der Veränderung der Morbiditätsstruktur um +0,5153 Prozent ab 1/2019,
- Extrabudgetäre Vergütung im TSS-Terminfall sowie im Hausarzt-Vermittlungsfall aufgrund des TSVG (Terminservice- und Versorgungsgesetz) ab 2/2019,
- Assistenten rechnen ab 2/2019 unter der LANR des anstellenden Arztes ab,
- Anpassung der humangenetischen Beurteilungsleistungen zur Mutterschaftsvorsorge, Empfängnisregelung und Reproduktionsmedizin ab 2/2019
- Aufnahme der "UV-Hornhautvernetzung mit Riboflavin bei Keratokonus" und Aufwertung der augenärztlichen Grundpauschale (Altersklasse 6. bis 59. Lebensjahr) ab 2/2019,
- Höherbewertung der Verordnung psychiatrischer häuslicher Krankenpflege ab 2/2019,
- Änderungen zum Darmkrebsscreening ab 2/2019,
- Anpassungen der Gesundheitsuntersuchung (bisher: "Check-up 35") ab 2/2019,
- Anhebung der Funktionsanalyse von Schrittmachersystemen rückwirkend ab 1/2019,
- Höherbewertung psychotherapeutischer Leistungen ab 1/2019,
- Bewertungsanpassung neuropsychologischer Leistungen ab 1/2019,
- Modifizierung der zu fördernden Leistungsbereiche ab 3/2019 und Erhöhung des Gesamtvolumens für besonders förderungswürdige Leistungen ab 1/2019,
- Umstellung der Praxisnetzförderung auch für Fachärzte ab 1/2019,
- Höherbewertung der osteodensitometrischen Untersuchungen ab 1/2019,
- Aufnahme der extrakorporalen Stoßwellentherapie beim Fersenschmerz ab 1/2019,
- Aufnahme der Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase ab 1/2019,
- Erhöhung der hausärztlichen Versichertenpauschale (ab 76 Jahre) ab 1/2019,
- Vergütungserhöhung aufgrund der gestiegenen Haftpflichtprämien in der Geburtshilfe ab 1/2019,
- Aufnahme einer neuen tumordiagnostischen Leistung ab 1/2019,
- Aufnahme der oralen zytostatischen Tumortherapie ab 1/2019,
- Aufnahme des Zweitmeinungsverfahrens bei bevorstehenden Mandeloperationen bzw. Gebärmutterentfernungen ab 1/2019,
- Samstagszuschlag auch für Radiologen und Strahlentherapeuten ab 1/2019,
- Erhöhung der Vergütung für die Sozialpsychiatrie ab 1/2019,
- Zahlung eines Fallwertzuschlags aus dem Strukturfonds bei übernahme von Patienten einer geschlossenen Hausarztpraxis im ländlichen Raum ab 4/2018,
- Erweiterung der Dokumentation des Mammographie-Screenings um das Grading und die Bestimmung des Rezeptorstatus ab 4/2018,
- Neue GOP für die Verordnung medizinischer Vorsorge für Mütter oder Väter ab 4/2018,
- Begleitung eines Kranken beim Transport zur unmittelbar notwendigen stationären Behandlung auch von Psychotherapeuten abrechenbar ab 4/2018,
- Aufnahme der hyperbaren Sauerstofftherapie ab 4/2018,
- Aufnahme der Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve (FFR) bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit ab 4/2018,
- Aufnahme der Operationsverfahren photoselektive Vaporisation und Thulium-Laserenukleation der Prostata ab 4/2018,
- Erweiterung des Neugeborenen-Screenings ab 3/2018 und
- Anpassung des EBM zur schnellen und qualitätsgesicherten Antibiotikatherapie ab 3/2018.



Aktuelle Situation


Der Orientierungswert, aus dem sich letztlich alle Euro-EBM-Preise errechnen, wurde für das Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr um 1,58 Prozent auf 10,8226 Cent erhöht. Die Gesamtvergütung wächst damit bundesweit um rund 550 Millionen Euro. Neben der Erhöhung der Preiskomponente konnte im Hinblick auf die steigende Morbidität mit den niedersächsischen Kassenverbänden auch eine Erhöhung der Mengenkomponente vereinbart werden. Die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) wurde demnach für 2019 um weitere 0,5153 Prozent gesteigert.

Rückwirkend zum 1. Januar 2019 hat der Bewertungsausschuss eine Anhebung der Bewertungen der insgesamt zehn GOP für die Funktionsanalyse von Schrittmachersystemen beschlossen. Mit der Anhebung wird die zum 1. Oktober 2017 mit der Differenzierung der Schrittmachersysteme beabsichtigte Punktsummenneutralität wiederhergestellt.

Mit dem TSVG hat der Gesetzgeber eine Fülle von Maßnahmen beschlossen, damit Patienten noch schneller einen Termin beim Arzt bzw. Psychotherapeuten erhalten. Einige dieser Maßnahmen sind bereits mit dem Gesetz am 11. Mai 2019 in Kraft getreten. Demnach erhalten Ärzte und Psychotherapeuten alle Leistungen, die aufgrund der TSS-Terminvermittlung erforderlich sind, extrabudgetär und damit in voller Höhe vergütet ("TSS-Terminfall"). Die Terminservicestellen vermitteln nunmehr auch Termine bei Haus- sowie Kinder- und Jugendärzten, einschließlich Termine für U-Untersuchungen. Termine zur psychotherapeutischen Akutbehandlung sind durch die TSS jetzt innerhalb von zwei Wochen (bisher vier Wochen) zu vermitteln. Auch die Vermittlung eines dringenden Termins beim Facharzt durch den Hausarzt wird finanziell gefördert. Weiterbehandelnde Fachärzte erhalten seit Inkrafttreten des Gesetzes die entsprechenden Leistungen extrabudgetär und damit in voller Höhe vergütet ("Hausarzt-Vermittlungsfall").

Für alle ab dem 2. Quartal 2019 genehmigten Assistenten (ohne eigenen/zusätzlichen Versorgungsbeitrag) gemäß § 32 Abs. 2 Ärzte-ZV wurde von der Vertreterversammlung eine entsprechende HVM-Änderung beschlossen, nach der diese zukünftig unter der LANR des anstellenden Arztes abrechnen (und nicht mehr wie bislang unter ihrer eigenen LANR). Hierdurch soll eine ungerechtfertigte Vergrößerung der Praxis verhindert werden.

