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nä 10/2019
aktualisiert am: 15.10.2019

 

  Editorial

Nein sagen


 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

seit Oktober 2017 ermutigt die #MeToo-Bewegung von sexuellen übergriffen Betroffene, öffentlich über ihre Erfahrungen zu berichten. Sexuelle Belästigung, Nötigung, Diskriminierung und Gewalt macht auch nicht vor denjenigen Halt, die sich im Gesundheitswesen täglich für kranke Menschen einsetzen.

Unangemessenes sexuelles Verhalten betrifft eine Vielzahl von Berufsgruppen: Ärztinnen und Ärzte, MFA in Arztpraxen, Pflegekräfte, Rettungskräfte und Studierende - um nur einige Beispiele zu nennen. Und es trifft nicht nur Frauen: Laut einer Studie der Charité Berlin haben von 743 Ärztinnen und Ärzten 76 Prozent der Frauen und 62 Prozent der Männer im Laufe ihres Arbeitslebens eine Form der Belästigung erfahren.

Der Ärztekammer Niedersachsen ist es ein Anliegen, Betroffene mit solchen Situationen nicht alleinzulassen. Deshalb haben wir eine Ombudsstelle eingerichtet mit Anlaufstellen in vier ÄKN-Bezirksstellen. In Braunschweig, Göttingen, Hannover und Oldenburg stehen vier erfahrene ärztliche Psychotherapeutinnen zur Verfügung, die eine niedrigschwellige Beratung anbieten.

Wir wollen vor allem dabei unterstützen, Situationen richtig einzuordnen. Denn sexuelle Belästigung oder unangemessenes sexuelles Verhalten tritt in vielen Erscheinungsformen auf. Es kann mit anzüglichen Bemerkungen und obszönen Witzen und Gesten anfangen und bis hin zu unerwünschten Berührungen und sexuellen körperlichen übergriffen führen. Und die Schwelle, ab wann zum Beispiel ein obszöner Witz eine Grenzüberschreitung darstellt, ist stark von dem Gegenüber abhängig.

Wir möchten ausdrücklich Kolleginnen und Kollegen, Studentinnen und Studenten und alle weiteren Berufsgruppen im Gesundheitswesen ermuntern, die Ombudsstelle per E-Mail an metoo.ombudsstelle @aekn.de zu kontaktieren, wenn das Gefühl besteht, dass es durch eine Ärztin oder einen Arzt zu unangemessenem Verhalten gekommen ist. Die Therapeutinnen werden Ihnen helfen, den Sachverhalt richtig einzuordnen und Ihnen hilfreiche Tipps zum weiteren Vorgehen mit auf den Weg geben.

Jede und jeder hat ein Recht darauf, NEIN zu sagen.

Mit kollegialen Grüßen

Dr. med. Martina Wenker
Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen

Marion Charlotte Renneberg
Vizepräsidentin der Ärztekammer Niedersachsen

Verfasser/in:
Mark Barjenbruch
Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen
Berliner Allee 22, 30175 Hannover

Dr. med. Jörg Berling
Stellvertr. Vorstandsvorsitzender der KVN
Berliner Allee 22, 30175 Hannover



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