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aktualisiert am: 15.08.2019

 

  Praxis & Versorgung

Neuerscheinungen


 


Pillen als Problem


Soyka, Michael: Medikamentenabhängigkeit: Entstehungsbedingungen-Klinik-Therapie. Schattauer, Stuttgart 2016. 225 Seiten, 14 Abbildungen, 42 Tabellen, 24,99 EUR
Der Löwenanteil missbrauchter Medikamente entfällt auf Psychopharmaka und Analgetika. Geschätzt 1,1 bis 1,2 Millionen Menschen in Deutschland sind von Benzodiazepin-Derivaten und etwa 300.000 bis 400.000 von anderen Arzneimitteln abhängig. Ungefähr 2,2 Prozent der europäischen Bevölkerung nehmen regelmäßig schwächere Analgetika ein. Risikogruppen sind Frauen und ältere Menschen. Das Lehrbuch schildert die Charakteristik der einzelnen Substanzen, etwa der Opioide, informiert über Pharmakologie, Wirkungen und Abhängigkeitspotenzial, über neurobiologische Grundlagen und Nebenwirkungen der Substanzen und erläutert das Bedingungsgefüge einer Abhängigkeit durch Zusammenwirken von Eigenschaften des Medikaments (Droge), des Individuums und der Umwelt einschließlich der Entwicklung einer Abhängigkeitserkrankung und ihren Verlauf. Zudem vermittelt es Kenntnisse zum Konsummuster und schädlichen Gebrauch, Substanzmissbrauch, dem Abhängigkeits- und Entzugssyndrom sowie den Folgeschäden. Schmerzmittelabhängigkeit kann vor allem zu Beeinträchtigungen der Magen-Darm- und Nierenfunktion führen. Bei den spezifischen psychotherapeutischen Interventionen konzentriert sich die Verhaltenstherapie vor allem auf Veränderungen pathogener Verhaltensmuster, berücksichtigt aber auch motivationale Aspekte. Medikamentenabhängigkeit wird, wie andere Suchtformen auch, vor allem als erlerntes Fehlverhalten aufgefasst. Der Behandlungserfolg zielt auf die Änderung des unerwünschten Verhaltens ab, z.B. nicht bei jeder Befindlichkeitsstörung ein Medikament zu nehmen. Abschließend wird auf die Problematik des Dopings und Neurodopings mit ihren relevanten Substanzgruppen und Substanzen eingegangen. übersichts­tabellen und Abbildungen veranschaulichen die Inhalte. Im Anhang ist ein Verzeichnis von Bezugsadressen relevanter Schmerzkliniken, Organisationen, Behörden und hilfreicher Institutionen sowie ein umfangreiches Literaturregister angefügt. Nicht nur für den praktizierenden Allgemeinarzt ein empfehlenswertes Lehr- und Nachschlagwerk.


Zweitmeinung - PraxisInfo erläutert die Details


Seit Anfang des Jahres können Patienten vor bestimmten Operationen (Mandel-Op und Gebärmutterentfernung) eine zweite ärztliche Meinung einholen. Welche Aufgaben dabei Ärzte haben und wie die entsprechenden Tätigkeiten vergütet werden, erläutert die KBV in einer neuen Praxisinformation. Vorgestellt werden Umfang und Ziele der Zweitmeinung sowie die Aufgaben des indikationsstellenden Arztes ("Erstmeiner") und des Arztes, bei dem sich Patienten eine zweite Meinung einholen ("Zweitmeiner"). So sind Erstmeiner verpflichtet, Patienten darauf hinzuweisen, dass sie vor dem Eingriff einen zweiten Arzt konsultieren können. Ärzte, die eine Zweitmeinung abgeben wollen, benötigen eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung. Grundsätzlich können sowohl Vertragsärzte, Krankenhausärzte als auch Privatärzte eine Erlaubnis erhalten. Krankenhaus- und Privatärzte benötigen zusätzlich eine Ermächtigung.
Die Praxisinformation gibt außerdem einen überblick, welche Gebührenordnungspositionen Erst- und Zweitmeiner abrechnen können und wie diese vergütet werden.

Die Praxisinformation kann kostenlos als PDF-Dokument unter
https://www.kbv.de/media/sp/PraxisInfo_Zweitmeinungsverfahren.pdf heruntergeladen werden.

Um einen Arzt für eine Zweitmeinung zu finden, hat die KBV eine Online-Suche eingerichtet:
awww.116117.de/zweitmeinung . Dort kann gezielt nach Zweitmeinern gesucht werden. Zudem gibt es ein Patientenmerkblatt des G-BA zum Zweitmeinungsverfahren:
https://www.g-ba.de/downloads/17-98-4765/2019-04-11_G-BA_Patientenmerkblatt_Zweitmeinungsverfahren_bf.pdf

Plexus-Fortbildungen jetzt auch per App erreichbar


Für das Online-Fortbildungsprogramm "plexus KVN" steht nun eine App zur Verfügung. Dadurch können die Fortbildungen bequem mobil absolviert werden. Die Fortbildungen für Ärzte sind fast alle CME-zertifiziert. Insgesamt kann ein Teilnehmer bei plexus aktuell 26 CME-Punkte erwerben. Themen wie beispielsweise die Wirksamkeit von Arzneimitteln, Osteoporose oder die Prävention und Therapie venöser Thrombembolien stehen als kompakte Lerneinheiten zur Verfügung. Dabei beziehen sie sich stets auf die aktuellsten Entwicklungen und Forschungsergebnisse. Dank der interaktiven Chat-Form holt das Programm außerdem jeden Teilnehmer bei seinem jeweiligen Wissenstand ab.

Die plexus-App kann über das plexus-Portal unter https://plexus-kvn.de/doc.html oder direkt über die entsprechenden Stores heruntergeladen werden. Die Fortbildungen stehen exklusiv allen an der vertragsärztlichen Versorgung in Niedersachsen teilnehmenden Ärzten kostenlos zur Verfügung.


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