Mit Wirkung zum 1. April 2019 wurden zwei neue Laboruntersuchungen in das EBM-Kapitel 32.3 aufgenommen. Hierbei handelt es sich um den Nachweis von spezifischen Anti-Drug-Antikörpern gegen den Wirkstoff Velmanase alfa sowie um die Vorbehandlung von roten Blutkörperchen mit Dithiothreitol zur Vermeidung von Interferenzen durch den Wirkstoff Daratumumab. Die Vergütung der GOP 32480 und 32557 erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtverfügung.

Zum 2. Quartal 2019 wurden die humangenetischen Beurteilungsleistungen zur Mutterschaftsvorsorge, Empfängnisregelung und Reproduktionsmedizin in der Struktur sowie der Bewertung den kurativen Beurteilungsleistungen angepasst. So werden die humangenetischen Beurteilungsleistungen nach der Schwere der Erkrankung differenziert. Eine weitere Anpassung betrifft die vorgeburtliche Diagnostik. Hier hat der Bewertungsausschuss festgelegt, dass die durchgeführten Untersuchungen je Fötus und Mutter gesondert zu kennzeichnen und berechnungsfähig sind. Mit dieser Regelung sollen Mehrlingsschwangerschaften berücksichtigt werden.

Der Bewertungsausschuss hat mit Wirkung zum 1. April 2019 die Behandlungsmethode "UV-Hornhautvernetzung mit Riboflavin bei Keratokonus" in den EBM aufgenommen. In diesem Zusammenhang wurde u.a. die augenärztliche Grundpauschale für die Altersklasse 6. bis 59. Lebensjahr (GOP 06211) um zwei Punkte angehoben. Da der Beschluss erst Ende März erfolgt ist, konnte die Erhöhung nicht mehr in die bereits Ende Februar zugewiesenen RLV für das
2. Quartal 2019 einfließen. Die diesbezügliche Umsetzung erfolgte daher im Rahmen der Honorarabrechnung des
2. Quartals 2019 mittels einer entsprechenden Aufwertung der RLV um 0,38 Prozent. Ab dem 3. Quartal 2019 ist die Höherbewertung bereits im mitgeteilten RLV enthalten.

Die Verordnung psychiatrischer häuslicher Krankenpflege wird seit 2/2019 höher bewertet. So wird die Erstverordnung jetzt mit 149 Punkten bewertet (GOP 01422), bei der Folgeverordnung sind es 154 Punkte (GOP 01424) - vorher waren es jeweils 134 Punkte. Zudem wurden Änderungen der Leistungsinhalte und Anmerkungen vorgenommen.

Der Bewertungsausschuss hat zum 19. April 2019 Änderungen zur Darmkrebsfrüherkennung beschlossen. Demnach ist die GOP 01740 künftig bereits bei Versicherten ab 50 Jahren berechnungsfähig, bislang war dies erst ab 55 Jahren möglich. Die Bewertung wurde aufgrund eines erhöhten Beratungsaufwandes um 12 Punkte auf 115 Punkte angehoben. Die Vergütung erfolgt wie bisher extrabudgetär.

Zum 1. Quartal 2019 wurden einige Anpassungen der Gesundheitsuntersuchung (bisher: "Check-up 35") beschlossen. Aufgrund eines erweiterten Leistungsumfangs (z. B. Impf­anamnese, kardiale Risikoscores) erfolgte eine Anhebung der Bewertung der GOP 01732 von 303 auf 320 Punkte. Die GOP 32882 wurde neu gefasst und der Leistungsinhalt um die zusätzlichen Untersuchungen Triglyzeride, HDL-Cholesterin und LDL-Cholesterin ergänzt. Für einen Harnstreifentest, der nicht im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung erfolgt, wurde die GOP 32033 neu in den EBM eingeführt. Die Gesundheitsuntersuchung ist nun alle drei Jahre abrechenbar statt wie bisher alle zwei Jahre.

Weitere Änderungen zum Vorjahresquartal


Die Bewertung psychotherapeutischer Leistungen wurde zum 01.01.2019 - sowie auch rückwirkend für die Jahre 2009 bis 2018 - angehoben. Infolgedessen steigen die Honorare aller Psychotherapeuten bundesweit um insgesamt rund 220 Millionen Euro jährlich. Diese Summe entspricht einer rund zehnprozentigen Honorarsteigerung. Auslöser waren zwei Urteile des Bundessozialgerichts, aktuelle Kostenstrukturerhebungen des Statistischen Bundesamtes und geänderte Tarifverträge der Medizinischen Fachangestellten. Auf eine Nachvergütung für die Jahre 2009 bis 2018 haben nach dem Beschluss des Bewertungsausschusses ärztliche und psychologische Psychotherapeuten Anspruch, deren Honorarbescheide für die jeweiligen Quartale noch nicht bestandskräftig sind.

Zusätzlich konnte im Bewertungsausschuss die Anhebung von zwei neuropsychologischen Leistungen ebenfalls zum 1. Januar 2019 vereinbart werden. Die GOP 30932 und 30933 EBM wurden an die geänderten Bewertungen des Abschnitts 35.2 EBM angepasst. Ergänzend werden diese beiden Leistungen auch in die Vergütungsregelung der Strukturzuschläge eingebunden.

In den Honorarverhandlungen mit den gesetzlichen Krankenkassen konnte im Rahmen der Honorarvereinbarung 2019 für Niedersachsen eine Erhöhung des Fördervolumens für die so genannten "besonders förderungswürdigen Leistungen" um 500.000 Euro auf nunmehr ca. 21,2 Mio. Euro pro Jahr erzielt werden. Mit Wirkung ab dem 3. Quartal 2019 ändern sich Förderumfang und Förderhöhe in einzelnen Bereichen. So werden Gruppentherapien, die Samstagssprechstunde von Kinderärzten sowie die Entfernung von Naevi flammei künftig nicht mehr gefördert. Wogegen die folgenden Leistungsbereiche in die Förderung aufgenommen wurden:
- NäPA (GOP 03062 und 03063 EBM),
- Abendsprechstunde für Kinder bis 12 Jahre nach 18:00 Uhr
- Katheterwechsel (GOP 02322/02323 EBM) im Rahmen eines Besuchs und
- medizinisch indizierte Epilation (GOP 10340 bzw. 02325-02328 EBM).
Sofern das Gesamtfördervolumen für die Kinder-Abendsprechstunde i.H.v. 150.000 Euro pro Quartal nicht ausreichen sollte, um einen Zuschlag i.H.v. 10 Euro pro Patient zu vergüten, würden die Kassen weitere ca. 100.000 Euro für das Gesamtjahr beisteuern.

