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nä 11/2019
aktualisiert am: 15.11.2019

 

  Ärzteversorgung

Versorgungsbezüge steigen zum 1. Januar 2020 um 0,5 Prozent

Bericht der Ärzteversorgung Niedersachsen über das Geschäftsjahr 2018: Berücksichtigung einer Nachhaltigkeitskonzeption bei vielen Kapitalanlagen / Versorgungswerk laut Studie für die Bewältigung der Aufgaben gut aufgestellt


 


Dr. med. Gerd Pommer leitete mit seiner Rede auch in diesem Jahr die Vorträge der Verantwortlichen des Versorgungswerks vor den Mitgliedern der Kammerversammlung ein. Zunächst hob er die Bedeutung politischer und wirtschaftlicher Entwicklungen im Jahr 2018 hervor. Themen wie der Handelsstreit zwischen China und den USA oder der Brexit seien "nicht ohne Einfluss auf die Möglichkeiten der Anlagepolitik".

Der Vorsitzende des Vorstands fasste in seinem Vortrag insbesondere zentrale Inhalte des Geschäftsberichts 2018 zusammen: Zum Ende des Jahres 2018 hatte die Ärzteversorgung 36.578 Mitglieder und somit effektiv 1.015 Mitglieder mehr als Ende 2017. Die Beitragseinnahmen beliefen sich auf rund 423 Millionen Euro. Insgesamt bezogen 12.660 Rentenempfänger Leistungen aus dem Versorgungswerk. Die Aufwendungen für Versorgungsleistungen sowie Rückkäufe und überleitungen waren im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Sie betrugen Ende des Jahres 2018 412 Millionen Euro. Der Saldo aus Beitragseinnahmen und Versorgungsleistungen war damit weiterhin positiv.

Wie bereits in den Jahren zuvor war das anhaltend niedrige Zinsniveau erneut ein Thema in der diesjährigen September-Sitzung. Vorstand und Aufsichtsrat haben insbesondere vor diesem Hintergrund eine Asset-Liability-Management-Studie (ALM-Studie) in Auftrag gegeben. Ziel einer solchen Studie ist die Abstimmung der Kapitalanlage mit den Verpflichtungen auf der Passivseite unter gegebenen Modellannahmen. "Das Versorgungswerk wurde hierbei in der grundsätzlichen Ausrichtung seiner Kapitalanlagen bestätigt", erklärte Dirk Dreiskämper als Finanzsachverständiger des Vorstands der Ärzteversorgung. Die ALM-Studie habe zudem bestätigt, dass das Versorgungswerk für die Bewältigung von Herausforderungen, wie dem derzeit schwierigen Umfeld für Investitionsentscheidungen, gut aufgestellt sei, führte Dreiskämper aus.

Dr. med. Franz Bernhard Ensink trat erstmalig in seiner Funktion als Vorsitzender des Aufsichtsrats vor die Mitglieder der Kammerversammlung. Er berichtete unter anderem über die Nachhaltigkeitsstrategie für die Kapitalanlage der Ärzteversorgung, die in diesem Jahr von Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen wurde. Die Strategie setze sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen und bereits jetzt werde in einer weit überwiegenden Mehrheit der Kapitalanlagen der Versorgungswerke eine Nachhaltigkeitskonzeption angewendet, erläuterte Ensink. Er fügte hinzu: "Man muss aber dafür sorgen, dass die Anlagen nicht nur nachhaltig sind, sondern auch Rendite erzielen."
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Ärzteversorgung hieß zudem Kerstin Kols als Nachfolgerin von Henning Laves in der Position als Leitung des Bereichs Mitglieder/Renten herzlich willkommen. Kols war zuletzt als Geschäftsführerin der Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern tätig. "Wir freuen uns, Sie für die Ärzteversorgung gewonnen zu haben", begrüßte Ensink die Bereichsleiterin.

Der Vortrag von Professor Dr. phil. nat. Klaus Heubeck als Versicherungsmathematiker bildete den Abschluss der Berichte aus dem Versorgungswerk. Er reihte sich in den Tenor der vorausgegangenen Vorträge ein und betonte die Relevanz der Risikovorsorge in Zeiten einer andauernden Niedrigzinsphase.

Nach Dotierung der Deckungsrückstellung verblieb im Geschäftsjahr 2018 ein überschuss in Höhe von rund 56 Millionen Euro. Dieser wurde verwendet, um die Rücklage sowie die Rückstellung für künftige Leistungsverbesserungen zu erhöhen. Vorstand und Aufsichtsrat schlugen den Mitgliedern der Kammerversammlung eine Anhebung der Anwartschaften und der laufenden Renten von jeweils 0,50 Prozent zum 1. Januar 2020 vor. Die Mitglieder der Kammerversammlung stimmten dem Vorschlag zu.

Verfasser/in:
Kirsten Gutjahr
Geschäftsführerin der Ärzteversorgung Niedersachsen


Andreas Körner
Geschäftsführung der Ärzteversorgung Niedersachsen




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