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aktualisiert am: 15.11.2019

 

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Themen und Termine


 


Podium zu familienfreundlichen Arbeitszeit­modellen an der Universitätsmedizin Göttingen


Göttingen. "Es hat sich schon viel getan, insgesamt brauchen wir aber noch viel flexiblere Lösungen", sagt Marion Charlotte Renneberg: Die stellvertretende Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) nahm Mitte September an einer Podiumsdiskussion der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) teil zu dem Thema: "Karriere trotz Teilzeit. Innovative und familienfreundliche Arbeitszeitmodelle im ärztlichen Dienst schaffen". Organisiert hatte das Forum mit rund 70 Teilnehmern die UMG-Gleichstellungsbeauftragte Anja Lipschik. Auf dem Podium beteiligten sich an der Diskussion seitens der UMG Professorin Dr. med. Anna-Kathrin Hell von der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie sowie Dr. med. Juliane Knust, Fachärztin der Klinik für Hämatologie und Medizinische Onkologie, und Professor Dr. med. Michael Schön, Direktor der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie sowie Dekan für Akademische Angelegenheiten und Vertreter des Vorstands für Forschung und Lehre. Weitere Teilnehmerinnen auf dem Podium waren Janina Einsele von der Bundesvereinigung von Medizinstudierenden, die Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbunds Dr. med. Christiane Groß, ÄKN-Vizepräsidentin Marion Charlotte Renneberg und Dr. phil. Andrea Rothe, Leiterin der Stabsstelle Betriebliche Gleichbehandlung an der München Klinik.

Zunächst führte Rothe mit ihrem Vortrag über "Tradition und Moderne: Warum sich der ärztliche Dienst mit Chancengleichheit schwer tut" in das Thema ein. Dabei ging es vor allem um innovative und familienfreundliche Arbeitszeitmodelle im ärztlichen Dienst, die es jungen Eltern ermöglichen, Beruf und Familie besser miteinander zu vereinbaren.

Die anschließende Debatte auf dem Podium drehte sich dann um Arbeits- und Weiterbildungskonzepte, die es zulassen, die Weiterbildung auch in Teilzeit erfolgreich abzuschließen. "Als Gleichstellungsbeauftragte stelle ich immer wieder fest, dass Ärztinnen - insbesondere mit Kindern - geringere Chancen haben, eine Leitungs- und Spitzenposition einzunehmen. Die Unterrepräsentanz von Frauen beginnt in der Phase der Weiterbildung, die häufig mit der Familiengründung zusammenfällt", sagte die UMG-Gleichstellungsbeauftragte Lipschik. Professor Schön räumte ein: "Die gegenwärtige Einbettung in allgemeine ökonomische und administrative Zwänge engt die Handlungsspielräume der UMG erheblich ein", aber sie bemühe sich angesichts dieser Herausforderung dennoch in unterschiedlichen Ansätzen darum, akademische und medizinische Karrieren, insbesondere auch für Teilzeitbeschäftigte, zu ermöglichen. Neben deutlich verbesserten Rahmenbedingungen seien hier auch individuell abgestimmte Konzepte in den einzelnen Fächern und Einrichtungen notwendig. "In einem Pilotprojekt richten wir dazu an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie in enger Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsbeauftragten die teilweise Freistellung einer erfahrenen Ärztin und Wissenschaftlerin ein. Sie soll sich um die Koordination und Förderung der fachspezifischen Gleichstellung, Diversität und Vereinbarkeit von Beruf und Familie kümmern", berichtete Schön.

Am Ende fasste Lipschik die Diskussion zusammen: "Es gibt zwar teilweise individuelle Lösungen, aber noch nicht genügend strukturell verankerte Modelle, auf die sich Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung verlassen können, obwohl sie rund die Hälfte der Beschäftigten im ärztlichen Dienst der UMG ausmachen."