Die übergangsregelung für den fachärztlichen Versorgungsbereich bzgl. der bisherigen Praxisnetzförderung ist mit Wirkung zum 1. Quartal 2019 ausgelaufen. Diese war aus Gleichbehandlungsgründen notwendig, da Fachärzte, anders als Haus- und Kinderärzte, aufgrund des RLV-Vorjahresquartalsbezugs die bis 1/2018 geltende Praxisnetzförderung erst mit einem Zeitverzug von vier Quartalen gewährt bekamen. Ab 1/2019 erhalten nunmehr alle Mitglieder von Praxisnetzen eine entsprechende Förderung in Höhe von 300 Euro pro Quartal als RLV-Zuschlag.

Osteodensitometrische Untersuchungen (Knochendichtemessung) werden seit dem 1. Januar 2019 besser vergütet. Die Bewertung der GOP 34600 und 34601 EBM wird jeweils von 161 auf 268 Punkte angehoben. Zur Finanzierung der Mehrkosten für die osteodensitometrische Untersuchung I (GOP 34600) wird die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) entsprechend erhöht. Für die osteodensitometrische Untersuchung II (GOP 34601) bedarf es keiner solcher Regelung, da die Krankenkassen diese Leistung außerhalb der MGV vergüten.

Die fokussierte und radiale extrakorporale Stoßwellentherapie beim Fersenschmerz bei Fasciitis plantaris wurde zum 1. Januar 2019 als neue Leistung in den EBM aufgenommen. Die ärztlichen Aufwände werden über die neue GOP 30440 im Abschnitt 30.4 EBM abgebildet. Die Leistung ist mit 247 Punkten bewertet. Sie wird für mindestens zwei Jahre extrabudgetär vergütet.

Vollstationäre Pflegeheime und Einrichtungen der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen können ihren Bewohnern in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt eine gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase anbieten (§ 132g SGB V). Vor diesem Hintergrund wurde ein neuer Abschnitt 37.4 in den EBM aufgenommen. Ab 1. Januar 2019 können Ärzte für die Mitbetreuung gemäß der Vereinbarung die GOP 37400 abrechnen. Die Vergütung erfolgt für mindestens zwei Jahre extrabudgetär.

Zum 1. Quartal 2019 wurde im hausärztlichen Bereich die Versichertenpauschale in der Altersklasse ab dem 76. Lebensjahr um einen Punkt auf 211 Punkte angehoben. Damit wird der zu erwartende Verordnungsanstieg im Rahmen der häuslichen Krankenpflege berücksichtigt. Zur Finanzierung wird die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung entsprechend erhöht.

Zur Deckung der gestiegenen Haftpflichtprämien in der Geburtshilfe wurde zum 1. Januar 2019 eine entsprechende Vergütungserhöhung beschlossen. Der Beschluss sieht vor, dass die GOP 08411 EBM für belegärztliche Geburten um 899 Punkte steigt, für ambulante Geburten um 757 Punkte. Damit erhalten Ärzte über die Abrechnung geburtsmedizinischer Leistungen seit Januar fast doppelt so viel für ihre Haftpflichtversicherung wie zuvor.

Zum 1. Quartal 2019 wurde eine neue tumordiagnostische Leistung im Rahmen des spezifischen Mutationsnachweises unter Verwendung zirkulierender Tumor-DNA bei Anwendung des Wirkstoffs Osimertinib (Tagrisso®) bei erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom eingeführt. Für diese Leistung wurde die GOP 19461 in den EBM-Abschnitt 19.4.4 eingeführt. Sie ist mit 3934 Punkten (425,76 Euro) bewertet und wird extrabudgetär vergütet.

Die orale zytostatische Tumortherapie wird zum 1. Januar 2019 in die Onkologie-Vereinbarung aufgenommen. Sie wird über die neue Kostenpauschale GOP 86520 (67,97 Euro) abgebildet, die die Behandlung im Zusammenhang mit der oralen Chemotherapie umfasst. Neu ist ferner, dass in den onkologischen Kooperationsgemeinschaften ein Arzt mit der Zusatzweiterbildung Palliativmedizin vertreten sein muss.

Für die Aufklärung und Beratung im Zusammenhang mit einem ärztlichen Zweitmeinungsverfahren bei bevorstehenden Mandeloperationen bzw. Gebärmutterentfernungen wurde zum 1. Januar 2019 die GOP 01645 in den EBM-Abschnitt 1.6 aufgenommen. Sie kann vom indikationsstellenden Arzt einmal im Krankheitsfall (vier Quartale) abgerechnet werden und ist mit 75 Punkten bewertet. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär - befristet bis Ende 2021. Der Arzt, der die Zweitmeinung abgibt, rechnet für den Patienten seine jeweilige arztgruppenspezifische Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale ab. Die Vergütung erfolgt ebenfalls befristet bis Ende 2021 extrabudgetär. Sind für seine Beurteilung ergänzende Untersuchungen notwendig, kann er diese ebenfalls durchführen beziehungsweise veranlassen, muss sie aber medizinisch begründen. Diese Leistungen bekommt er bis Ende des Jahres 2021 dann ebenfalls extrabudgetär vergütet.

Auch Radiologen und Strahlentherapeuten erhalten ab 1/2019 einen Zuschlag, wenn sie an Samstagen zwischen 7 und 14 Uhr Patienten behandeln. Bisher konnten sie nur ihre Behandlungsleistungen abrechnen, nicht aber den Samstagszuschlag nach der Gebührenordnungsposition 01102 wie andere Ärzte und Psychotherapeuten.

Die teamübergreifende sozialpsychiatrische Behandlung von Kindern und Jugendlichen wird im Rahmen einer Erhöhung der sogenannte Sozialpsychiatrie-Pauschale ab 1. Januar 2019 von 163 Euro auf 186 Euro je Behandlungsfall besser vergütet.

Auf Beschluss der Vertreterversammlung der KVN wurde die Strukturfonds-Richtlinie mit Wirkung zum 15.12.2018 dahingehend ergänzt, dass auf Antrag ein Fallwertzuschlag in Höhe von 20 Euro bei übernahme von Patienten einer ohne Nachfolger vollständig geschlossenen Hausarztpraxis im ländlichen Raum gewährt wird.

