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nä 07/2019
aktualisiert am: 15.06.2019

 

  Honorar & Verträge

Honorarbereinigung neutral

Vertreterversammlung der KVN beschließt Bildung von Honorartöpfen für fachärztliche Berufsgruppen, um Honorarverschiebungen aufgrund der TSVG-Vergütungsregelungen auszuschließen


 


Die Vertreterversammlung der KVN hat in ihrer Sitzung am 21. Juni Festlegungen für die Bereinigung der fachärztlichen Honorare nach dem Terminservice- und Versorgungsgesetz getroffen. Das TSVG sieht eine extrabudgetäre Vergütung der Fälle der TSS-Vermittlung, der Hausarztvermittlung, für neue Patienten und für die fünf offenen Sprechstunden vor. Die dadurch erforderliche Bereinigung der MGV erfolgt auf Basis einer entsprechenden Vorgabe der KBV: "Die Bereinigung aufgrund der Entbudgetierung gemäß § 87a Abs. 3 Satz 7 SGB V ist auf Arztebene so umzusetzen, dass von der Bereinigung ausschließlich diejenigen Ärzte betroffen sind, die die extrabudgetär gestellten Leistungen durchführen und abrechnen".

Da sich die extrabudgetären Fallzahlen in den verschiedenen Fachgruppen durchaus unterschiedlich entwickeln werden, hat die Vertreterversammlung die Einführung echter Honorartöpfe je RLV-Arztgruppe beschlossen, so wie dies bereits im Hausarztbereich für Hausärzte einerseits und Kinderärzte andererseits erfolgt ist. Dies soll verhindern, dass die unterschiedlichen Fallzahlentwicklungen zu Honorarverschiebungen zwischen den RLV-Arztgruppen führen.

Grundlage der Topfbildung sind die jeweiligen Arztgruppenanteile des Kalenderjahres vor der TSVG-Neuregelung, also die Quartale 1/18 bis 4/18. Dabei werden alle Honoraranteile der begrenzten Gesamtvergütung, mit Ausnahme der Leistungen für Labor und Leistungen des ärztlichen Bereitschaftsdienstes, in die Topfbildung integriert, sodass die unterschiedlichen Entwicklungen in den RLV-/QZV-Leistungen, in den Vorwegvergütungen, aber auch in den Praxisbesonderheiten in die Verantwortung der jeweiligen Fachgruppe gelegt werden - analog den Regelungen im Hausarztbereich.

Aus der Beispielberechnung wird die neue Systematik ersichtlich. Sie verdeutlicht, dass das je RLV-Arztgruppe zur Verfügung stehende Honorar auf die aktuellen Fallzahlen verteilt wird, ohne dass sich Verschiebungen zwischen den Arztgruppen ergeben. Die Mindestfallwerte je Arztgruppe würden analog den bisherigen Berechnungsvorgaben vorab ermittelt und bekannt gegeben. Aus dem zur Verfügung stehenden Honorarvolumen und der tatsächlich abgerechneten RLV-/QZV-Fallzahl ergeben sich dann die endgültigen RLV/QZV Fallwerte und damit die praxisbezogenen Budgets im Rahmen der laufenden Quartalsabrechnung.

Da die endgültigen RLV-/QZV-Fallwerte von den veröffentlichten Mindestfallwerten abweichen können, ergeben sich im Rahmen der laufenden Abrechnung auch unterschiedliche Restquoten je Arztgruppe. Diese wurden bislang einheitlich für alle Arztgruppen aus einem zweiprozentigen Vorwegabzug aus dem Versorgungsbereich gebildet. Künftig folgt der Vorwegabzug auf der Arztgruppenebene, sodass auch eine evtl. Mengenentwicklung in der Verantwortung der jeweiligen Fachgruppe verbleibt.

Eine niedrigere Restquote führt nicht zu Honorarverlusten in der Arztgruppe, sondern betrifft nur die unterschiedlichen Ausschöpfungsgrade der einzelnen Ärzte der Arztgruppe. Verschiebungen zwischen den Arztgruppentöpfen sind ausgeschlossen. Gleiches gilt auch für höher ausfallende Restquoten.


Arztgruppe G (bisher):
[1] MGV 4/2019 geschätzt   100.000.000,00 Euro
[2] Fälle 4/2018 VJQ   2.000.000 Fälle
[3]=[1]/[2] Fallwert4/2018   50,00 Euro
[4] Leistungsanforderung 4/2018  65,00 Euro
[5]=[3]/[4] Auszahlungsquote 4/2018  76,92 Prozent
Abrechnung (neu):
Annahmen:
[6]4/2019 Extrabudgetäre Fälle (mit TSS-Kennzeichnung)1.000.000 Fälle
[7] Fallwert(angeforderter Leistungsbedarf gem. EBM)70,00 Euro
Berechnung Bereinigung/ Fallwert:
[8]=[5]x[7] Bereinigung pro Fall  53,84 Euro
[9]=[6]x[8] Bereinigung gesamt  53.840.000,00 Euro
[10]=[1]-[9] MGV neu   46.160.000,00 Euro
[11]=[2]-[6] Fälle neu   1.000.000 Fälle
[12]=[10]/[11] Fallwert   46,16 Euro
Honorarumsatz AG:
1.000.000x46,16 + 1.000.000x70,00= 116.160.000,00 Euro

(Die Steigerung wird vollständig kassenseitig finanziert)
TSVG-Bereinigung (kassenseitig) und RLV-Berechnung

Verfasser/in:

KVN




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