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  Leserbriefe

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Leserbrief zum Beitrag "Auf den Punkt ..." , "Zahl des Monats" im niedersächsischen ärzteblatt 7/2019, Seite 49

Die Zahl des Monats Juli hat mich nachdenklich gemacht: Es wird in den Raum gestellt, dass es im Jahr 2018 in den niedersächsischen Arztpraxen insgesamt "57,2 Mio. Arztkontakte" gegeben habe. Diese Zahl möchte ich in Frage stellen, sie ist meiner Meinung nach wahrscheinlich falsch, zumindest aber erklärungsbedürftig. Seit der Einführung des EBM 2000plus zum 1. April 2005 gibt es leider keine einfache Kontaktziffer mehr, sodass viele Zweit- oder Mehrfachkontakte ohne Erbringung von zusätzlichen abrechenbaren Leistungen der Kassenärztlichen Vereinigung gar nicht mehr bekannt werden, also in der Zählung fehlen dürften.

Zur Erklärung habe ich meine eigenen Zahlen für 2018 aufbereitet. Zu den Arztkontakten mit Quartalspauschalen kommt nochmal etwa die gleiche Anzahl an Arzt-Patienten-Kontakten, die wir mit der Pseudoziffer 01000 versehen. Davon sind 3/5 ohne weitere abrechnungsrelevante EBM-Ziffern für Gesprächsleistungen, Vorsorgen, lmpfungen, Sonographie o.ä. Mit anderen Worten: Etwa 30 Prozent aller meiner Arzt-Patienten-Kontakte werden nur mit der Pseudoziffer 01000 versehen und sind damit für die KVN überhaupt nicht sichtbar, weil diese Ziffer und damit das Erbringungsdatum nicht in der Abrechnung auftaucht.

Hinzu kommt, dass etwa jeweils 1 % aller Patientenkontakte über die EBM-Ziffern 01430 und 01435 ohne Quartalspauschalen abgerechnet werden; davon dürften nur diejenigen mit der 01435 als Arztkontakte in der Statistik auftauchen. Unklar ist auch, ob die Kontakte in den Bereitschaftsdiensten der Niedergelassenen mitgezählt werden. Mit Sicherheit fehlen aber die Arztkontakte mit Privatpatienten, bei BG-Unfällen und im Landkreis Osnabrück auch alle Sozialamtspatienten (Migranten und Flüchtlinge), von denen die KVN zumindest abrechnungstechnisch nichts mitbekommt.

Dr. med. Thomas Hacker
Facharzt Kinder- und Jugendmedizin
49124 Georgsmarienhütte

Anmerkung der Redaktion

Dr. Thomas Hacker hat recht. Im Jahr 2018 hat es in Niedersachsen im ambulanten Bereich 57,2 Millionen Fälle gegeben. Die Arztkontakte liegen wesentlich höher. Zweit- und Mehrfachkontakte ohne Erbringung zusätzlicher Leistungen liegen der KVN nicht vor.


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