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat in der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie die Dokumentation des Mammographie-Screenings um das Grading und die Bestimmung des Rezeptorstatus erweitert. Vom Bewertungsausschuss wurden mit Wirkung ab 4/2018 die dafür notwendigen Leistungen des EBM in der GOP 19317 EBM zusammengefasst. Der finanzielle Mehrbedarf wird durch eine entsprechende Erhöhung der MGV abgebildet.

Ebenfalls zum 01.10.2018 hat der Bewertungsausschuss eine neue GOP für die Verordnung medizinischer Vorsorge für Mütter oder Väter beschlossen. Die Aufnahme der GOP 01624 in den EBM führt dabei zu Einsparungen bei der GOP 01622, die bisher für die Anträge berechnet wurde. Die Finanzierung des darüber hinausgehenden Mehrbedarfs erfolgt durch eine entsprechende Erhöhung der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Die Begleitung eines Kranken durch den behandelnden Arzt beim Transport zur unmittelbar notwendigen stationären Behandlung ist über die GOP 01416 EBM abgebildet. Eine Abrechnung durch Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder und Jugendlichenpsychotherapeuten war bislang nicht möglich. Zum 1. Oktober 2018 wurde nun die entsprechende Abrechnungsbestimmung in Nummer 5 der Präambel 23.1 EBM angepasst.

Die hyperbare Sauerstofftherapie wird ab 4/2018 als neuer Abschnitt 30.2.2 in den EBM aufgenommen. Patienten mit schwerem diabetischem Fußsyndrom können jetzt ambulant mit der hyperbaren Sauerstofftherapie behandelt werden. Die Vergütung der neuen Leistungen erfolgt mit Ausnahme der GOP 30214 außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Zum 1. Oktober 2018 wurde die Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve (FFR) bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit als neue Untersuchungsmethode in den EBM integriert. Dazu wurde die GOP 34298 als Zuschlag zur GOP 34291 in den Abschnitt 34.2.9 EBM aufgenommen. Zur Abbildung der erforderlichen Sachkosten erfolgte zudem die Aufnahme der Kostenpauschale 40301 in den Abschnitt 40.6. des EBM.

Die Operationsverfahren photoselektive Vaporisation und Thulium-Laserenukleation der Prostata wurden zum 1. Oktober 2018 in den Anhang 2 des EBM aufgenommen. Urologen mit einer entsprechenden Genehmigung rechnen die Leistungen über die GOP 36289 und den dazugehörigen Zuschlag GOP 36290 ab.

Zum 1. Juli 2018 erfolgte eine Anpassung des erweiterten Neugeborenen-Screenings um die Früherkennung einer Tyrosinämie Typ I mittels Tandem-Massenspektrometrie. Die Bewertung der GOP 01724 EBM wurde aufgrund des erhöhten Aufwandes um 30 Punkte erhöht. Die Vergütung im Abschnitt 1.7.1 EBM erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung.

Die Antibiotikatherapie wurde zum 1. Juli 2018 angepasst. Die Finanzierung des Biomarkers Procalcitonin (GOP 32459 EBM) und der phänotypischen Bestätigungsteste (GOP 32774 und 32775 EBM) erfolgen für drei Jahre extrabudgetär. Für die Finanzierung des Mehrbedarfs mikrobiologischer Diagnostik wurde eine über vier Jahre jährlich nachgesteuerte Anpassung der MGV vereinbart.

Feste Punktwerte / Orientierungswert


Für alle entdeckelten Leistungsbereiche, Vorab-Leistungen sowie RLV/QZV-Leistungen bis zur individuell mitgeteilten diesbezüglichen Budgetobergrenze wird ein fester Punktwert in Höhe von 10,8226 Cent gezahlt. In Berufsausübungsgemeinschaften/MVZ werden die individuellen RLV und QZV der Ärzte summiert, wodurch u. a. Arbeitsspitzen und Urlaube besser aufgefangen werden können. Etwa 33,9 Prozent des im 2. Quartal 2019 ausgeschütteten Gesamthonorarvolumens wird von den Kassen als Einzelleistung ohne Mengenbegrenzung gezahlt - davon knapp 0,2 Prozent aufgrund des TSVG ("TSS-Terminfall" und "Hausarzt-Vermittlungsfall").

Die gewichtigsten extrabudgetären Bereiche sind
- Dialysesachkosten mit 5,7 Prozent,
- ambulante Operationen mit 5,3 Prozent,
- Psychotherapie mit 5,2 Prozent Honoraranteil und
- Prävention (ohne Schutzimpfungen sowie Mammographie- und Hautkrebsscreening) mit 4,7 Prozent.

Besonders dynamisch entwickelten sich im 2. Quartal 2019 die Schutzimpfungen mit 21,4 Prozent Steigerung zum Vorjahresquartal, die präventive Koloskopie (+17,3 Prozent), die Sozialpsychiatrie (+16,4 Prozent) sowie die Psychotherapie (+8,4 Prozent). Stärkere Rückgänge gab es hingegen infolge des Wegfalls der ONkeyLINE-Vergütung im Bereich der onkologischen Leistungen (-23,2 Prozent), bei den unbudgetierten regional vereinbarten Leistungen, insb. Wegfall Katarakt-OP für BKK-Versicherte (-19,7 Prozent), beim Hautkrebsscreening (-11,1 Prozent) sowie bei den Wegegebühren (-7,9 Prozent).

Einzelleistungsvergütung ist im Vergleich zur Gesamtvergütung nur so lange vorteilhaft wie die Leistungsmenge steigt. Bei sinkender Leistungsmenge zeigt hingegen das (Gesamt-)
Budget seine Stärke.
Aufteilung des ausgezahlten Honorars nach Leistungsbereichen
Der mit 39,3 Prozent größere Anteil extrabudgetärer Leistungen (EBM-entdeckelte Leistungen und Sonderverträge) im fachärztlichen Bereich (Hausärzte: 15,8 Prozent) resultiert insbesondere aus der Tatsache, dass Psychotherapie und Präventionsleistungen dort in höherem Maße sowie Dialysen und ambulante Operationen nahezu ausschließlich erbracht werden. Auch ein großer Teil der neu in den GKV-Leistungskatalog aufgenommenen Leistungen, die anfangs extrabudgetär vergütet werden, sind fachärztliche Leistungen. Bei den Hausärzten kommen noch die HzV-Leistungen hinzu, welche mittlerweile einen Anteil von 3,6 Prozent des hausärztlichen Gesamthonorarumsatzes ausmachen.

