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nä 08/2019
aktualisiert am: 15.08.2019

 

  Fortbildung

Tricks, wie sich das jeweilige Organ noch besser darstellen lässt

Sonographie erstmals als eigenständiges Angebot während der Langeooger Fortbildungswochen: Grund- und Aufbaukurs für Sonographie, Aufbaukurs Notfallsonographie und ein Refresher-Kurs / Die neuen Termine stehen fest


 


Sonographieren - eine bei vielen Ärztinnen und Ärzten begehrte Fähigkeit. Entsprechend schnell waren die vier Kurse unter der Leitung von Dr. med. Dr. h.c. Jörg Simanowski während der Fortbildungswochen der Ärztekammer Niedersachsen auf Langeoog ausgebucht. Erstmals waren die Kurse in diesem Jahr nicht mehr Teil der Woche der praktischen Medizin. Das Angebot umfasste nach dem Curriculum der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) neben dem Grundkurs den Aufbaukurs zur Sonographie des Abdomens, des Retroperitoneums und der Schilddrüse sowie außerdem den Aufbaukurs Notfallsonographie und einen Refresher-Kurs.

Praktische übungen am Simulator


Beim Grundkurs ging es nach einer Einführung in die technischen Grundlagen des Ultraschalls und eine ergonomische Arbeitsweise sofort an die praktischen übungen. Sie sind das Aushängeschild der Sonographiekurse: An 22 Geräten konnten die mehr als 240 Teilnehmenden des Grund- und Aufbaukurses in Kleingruppen von fünf Teilnehmern und einem Instruktor die vorangegangene Lehreinheit in die Praxis umsetzen. Begleitet wurden die beiden Kurse von je 30 renommierten Dozenten. Sie hatten viele gut anwendbare Tricks mitgebracht, mit denen sich das jeweilige Organ noch ein wenig besser darstellen ließ. Dank der praktischen Schulungsstunden weit über die DEGUM-Mindestanforderungen hinaus war es am Ende jedem Teilnehmenden möglich, qualifizierte Befunde über das Abdomen und die Schilddrüse seiner Gruppenmitglieder zu treffen.

Um jedoch nicht nur die Befunde anderer Teilnehmender kennenzulernen, gab es zudem praktische übungen an Ultraschall-Simulatoren. Hier konnten Kleingruppen mit bis zu vier Teilneh­mern an 15 Geräten aus dem Klinikalltag stammende patholo­gische Befunde bei rund 100 virtuellen Patienten entdecken - zum Beispiel Appendizitis, Sigmadivertikulitis, Bauchaorten­aneurysma, Dissektion, Milzinfarkt, Pankreaskarzinom, Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Der Bogen der Pathologien spann­te sich von der Leber über die Gallenblase zu Pankreas und Milz - auch Gefäße, Nieren, Harnwege, Darm und Geschlechts­organe zählten dazu. Die Schilddrüse mit Knoten und weiteren Pathologien war ebenfalls Bestandteil beider Kurse. Ein beson­derer Vorteil an dem Lehr- und Lernsystem "Ultraschall-Simulator" ist, dass Teilnehmer auch außerhalb der offiziellen Kurszeiten selbständig an den Geräten üben und lernen können.

Realitätsnahe Simulationen


Der zweitägige DEGUM-Notfallsonographie-Aufbau-Kurs stellte hohe Anforderungen an die 47 Teilnehmenden. In jeweils drei Minuten musste mittels FAST (Focused Assessment with Sonography for Trauma) eine relevante intracorporale Verletzung bestätigt, ein Perikarderguss dargestellt und erkannt oder ein rupturiertes Aortenaneurysma richtig eingeordnet werden. Begleitet wurden die Kleingruppen von 16 erfahrenen Notfallsonographeuren. Auch hier standen Ultraschallgeräte und Simulatoren zur Verfügung.

Die zwölf Stationen waren wie beim Zirkeltraining aufgebaut, abwechselnd eine Realtime-Sonographie zur Darstellung der sonographischen Dynamik und ein Ultraschallsimulator zum Erlernen der Pathologie. Die enge Taktung der übungen ließ nicht nur eine große Auswahl an Themengebieten für die Notfallsonographie zu, sondern simulierte auch realitätsnah Notsituationen, wie sie in den Schockräumen der Kliniken Alltag sind. Ein besonderes Augenmerk wurde auf die Thorax- und Lungensonographie gelegt, durch die in Zukunft möglicherweise die Strahlenbelastung für den Patienten bei bestimmten Fragestellungen reduziert werden kann.

Beim Refresher-Kurs schließlich trafen sich 35 langjährig sonographieerfahrene Mediziner - meist in eigener Praxis -, um in einem kollegialen Miteinander ihre theoretischen und praktischen Kenntnisse aufzufrischen. In der Theorie wurde ein überblick über den aktuellen Stand der Sonographie des Abdomens und der Schilddrüse gegeben. Dabei wurde darauf geachtet, nicht in erster Linie universitäre Spitzen-Sonographie, sondern das Machbare auf dem Level von Arztpraxen und Durchschnittskliniken darzulegen. Dieses wurde anschließend praktisch an Realtime-Sonographie-Geräten und Ultraschall-Simulatoren vertieft.

Für das kommende Jahr stehen die Termine bereits fest. Der Grund- und Aufbaukurs findet in der Zeit vom 9. bis 13. Mai statt, der Notfall-Aufbaukurs am 14. und 15. Mai sowie der Refresher-Kurs am 16. und 17. Mai.

Verfasser/in:
Tabea Quecke
Kursassistentin Sonographiekurse Langeoog




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