Logo Hannoversche Ärzte-Verlags-Union
Karl-Wiechert-Allee 18-22
30625 Hannover
info@haeverlag.de
nä 08/2019
aktualisiert am: 15.08.2019

 

  Patientensicherheit

Welchen Einfluss hat das Beschaffen von Medizinprodukten auf die Patientensicherheit?

Neue Handlungsempfehlung des Aktionsbündnisses Patientensicherheit APS für den Einkauf von Medizinprodukten in Gesundheitseinrichtungen: Ratschläge für eine strukturierte Kooperation aller Beteiligter


 


Die Zuverlässigkeit der verwendeten Medizinprodukte spielt für die Sicherheit von Patienten eine nicht unerhebliche Rolle. Aber die Beschaffung der Produkte wird immer komplexer. Das liegt an der Entwicklung zunehmend differenzierterer medizinischer Verbrauchsartikel, den kürzer werdenden Lebenszyklen von Medizinprodukten sowie einer steigenden Zahl an potenziellen Herstellern und Produkten. Auch weisen Medizinprodukte, die in der einen Situation sicher eingesetzt werden können, bei anderen Anwendungen in anderen Situationen inakzeptable Risiken auf. Der Beschaffungsprozess in Gesundheitseinrichtungen hat also einen großen Einfluss auf die sichere Anwendung von Medizinprodukten und damit auch auf die Patientensicherheit. Ein klar strukturiertes Vorgehen, verbindliche Verfahrensanweisungen für den Auswahlprozess sowie ein intensiver Austausch zwischen Beschaffern und Anwendern sind daher unverzichtbar.

Neue Broschüre vom Aktionsbündnis Patientensicherheit


Ratschläge für ein strukturiertes Vorgehen enthält eine neue 35-seitige Broschüre des Aktionsbündnisses Patientensicherheit e.V. (APS): Die Handlungsempfehlung "Patientensicherheit - Ein entscheidendes Kriterium bei der Beschaffung von Medizinprodukten" stellt einen Beschaffungsprozess für Medizinprodukte vor, der Patientensicherheit als wichtiges Entscheidungs- und Beschaffungskriterium berücksichtigt. Dafür werden die wesentlichen Aufgaben und Verantwortlichkeiten der beteiligten Bereiche aufgezeigt. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass es wichtig ist, die Anforderungen und Erfahrungen aller einzubeziehenden Berufsgruppen frühzeitig einzubinden.

Um den Stellenwert der Handlungsempfehlung zu verdeutlichen, verweisen die Autoren der Broschüre auf mögliche Gefährdungen durch Defizite bei der Beschaffung von Medizinprodukten und deren Konsequenzen. Praktische Beispiele dazu liefern CIRS-Fälle (Critical Incident Reporting System), auf die verlinkt wird - zum Beispiel schwierig zu bedienende Beatmungsgeräte, uneinheitlich funktionierende Infusionspumpen für Chemotherapeutika oder Spritzen mit irreführender Beschriftung.

Ergänzend zur Handlungsempfehlung stellt das APS drei Checklisten zu Probebestellung, Anforderungs- und Kostenermittlung von Medizinprodukten unter http://www.aps-ev.de/ handlungsempfehlungen zur Verfügung. Weitere Checklisten sind in Planung und sollen anschließend auf der Homepage veröffentlicht werden.

Weitere Handlungsempfehlungen zum Thema Patientensicherheit und Medizinprodukte


Das APS hat bereits drei weitere Handlungsempfehlungen zum Thema Patientensicherheit und Medizinprodukte veröffentlicht:
- "Patientensicherheit durch Prävention medizinproduktassoziierter Risiken",
- "Umsetzung der Einweisungsverpflichtung für Medizinprodukte" und
- "Patientensicherheit bei der Anwendung von Medizinprodukten fördern: Eindeutige Identifikation und jederzeit verfügbare Begleitinformationen gewährleisten".
Alle Handlungsempfehlungen sind über die Homepage des APS kostenfrei abrufbar: http://www.aps-ev.de/handlungsempfehlungen.

Verfasser/in:
Steffi Achatz, B.A.
ZQ, Patientensicherheit




inhalt 08/ 19
service
anzeigenaufgabe
leserbrief
umfragen
archiv
 

Alle Inhalte © Hannoversche Ärzte-Verlags-Union 1998-2019. Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 15.08.2019.
Design by webmaster[at]haeverlag[punkt]de, Support. | Impressum & Datenschutzerklärung