Auch bei den Vorab-Leistungen ist der Anteil im fachärztlichen Bereich mit 14,4 Prozent höher als die 10,3 Prozent im hausärztlichen Bereich. Hinzu kommt ein Kosten-Anteil von 1,6 Prozent bei den Fachärzten und 0,1 Prozent bei den Hausärzten.

Leistungen, die sehr aufwändig, aber nicht typisch für alle Ärzte einer Arztgruppe sind, finden sich vorwiegend im Bereich der Qualifikationsgebundenen Zusatzvolumen (QZV) wieder. Da das Aufgabenspektrum innerhalb der fachärztlichen Gruppen wesentlich stärker differenziert und die Abrechnungsbestimmungen des EBM ebenso vielfältig sind, ist der Anteil der QZV-Leistungen bei Fachärzten mit 15,3 Prozent höher als bei den Hausärzten mit 5,9 Prozent, die im Wesentlichen Pauschalen aus dem RLV-Bereich abrechnen.

Insgesamt liegt weiterhin eine hohe Varianz der Anteile zwischen den einzelnen Arztgruppen vor. So variiert der Anteil der Leistungen des Regelleistungsvolumens (RLV) von 0 Prozent für Ärzte im Notdienst, Laborärzte, Ärzte für psychotherapeutische Medizin, Vertragstherapeuten und ermächtigte Ärzte mit begrenztem Ermächtigungsumfang bis zu 77 Prozent für Kardiologen, Lungenärzte, Neurologen/Nervenärzte und Angiologen. Allerdings variiert auch innerhalb einzelner Arztgruppen der Honoraranteil, der aus den verschiedenen Leistungsbereichen erlöst wird, je nach Praxisschwerpunkt teilweise erheblich. Solche DetaiIinformationen können Statistiken systematisch nicht abbilden.

Ausschöpfungsgrade von RLV und QZV

Die RLV-/QZV-Ausschöpfungsgrade (jeweils inklusive der genehmigten Praxisbesonderheiten) fallen in den beiden Versorgungsbereichen weiterhin recht unterschiedlich aus. So wurde im fachärztlichen Bereich das mitgeteilte RLV/QZV-Vergütungsvolumen in 2/2019 um durchschnittlich 18,3 Prozent überschritten, wohingegen Haus- und Kinderärzte hier im Durchschnitt betrachtet nur eine überschreitung von 0,4 Prozent aufweisen. Diese Zahlen sind statistische Durchschnittswerte. Sie errechnen sich aus einer Vielzahl von Einzel- und Gemeinschaftspraxen, die aus EBM-bedingten, praxisspezifischen, regionalen und/oder morbiditätsbedingten, aber teilweise auch aus arztindividuellen Gründen ihr RLV/QZV teilweise sehr stark über- oder unterschritten haben. Im Einzelfall bieten die KVN-Bezirksstellen hier jedem Arzt eine individuelle Beratung an, um bereits im Vorfeld Möglichkeiten eines wirtschaftlicheren Praxisangebots zu eruieren.

RLV-Ausschöpfungsgrad nach Fachgruppen

AGArztgruppenbezeichnungAusschöpfungsgrad in %
01-0 AllgeFachärzte für Innere und Allgemeinmedizin,
 Allgemeinmedizin, Praktische Ärzte,
 Fachärzte für Innere Medizin, die dem hausärztlichen
 Versorgungsbereich angehören99,9%
02-0 KindeFachärzte für Kinder- und Jugendmedizin, die dem
 hausärztlichen Versorgungsbereich angehören104,6%
Summe Hausärzte100,4%
13-0 AnästFachärzte für Anästhesiologie94,8%
14-0 AugenFachärzte für Augenheilkunde129,6%
15-0 ChiruFachärzte für Chirurgie, für Kinderchirurgie, für
 Plastische Chirurgie, für Herzchirurgie106,4%
50-0 NeuChFachärzte für Neurochirurgie120,6%
16-0 FraueFachärzte für Frauenheilkunde112,9%
17-0 KünstFachärzte für Frauenheilkunde mit fakultativer
 WB Endokrinologie und Reproduktionsmedizin
 und den abgerechneten GONRn 08541 - 08561123,6%
18-0 HNO-ÄFachärzte für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde120,2%
19-0 DermaFachärzte für Haut- und Geschlechtskrankheiten103,1%
21-0 IntFAFachärzte für Innere Medizin ohne Schwerpunkt, die
 dem fachärztlichen Versorgungsbereich angehören90,4%
22-0 AngioFachärzte für Innere Medizin mit (Versorgungs-)
 Schwerpunkt Angiologie121,6%
25-0 GastrFachärzte für Innere Medizin mit (Versorgungs-)
 Schwerpunkt Gastroenterologie107,7%
26-0 HämatFachärzte für Innere Medizin mit (Versorgungs-)
 Schwerpunkt Hämato-/Onkologie110,7%
27-0 KardiFachärzte für Innere Medizin mit (Versorgungs-)
 Schwerpunkt Kardiologie150,6%
28-0 InvasFachärzte für Innere Medizin mit (Versorgungs-)
 Schwerpunkt Kardiologie und invasiver Tätigkeit und
 abgerechneter GONR 34291106,9%
29-0 PneumFachärzte für Innere Medizin mit (Versorgungs-)
 Schwerpunkt Pneumologie121,7%
30-0 RheumFachärzte für Innere Medizin mit (Versorgungs-)
 Schwerpunkt Rheumatologie146,6%
61-0 NephrFachärzte für Innere Medizin mit (Versorgungs-)
 Schwerpunkt Nephrologie123,3%
31-0 KiPsyFachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie
 und -psychotherapie99,7%
32-0 MKGesFachärzte für Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie160,5%
33-0 NerveFachärzte für Nervenheilkunde/Neurologie102,1%
35-0 NukleFachärzte für Nuklearmedizin150,1%
36-0 OrthoFachärzte für Orthopädie115,1%
39-0 Psy30Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie mit
 einem Anteil an Leistungen der Richtlinien-
 Psychotherapie nach Kapitel 35.2 des EBM im
Vorjahresquartal von mehr als 30 %66,1%
43-0 RadioFachärzte für Diagnostische Radiologie 144,2%
47-0 UroloFachärzte für Urologie119,2%
48-0 PhyReFachärzte für Physikalisch-Rehabilitative Medizin134,2%
Summe Fachärzte118,3%
Gesamtergebnis108,5%



Abstaffelungsquote


Seit dem 1. Januar 2009 erfolgt die Vergütung der vertragsärztlichen Leistungen grundsätzlich nach den festen Preisen der regionalen Gebührenordnung. Der Preis errechnet sich dabei aus der Multiplikation der Punktzahl der EBM-Leistung mit dem gültigen Punktwert. Dieser im Voraus vereinbarte feste Preis wird allerdings nur für unbudgetierte/freie Leistungen gezahlt.

