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nä 08/2019
aktualisiert am: 15.08.2019

 

  Arzneimittel & Veror

Impfen Sie mit!

Appell der niedersächsischen Sozialministerin an die Ärzteschaft: Impflücken bei der zweiten Masern-Mumps-Röteln-Impfung schließen, Verdachtsfälle frühzeitig melden. Impfkampagne des Landes mit Plakataktion läuft an


 

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Thema Impfen wird derzeit erfreulich intensiv diskutiert. Dabei geht es um den Schutz einzelner Personen, aber auch um den solidarischen Effekt, der den meisten Impfungen zu eigen ist. Impfungen schützen die geimpfte Person und auch deren Umgebung. Daher ist es von besonderem öffentlichem Interesse, dass möglichst hohe Impfquoten in der Bevölkerung erreicht werden.

Mit dem Ziel, die aktuellen Impfquoten in unserem Land weiter zu erhöhen, will die niedersächsische Landesregierung verstärkt Bürgerinnen und Bürger über die hohe Bedeutung des Impfschutzes informieren. Daher starten wir jetzt unter dem Motto "Impfen. Klar." die öffentlichkeitskampagne "Abgelaufen?"

Wir haben in Niedersachsen insbesondere im Kindesalter viel erreicht. Dafür bedanke ich mich bei Ihnen, den impfenden Ärztinnen und Ärzten in Niedersachsen. So konnte der bundesweit viel beachtete Masern-Ausbruch in Hildesheim dank der hohen Impfquote in Kombination mit einem konsequenten Ausbruchsmanagement durch das Gesundheitsamt unterbrochen werden. Dieses Ausbruchsmanagement wurde in Niedersachsen vor über zehn Jahren etabliert und wird nun in ganz Deutschland empfohlen.

Wichtig ist auch hier weiterhin Ihre Mitarbeit, Masern- und Rötelfälle bereits bei klinischem Verdacht noch vor der Laborbestätigung unverzüglich dem Gesundheitsamt zu melden. So wie es das Infektionsschutzgesetz vorsieht. Basierend auf Ihren Informationen leitet das Gesundheitsamt dann sofort entsprechende Schutzmaßnahmen ein.

Für Niedersachsen kann ich feststellen, dass es mindestens seit 2009 zu keiner langanhaltenden Zirkulation von Masern mehr gekommen ist. Von der Elimination einer Erkrankung wird aber erst dann gesprochen, wenn dies über drei Jahre nachgewiesen werden kann. Dieser Nachweis ist für Deutschland insgesamt leider noch nicht gelungen. Deshalb muss es unser Ziel bleiben, für eine hohe Durchimpfungsrate Sorge zu tragen.

Zielgröße ist, eine Quote von 95 Prozent in der Bevölkerung für die zweite Impfung gegen Masern-Mumps-Röteln zu erreichen. Seit 2011 liegt die Quote bei der Schuleingangsuntersuchung zwischen 93 und 94 Prozent. Das bedeutet, dass in einigen Gebieten Niedersachsens durchaus noch Nachholbedarf besteht. Dies sehen wir auch für anderen Impfungen. Auswertungen des Robert-Koch-Institutes zeigen, dass die Quote für die Impfung gegen HPV bei 15-jähringen Mädchen im Jahr 2017 noch bei etwa 34 Prozent lag. Neuere Ergebnisse werden in Kürze erwartet.

In diesem Zusammenhang habe ich mich auch persönlich dafür eingesetzt, dass die Impfstoffe über den Sprechstundenbedarf bezogen werden können. Ich bin sehr froh, dass dies nun gelungen ist.

Damit wir möglichst viele Menschen erreichen, braucht es eine breite Unterstützung maßgeblicher Akteurinnen und Akteure des Gesundheitswesens. Ich würde mich freuen, wenn Sie unsere Kampagne unterstützen und das Kampagnen-Poster in Ihrer Praxis aufhängen würden. So würden Ihre Patientinnen und Patienten erinnert werden, beim nächsten Besuch ihren Impfpass zur Kontrolle des Impfstatus mitzubringen.

In Apotheken werden zusätzlich entsprechend gestaltete Lesezeichen nach der Kontrolle in den Impfpass gelegt, um individuell auf nötige Impfungen aufmerksam zu machen. Davon erhoffen wir uns eine weitere Sensibilisierung für das Thema Impfschutz und langfristig eine Verbesserung der Durchimpfung für alle empfohlenen Schutzimpfungen.

Von genereller Impfmüdigkeit kann in Anbetracht der teilweise hohen Impfquoten im Kindesalter nicht gesprochen werden. Dies verdanken wir in erster Linie Ihnen, den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten. Lassen Sie uns gemeinsam weiter daran arbeiten, dass wir dort, wo Impflücken noch bestehen, für Verbesserungen sorgen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ihre Gesundheitsministerin
Dr. Carola Reimann


Verfasser/in:
Dr. Carola Reimann
Niedersächsische Gesundheitsministerin




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Mehr Informationen finden sich unter http://www.nlga.niedersachsen.de und http://www.ms.niedersachsen.de . Bei weiteren Fragen und Anregungen kann man sich an die Fachabteilung des Sozialministeriums unter infektionsschutz@ms.niedersachsen.de wenden.


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