Logo Hannoversche Ärzte-Verlags-Union
Karl-Wiechert-Allee 18-22
30625 Hannover
info@haeverlag.de
nä 11/2019
aktualisiert am: 15.11.2019

 

  Qualitätsentwicklung

Patientenperspektive noch unterrepräsentiert

Qualitätskonferenz des G-BA: Vorstellung des National Health Service Patient Safety Improvement Plans und der Vision des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG)


 


Am 26. und 27. September fand die 11. Qualitätskonferenz des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) in Berlin statt. Der G-BA ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland. Er agiert auf der Grundlage des Fünften Buchs des Sozialgesetzbuchs (SGB V), erlässt Richtlinien und legt fest, welche Leistungen der medizinischen Versorgung von der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) übernommen werden. Seit 2004 werden regelmäßig bundesweite Konferenzen zur Qualitätssicherung und zu weiteren Themen, wie zum Beispiel der sektorenübergreifenden Versorgung veranstaltet.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eröffnete die diesjährige Konferenz mit einem Grußwort, das als richtungsweisend für die derzeitige politische Entwicklung im deutschen Gesundheitssystem gesehen werden kann: "Unser Gesundheitswesen gibt den Menschen in diesem Land tagtäglich ein Versprechen. Sie erhalten die bestmögliche Medizin - und zwar unabhängig von Einkommen und Wohnort. Um dieses Versprechen zu halten, müssen wir unsere Ressourcen klug einsetzen und unsere Kräfte besser bündeln. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass Behandlungen nur noch von denen vorgenommen werden, die auch die nötige Erfahrung mitbringen. Und wir sorgen mit den Personaluntergrenzen für einen zwingend notwendigen Mindeststandard, zur Sicherheit der Patientinnen und Patienten."

Das Thema Patientensicherheit wurde im Hinblick auf den 2019 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ernannten Welttag für Patientensicherheit, den 17. September, in weiteren Beiträgen aufgegriffen. Professor Mike Durkin vom Imperial College London stellte die Ergebnisse des National
Health Service (NHS) Patient Safety Improvement Plans der letzten fünf Jahre im Vereinigten Königreich vor. Im Rahmen des NHS-Plans wurden regionale Patientensicherheitskooperativen, die lokale Innovationen und Lernprozesse unterstützen, Stipendien und ein unabhängiges Untersuchungsgremium für die Gesundheitssicherheit sowie nationale Verbesserungsprogramme für die bekannten Patientenschäden etabliert. Allerdings sei die Patientenperspektive noch unterrepräsentiert. Der Patient könne als wichtiger Partner zusätzliche Hinweise auf Belastungen durch Schäden geben und solle mehr dabei unterstützt werden, im Mittelpunkt seiner Versorgung zu stehen und die Kontrolle darüber zu behalten.

Dr. med. Christof Veit, Leiter des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG), stellte mit "Qualitätssicherung 2025" seine Vision der Qualitätssicherung vor, die von mehreren Säulen getragen werden soll. Dazu gehören:
- die Nutzung von Sozialdaten der Krankenkassen,
- die Förderung von Qualitätsverträgen zwischen Versorgern und Krankenkassen,
- die Einführung von Qualitätsindikatoren-Sets - sowohl für das Verfahren der planungsrelevanten Qualitätsindikatoren als auch für die Veröffentlichung der Qualitätssicherungsergebnisse in Webportalen und
- regelhaft durchzuführende Patientenbefragungen.

Verfasser/in:
Dipl.-Dok. Silvia Berlage
Zentrum für Qualität und Management im Gesundheitswesen, Einrichtung der Ärztekammer Niedersachsen
Berliner Alle 20, 30175 Hannover
silvia.berlage@zq-aekn.de


inhalt 11/ 19
service
anzeigenaufgabe
leserbrief
umfragen
archiv
 

Alle Inhalte © Hannoversche Ärzte-Verlags-Union 1998-2019. Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 15.11.2019.
Design by webmaster[at]haeverlag[punkt]de, Support. | Impressum & Datenschutzerklärung