Für die das Gesamtvolumen aus RLV und QZV überschreitenden Leistungen kann hingegen nur ein abgestaffelter Preis vergütet werden. Dieser ist im fachärztlichen Bereich von der Summe aller individuellen Budgetüberschreitungen im Versorgungsbereich und im hausärztlichen Bereich von der Summe aller individuellen Budgetüberschreitungen in der jeweiligen Arztgruppe (Hausärzte / Kinderärzte) abhängig. Diese so genannte Abstaffelungsquote beläuft sich für das 2. Quartal 2019 im fachärztlichen Bereich auf ca. 12,6 Prozent (Vorjahresquartal 10,7 Prozent) des Euro-EBM-Werts, im hausärztlichen Bereich beträgt sie für Hausärzte ca. 88,8 Prozent und für Kinderärzte ca. 36,0 Prozent (Vorjahresquartal 79,8 bzw. 32,7 Prozent).

Praxisbesonderheiten


Praxisbesonderheiten ergeben sich aus einem besonderen Versorgungsauftrag oder einer besonderen, für die Versorgung bedeutsamen fachlichen Spezialisierung und zusätzlich einer um mindestens 20 Prozent über der jeweiligen Zuweisung aus RLV und QZV liegenden Anforderung auf den Fällen mit Praxisbesonderheit. Die Bedeutung der Praxisbesonderheiten nimmt - insbesondere im fachärztlichen Versorgungsbereich - weiter stetig zu. So beläuft sich für 2/2019 der auf Praxisbesonderheiten entfallende Anteil am zugewiesenen RLV-/QZV-Budget der Fachärzte auf durchschnittlich 8,0 Prozent. Im hausärztlichen Versorgungsbereich machen Praxisbesonderheiten im Durchschnitt nur etwa 0,7 Prozent des budgetierten Gesamtvolumens aus (Hausärzte: 0,4 Prozent / Kinderärzte: 3,6 Prozent).

Um eine Doppelförderung desselben Falles einerseits im Rahmen der Stärkung der Grundversorgung durch PFG bzw. hausärztliche Zusatzpauschale (PHG) sowie andererseits als Praxisbesonderheit auszuschließen, werden bei PFG/PHG-berechtigten und als Praxisbesonderheit gekennzeichneten Fällen die diesbezüglichen PFG-QZV-Zuweisungen bzw. der EBM-Wert der PHG (GOP 03040/04040 EBM) auf die Höhe der Praxisbesonderheit angerechnet. Damit ist eine klare Trennung der Förderung zwischen Grund- und Spezialversorgung gewährleistet.

Als Arztgruppen mit dem höchsten Honoraranteil an Praxisbesonderheiten sind insbesondere Anästhesisten, Neurochirurgen, Hämato-/Onkologen sowie Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie zu nennen, bei denen der diesbezügliche Anteil in 2/2019 zwischen 33 und 54 Prozent liegt. Das zur Vergütung der Praxisbesonderheiten notwendige Honorarvolumen wird - neben den im Rahmen der Zuschläge für besonders förderungswürdige Leistungen hierfür von den Krankenkassen zusätzlich zur Verfügung gestellten Mitteln - durch Vorweg-Abzug bei den Fachärzten aus dem Versorgungsbereich bzw. im hausärztlichen Versorgungsbereich aus dem jeweiligen Arztgruppentopf aufgebracht.

Fallzahlzuwachsbegrenzung (FZZB)


Eine FZZB war für 2/2019 im hausärztlichen Versorgungsbereich aufgrund der im Vergleich zum Vorjahresquartal jeweils deutlich unter der Grenze von +5,0 Prozent liegenden Fallzahlentwicklung sowohl bei den Allgemeinmedizinern (+1,2 Prozent) als auch bei den Kinderärzten (+2,3 Prozent) nicht erforderlich. Im fachärztlichen Versorgungsbereich (hier werden die Fallzahlveränderungen des Vor-Vorjahresquartals zum Vorjahresquartal zu Grunde gelegt) war für das 2. Quartal 2019 aufgrund einer jeweiligen über dem Grenzwert von plus fünf Prozent liegenden Fallzahlsteigerung eine FZZB bei den nachfolgend aufgeführten sechs Arztgruppen notwendig.

Arztgruppen-BezeichnungFallzahl- Erlaubtes Fallzahlgrenze
 steigerungWachstum derfür neue
  RLV-FallzahlÄrzte
Fachärzte für Frauenheilkunde mit
fakultativer WB Endokrinologie und
Reproduktionsmedizin und den
abgerechneten GONRn 08541 - 0856116,32%21,42449,81
Fachärzte für Innere Medizin mit (Versor-
gungs-)Schwerpunkt Hämato-/Onkologie6,43%28,27593,60
Fachärzte für Innere Medizin mit
(Versorgungs-) Schwerpunkt Kardiologie
und invasiver Tätigkeit8,43%44,62937,04
Fachärzte für Innere Medizin mit
(Versorgungs-)Schwerpunkt Pneumologie5,05%67,111.409,38
Fachärzte für Kinder- und Jugend-
psychiatrie und -psychotherapie5,59%15,03315,65
Fachärzte für Orthopädie5,63%56,421.184,77



In Umsetzung der Honorarvereinbarung 2019 stellen die Krankenkassen der KVN zur Refinanzierung der genehmigten Praxisbesonderheiten sowie zur Zahlung von Zuschlägen für besonders förderungswürdige Leistungen ein Sonderkontingent in Höhe von jährlich insgesamt ca. 21,2 Mio. Euro zur Verfügung. Die sich für das 2. Quartal 2019 ergebenden Punktwertzuschläge für Haus- und Fachärzte sind der nachfolgenden übersicht zu entnehmen.

