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nä 07/2019
aktualisiert am: 15.06.2019

 

  Selbstverwaltung

Evaluation der Hochschule Emden/Leer:

Mehr Werbung für Auricher Fahrdienst nötig


 


Der Bekanntheitsgrad des kostenlosen Fahrdienstes zur kassenärztlichen Bereitschaftsdienstpraxis in Aurich für Patientinnen und Patienten des Altkreises an Wochenenden und Feiertagen muss gesteigert werden. 24 Fahrten in neun Monaten entspricht nicht unseren Erwartungen. Dies ist das Fazit des Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), Mark Barjenbruch, am 5. Juli auf einer Pressekonferenz in der KVN-Bezirksstelle Aurich.

Im Sommer 2018 hat die KVN-Bezirksstelle Aurich das Modellprojekt "PatientenShuttle" gestartet. Der Patienten­Shuttle fährt in den Städten Aurich und Wiesmoor sowie in den Gemeinden Großefehn, Ihlow und Südbrookmerland. Er holt Patientinnen und Patienten an Wochenenden und Feiertagen während der öffnungszeiten der Bereitschaftsdienstpraxis (09:30 bis 13:30 Uhr und 16:30 bis 19:30 Uhr) von Zuhause ab und bringt sie kostenlos in die Praxis an der Ubbo-Emmius-Klinik in Aurich und wieder zurück. Der Fahrdienst ist über die bundesweit einheitliche Rufnummer des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes 116117 erreichbar.

Das Projekt wird durch die Hochschule Emden/Leer wissenschaftlich begleitet. Jetzt liegen erste Zwischenergebnisse der Evaluation vor. Sieben Studierende der Hochschule Emden/Leer unter der fachlichen Leitung von Prof. Dr. Kerstin Kamke haben am zweiten Mai-Wochenende eine Kurzumfrage in der Bereitschaftsdienstpraxis vor Ort durchgeführt, um den Bekanntheitsgrad des Fahrdienstes zu untersuchen.

Die Ergebnisse sind wenig zufriedenstellend: "Insgesamt sind 51 Fragebögen ausgewertet worden. 82 Prozent der Befragten in der Bereitschaftsdienstpraxis kannten den Patienten-Fahrdienst nicht. 35 der 42 Personen, die den Patienten­Shuttle bisher nicht kannten, würden ihn aber nutzen. Geeignete Marketing-Maßnahmen sollten das Nutzungspotential heben", so Prof. Kamke.

Daran hat die KVN größtes Interesse. "Der diensthabende Arzt kann seine Hausbesuche während des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes reduzieren", sagte Dr. Volker Niehaus, Vorsitzender des KVN-Bezirksausschusses Aurich. "Unser Ziel ist es, die Zahl der angeforderten Hausbesuche im Bereitschaftsdienst zu reduzieren und somit unsere Mitglieder zu entlasten", ergänzte KVN-Chef Barjenbruch. Dr. Lukas Bockelmann, KVN-Kreisstellensprecher Aurich, sah auch medizinische Vorteile: "Bei wirklich zahlreichen Erkrankungen ist die Versorgung in einer Praxis besser als zu Hause, und im Zweifel ist die Klinik gleich nebenan."

Die Koordination der Einsätze übernimmt die Leitstelle der Johanniter-Unfall-Hilfe in Oldenburg über die Telefonnummer 116117. "Ein Mitarbeiter in der Leitstelle entscheidet, wie es nach dem Anruf weitergeht. Soll der Patient vom PatientenShuttle abgeholt werden oder soll doch ein Bereitschaftsdienstarzt einen Hausbesuch machen, weil der Patient nicht transportfähig ist?", beschrieb Peter Hilbink von der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. das Vorgehen.

"Gerade im weitläufigen Ostfriesland ist diese Entscheidung von Interesse", bestätigte Niehaus. Bis zu 26 Kilometer muss der Wagen zurücklegen, wenn er die Patienten aus dem entferntesten Zipfel des Einzugsgebietes abholen will.

Mit dem Shuttle schlage man zwei Fliegen mit einer Klappe, kommentierte Barjenbruch: "Wir reduzieren die Zahl der diensthabenden Ärzte, da im Fahrdienst kein Arzt mehr mitfährt, und sorgen für eine verstärkte Auslastung der Bereitschaftsdienstpraxis. Das verspricht Effizienzgewinne."

Verfasser/in:

KVN




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