Anna Nordiek meistert die 150. Facharztprüfung in Allgemeinmedizin in der Bezirksstelle Braunschweig


Braunschweig. Es sei nicht klar gewesen, wer an diesem Nachmittag des 11. Septembers 2019 von den Prüflingen das Rennen machen würde, berichtet Marion Charlotte Renneberg, Vorsitzende der Bezirksstelle Braunschweig und Vizepräsidentin der Ärztekammer Niedersachsen. Denn in der ÄKN-Niederlassung in Braunschweig werden in einem Pilotprojekt seit dem 11. April 2018 - bis auf wenige Ausnahmen - sämtliche Prüfungen der Ärztekammer Niedersachsen zum Facharzt für Allgemeinmedizin abgenommen. In der Regel finden sich laut Renneberg dazu jeden zweiten Mittwoch im Monat um 15 Uhr zwei bis drei Prüfungskommissionen mit jeweils drei Prüfern ein, die jeweils fünf Kandidaten prüfen.

Am Ende war es Anna Nordiek aus Hannover, die die 150. Facharztprüfung in Braunschweig bestand. Die frischgebackene Fachärztin ist in der Hausarztpraxis Hainholz von Dr. med. Annika Irmer und Dr. med. Eva-Maria Schmitz in Hannover weitergebildet worden und dort auch weiterhin tätig. Den Prüfungsnachmittag selbst hat Nordiek in guter Erinnerung: "Ich wurde in der Bezirksstelle sehr nett empfangen und habe mich sehr willkommen gefühlt", erinnert sich die Ärztin: "Die Prüfung fand in einem persönlichen, entspannten Rahmen statt."


Wolfgang Boldt zum neuen Vorsitzenden des Ärztevereins Northeim gewählt


Göttingen. Mit einem kleinen Wahlprogramm stellte sich der Allgemeinmediziner Wolfgang Boldt aus Moringen vor, als er sich beim Ärzteverein Northeim für die Position als neuer Vorsitzender bewarb. Der 49-jährige Arzt kündigte bei der Veranstaltung Anfang Oktober an, sich für die Sicherstellung einer pharmafreien Fortbildung und den gemeinsamen Kampf gegen den drohenden Ärztemangel einzusetzen.

Außerdem wolle er für mehr und besseren Austausch auf allen Ebenen werben: zwischen den verschiedenen Fachgruppen und den Psychotherapeuten, aber auch zwischen jungen und erfahrenen sowie zwischen ambulant und klinisch tätigen Kollegen. Schließlich erklärte Boldt sich bereit, künftig nicht nur Ansprechpartner für die Kollegen vor Ort zu sein, sondern auch den zuständigen Stellen gegebenenfalls Probleme in der Ärzte- und Gesundheitsversorgung der ländlichen Region zu unterbreiten.

Nach einstimmiger Wahl tritt Boldt nun die Nachfolge des Northeimer Arztes Dr. med. Christian Steigertahl an, der das Amt des Vorsitzenden nach 29 Jahren zur Verfügung stellte. An diesem Abend ließ der Allgemeinmediziner die Aktivitäten der vergangenen Jahrzehnte anhand von Bildern und Zeitungsausschnitten noch einmal Revue passieren. Unter den erinnerten Wegmarken waren etwa die ersten Spatenstiche für das Ärztehaus an den Northeimer Sturmbäumen und das DRK-Kurzzeitpflegeheim. Außerdem sprach Steigertahl Ereignisse wie die Eröffnung der Ärztlichen Notdienstambulanz 2004 an, die übernahme des Kreiskrankenhauses durch den Helios-Konzern 2009, die Eröffnung der neuen Klinik am Sultmer 2014 und den Abriss der alten. Nicht zu vergessen sei die Organisation von insgesamt 39 Gesundheitsforen zusammen mit dem Krankenhaus und der örtlichen Zeitung in der Stadthalle, ergänzte der scheidende Vorsitzende.

Steigertahl wünschte Boldt viel Erfolg und vor allem Nähe zu den Ärztinnen und Ärzten in der Region. Denn die gelebte Kollegialität in der Ärzteschaft des Kreises komme nicht zuletzt der qualifizierten Patientenversorgung zugute.

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