LeistungsbereichHausärzteFachärzte
Besuche1,00001,9299
Dringende Besuche1,00001,9299
ESWL1,00001,0000
Gespräche und Betreuungsleistungen1,00001,0000
MRT Mamma1,00001,0000
LeistungsbereichHausärzteFachärzte
Naevi flammei1,00001,0000
Gruppentherapien1,00001,9299
Psychiatrische Leistungen bei Kindern
und Jugendlichen1,00001,9299
Samstagssprechstunde von Kinderärzten1,5210./.
Strukturpauschale für konservativ
tätige Augenärzte./.0,3372
Zusatzpauschale
ösophago-Gastroduodenoskopie0,33720,3372
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GKV-Umsatzstatistik - Gesamt


Die nebenstehende Tabelle zeigt als Ergebnis der Arztabrechnung des 2. Quartals 2019 den Honorarumsatz einschließlich Sachkosten vor Abzug von Betriebskosten und Steuern der einzelnen Fachgruppen.

Durch die große Vielfalt der Verrechnungsmöglichkeiten von Honorar in den verschiedensten fachgruppen- und ortsübergreifenden Praxiskonstellationen, Anstellungsverträgen in mehreren Praxen mit nahezu beliebiger Aufteilung der Stundenzahl, Rotation und einem bunten Strauß von begründbaren Ausnahmetatbeständen büßen Fachgruppenwerte generell jedoch immer mehr an Aussagekraft ein.

Die mit +3,04 Prozent gesamt bzw. +2,57 Prozent je Arzt jeweils etwas höhere Honorarsteigerung im hausärztlichen Versor­gungsbereich (Fachärzte: +1,91 Prozent gesamt bzw. +1,08 Pro­zent je Arzt) relativiert sich infolge des für Fachärzte stärkeren Vorjahresquartals mit Blick auf den Zweijahresvergleich. Hier ergeben sich Steigerungsraten von +6,06 bzw. +5,45 Prozent für Hausärzte bzw. +8,15 bzw. +7,32 Prozent für Fachärzte.

Die statistisch unterdurchschnittliche Honorarumsatzentwicklung je Arzt bei den Kardiologen, den Hämatologen, den Rheumatologen, den Laborärzten, den Orthopäden und den Urolo­gen geht insbesondere auf jeweils steigende Arztzahlen zurück. Verstärkt wird dieser Effekt bei den Hämatologen und den Urologen durch den Wegfall der ONkeyLINE-Vergütung. Auch bei den Dermatologen begründet sich der sinkende Hono­rarumsatz insbesondere aus dem Bereich der Onkologie, woge­gen die Augenärzte vor allem aufgrund des Wegfalls der Katarakt-OP für BKK-Versicherte Umsatzeinbußen zu verzeichnen haben.

Der überdurchschnittliche Anstieg des Honorarumsatzes je Arzt bei den Pneumologen, den Angiologen, den Neurochirurgen sowie den Nuklearmedizinern liegt vor allem an entsprechen­den Honorarsteigerungen im Bereich des RLV. Bei den Nukle­ar­medizinern kommen noch Steigerungen im MRT- bzw. PET/CT-Bereich hinzu. Die Steigerungen bei den Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie, den Fachärzten für psychotherapeutische Medizin, den Kinder- und Jugendpsychiatern und bei den Vertragstherapeuten basieren neben Fallzahlsteigerungen auf der auf Bundesebene rückwirkend zum 01.01.2019 beschlossenen Höherbewertung der psychotherapeutischen und neuropsychologischen Leistungen. Die ausgewiesenen überdurchschnittlichen Honorarumsatzzuwächse je Arzt bei den Internisten ohne Schwerpunkt und den Nervenärzten gehen insbesondere auf jeweils sinkende Arztzahlen zurück.

Spalte (7) der Umsatzstatistik zeigt die weiterhin auffallende beträchtliche Streuung der Fallzahlentwicklung im fachärztlichen Versorgungsbereich.

Umsatzstatistik der Fachgruppen

2/2019 im Vergleich zu 2/2018 - GKV-Honorarumsatz einschl. Sachkosten vor Abzug von Betriebskosten und Steuern

Fachgruppenausgezahltes Honorar in EuroFallzahlFallwert in EuroAnzahl der Ärzteausgezahltes Honorar je Arzt in Euro
2/20182/2019Veränd.(%)2/20182/2019Veränd.(%)2/20182/2019Veränd.(%)2/20182/2019Veränd.(%)2/20182/2019Veränd.(%)
12345678910111213141516
Anästhesisten (01)12.135.826,7912.148.965,680,11 76.30675.350-1,25 159,04161,231,38 240237-1,25 50.565,9451.261,461,38
Augenärzte (04)40.707.423,6240.253.639,26-1,11 740.039717.875-2,99 55,0156,071,93 4864890,62 83.760,1382.318,28-1,72
Chirurgen (07,09,37)21.955.264,9221.871.257,52-0,38 322.599311.405-3,47 68,0670,233,19 304302-0,66 72.221,2772.421,380,28
Gynäkologen (10,12)61.894.792,5761.642.037,78-0,41 1.334.1771.285.785-3,63 46,3947,943,34 9069090,33 68.316,5567.813,02-0,74
HNO-Ärzte (13,15)24.307.484,3224.778.329,661,94 550.673548.217-0,45 44,1445,202,40 359355-1,11 67.708,8769.798,113,09
Dermatologen (16)19.726.686,9918.939.416,68-3,99 499.890480.601-3,86 39,4639,41-0,13 283279-1,41 69.705,6167.883,21-2,61
Nephrologen (20)52.808.336,9454.208.488,212,65 50.28350.7730,97 1.050,221.067,661,66 1621620,00 325.977,39334.620,302,65
Kardiologen (22)15.177.596,4115.955.875,155,13 201.641201.441-0,10 75,2779,215,23 1821925,49 83.393,3983.103,52-0,35
Lungenärzte (29)9.561.808,6810.189.356,496,56 135.360132.090-2,42 70,6477,149,20 90911,11 106.242,32111.970,955,39
Gastroenterologen (34)13.859.653,1914.406.567,693,95 128.546130.7741,73 107,82110,162,17 1311342,29 105.798,88107.511,701,62
fachärztl. Internisten (90)11.234.557,6110.946.858,74-2,56 134.275126.424-5,85 83,6786,593,49 117110-5,98 96.021,8699.516,903,64
Hämatologen (92)11.635.242,1511.894.745,192,23 61.75162.6681,48 188,42189,810,74 87925,75 133.738,42129.290,71-3,33
intern. Rheumatologen (93)5.303.414,635.320.334,740,32 55.13756.2982,11 96,1994,50-1,76 46508,70 115.291,62106.406,69-7,71
Angiologen (97)1.844.145,591.915.611,673,88 25.44524.614-3,27 72,4877,837,38 24240,00 76.839,4079.817,153,88
Laborärzte (26,28)34.796.113,8035.680.433,092,54 1.569.0301.535.119-2,16 22,1823,244,78 798912,66 440.457,14400.903,74-8,98
Mund-K.-Gesichtschir. (35)4.178.070,004.062.980,00-2,75 20.16719.126-5,16 207,17212,432,54 1161170,86 36.017,8434.726,32-3,59
Nervenärzte (38)14.127.171,9613.787.771,51-2,40 200.587188.797-5,88 70,4373,033,69 203188-7,39 69.591,9873.339,215,38
Neurologen (95)7.496.983,748.113.663,348,23 117.135122.6384,70 64,0066,163,37 1151236,96 65.191,1665.964,741,19
Fachärzte für Psychiatrie u.
Psychotherapie (FG 50)9.069.107,0810.119.668,7711,58 70.87779.19011,73 127,96127,79-0,13 2312435,19 39.260,2041.644,736,07
Psychother. Medizin (FG 52)3.290.201,973.483.390,825,87 9.9749.868-1,06 329,88353,007,01 120111-7,50 27.418,3531.381,9014,46
Ki.- u. Ju.psychiater (FG 40)12.845.317,8513.356.012,693,98 40.09041.0772,46 320,41325,151,48 1231240,81 104.433,48107.709,783,14
Neurochirurgen (41)2.976.380,043.107.504,814,41 32.34233.8234,58 92,0391,88-0,16 69690,00 43.135,9445.036,304,41
Orthopäden (44)31.053.282,9931.904.472,392,74 598.810605.1191,05 51,8652,721,66 4714863,18 65.930,5465.647,06-0,43
Urologen (56)16.452.462,5816.156.694,41-1,80 292.245291.482-0,26 56,3055,43-1,55 2422461,65 67.985,3865.677,62-3,39
Radiologen (53)
ohne Strahlentherap.37.776.550,7739.349.605,214,16 491.579492.2120,13 76,8579,944,02 2302341,74 164.245,87168.160,712,38
Nuklearmediziner (59)7.662.957,678.163.629,426,53 88.44386.933-1,71 86,6493,918,39 70722,86 109.470,82113.383,743,57
Sonstige Ärzte
(47,53-1,63,72,91,94)34.488.611,2036.521.300,725,89 386.354385.362-0,26 89,2794,776,16 2202252,27 156.766,41162.316,893,54
Summe Fachärzte (ohne
erm. Ärzte u. Vertragsther.)518.365.446,06528.278.611,641,91 8.233.7558.095.061-1,68 62,9665,263,65 5.7065.7530,82 90.845,6891.826,631,08
hausärztl. Kinderärzte (23)38.165.048,6039.433.272,083,32 560.202577.1213,02 68,1368,330,29 4924940,41 77.571,2479.824,442,90
Allg./Prakt.Ärzte/
hausärztl.Internisten(80)350.992.088,07361.549.395,353,01 4.814.8744.882.1601,40 72,9074,061,59 5.0095.0320,46 70.072,2971.850,042,54
Summe Hausärzte389.157.136,67400.982.667,433,04 5.375.0765.459.2811,57 72,4073,451,45 5.5015.5260,45 70.742,9872.562,912,57
Ermächtigte Ärzte25.502.430,5725.327.561,09-0,69 222.291209.785-5,63 114,73120,735,23 1.1311.113-1,59 22.548,5722.756,120,92
Vertragstherapeuten (69,70,71)45.512.289,5749.352.053,088,44 105.565109.9044,11 431,13449,054,16 1.6451.6590,85 27.667,0529.748,077,52
Laborgemeinschaften (25)4.120.972,623.959.030,14-3,93
Summe zugel., erm. Ärzte
und Vertragstherapeuten982.658.275,491.007.899.923,382,57 13.936.68713.874.031-0,45 70,5172,653,04 13.98314.0510,49 70.275,2171.731,542,07
Nichtvertragsärzte (75,76)12.134.807,8411.873.234,99-2,16 304.333289.636-4,83 39,8740,992,81
Gesamtsumme (aller Ärzte)994.793.083,331.019.773.158,372,51 14.241.02014.163.667-0,54 69,8572,003,08 13.98314.0510,49 71.143,0472.576,552,01



GKV-Umsatzstatistik - Augenärzte konservativ


Für die Fachgruppe der Augenärzte wurden in einer weiteren übersicht die Werte der Honorarstatistik getrennt für Praxen mit rein konservativ tätigen Augenärzten, für rein operativ tätige Augenarztpraxen sowie für Praxen sowohl mit konservativen als auch operierenden Augenärzten ausgewertet. Die Unterscheidung richtet sich hierbei nach der so genannten Strukturpauschale (GOP 06225 EBM), welche ausschließlich konservativ tätige Augenärzte seit dem 1. Quartal 2012 für die Behandlung eines Versicherten als Zuschlag zu den Grundpauschalen des Kapitels 6 abrechnen können.

Umsatzstatistik der Augenärzte

2/2019 im Vergleich zu 2/2018 - GKV-Honorarumsatz einschl. Sachkosten vor Abzug von Betriebskosten und Steuern

Fachgruppenausgezahltes Honorar in EuroFallzahlFallwert in EuroAnzahl der Ärzteausgezahltes Honorar je Arzt in Euro
2/20182/2019Veränd.(%)2/20182/2019Veränd.(%)2/20182/2019Veränd.(%)2/20182/2019Veränd.(%)2/20182/2019Veränd.(%)
12345678910111213141516
Praxis - rein konservativ11.889.894,3811.767.894,62-1,03 358.903335.736-6,45 33,1335,055,80 217212-2,30 54.792,1455.508,941,31
Praxis - konservativ/operierend25.965.673,2125.520.615,67-1,71 348.159348.2730,03 74,5873,28-1,74 2472532,43 105.124,18100.872,00-4,04
Praxis - rein operierend2.851.856,032.965.128,973,97 32.97733.8662,70 86,4887,551,24 23230,00 123.993,74128.918,653,97
Gesamt 40.707.423,6240.253.639,26-1,11 740.039717.875-2,99 55,0156,071,93 4864890,62 83.760,1382.318,28-1,72


Verfasser/in:

KVN




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