Logo Hannoversche Ärzte-Verlags-Union
Karl-Wiechert-Allee 18-22
30625 Hannover
info@haeverlag.de
nä 07/2019
aktualisiert am: 15.06.2019

 

  Qualitätssicherung

Fokus Perinatalmedizin

Niedersächsische Ergebnisse der stationären Qualitätssicherung in der Geburtshilfe und Neonatologie


 


Im Jahr 2018 haben in Niedersachsen 71 Frauenkliniken und 30 Neonatologien an der medizinischen Versorgung von Schwangeren und Reif- sowie Frühgeborenen teilgenommen. Im Rahmen der externen stationären Qualitätssicherung wurden Daten zu 67.153 Geburten und 9.508 neonatologischen Behandlungsfällen (durch Behandlungen in verschiedenen Kinderkliniken kann ein Kind teils mehrfach gezählt werden) an die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft übermittelt.

Geburtshilfe


Ausgehend von 67.153 Geburten wurden knapp 36 Prozent der Schwangeren in Perinatalzentren der Maximalversorgung (Level 1), etwa 10 beziehungsweise 14 Prozent in Level-2- oder Level-3-Häusern und gut 40 Prozent in Geburtskliniken ohne Leveleinstufung versorgt (siehe Abbildung). Bei 65.964 Geburten (96,5 Prozent) handelte es sich um Einlingsgeburten. Hinzu kamen 2.322 Zwillings- und 84 Drillingskinder. Das Alter von mehr als drei Viertel der Schwangeren lag zwischen 18 und 34 Jahren, und circa 63 Prozent der Frauen waren zum wiederholten Mal schwanger. Jede vierte Schwangere war übergewichtig (BMI über 25) und etwa jede fünfte nach WHO-Kriterien adipös (BMI von 30 oder darüber). 32 Prozent aller Kinder wurden per Kaiserschnitt entbunden. Als Hauptindikationen waren hier der Zustand nach vorausgegangener Sectio oder anderen Uterusoperationen (32,2 Prozent), ein pathologisches CTG oder schlechte kindliche Herztöne (18,7 Prozent), Beckenendlage (11,7 Prozent) und sonstige Indikationen (20 Prozent) genannt.

Neonatologie


In 1.023 von 9.508 Fällen (10,8 Prozent) hatten die neonatologisch versorgten Kinder ein Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm oder ein Gestationsalter unter 32 Schwangerschaftswochen, bei 580 dieser Fälle (6,1 Prozent) lagen Geburtsgewicht und Reifealter sogar unter 1.250 Gramm beziehungsweise 29 Schwangerschaftswochen. Bei 3,7 Prozent der Behandlungsfälle wurde eine Aufnahmetemperatur unter 36 Grad Celsius (Hypothermie) dokumentiert. Gut ein Fünftel der Kinder erhielt Sauerstoff für mindestens einen Tag und etwa 29 Prozent wurden maschinell beatmet mit einem medianen Beatmungszeitraum von 3 Tagen. Schwere Komplikationen wie zum Beispiel ein Pneumothorax (1,2 Prozent), eine Bronchopulmonale Dysplasie (BPD, 0,6 Prozent) oder eine nekrotisierende Enterokolitis (NEK, 0,4 Prozent) traten erfreulicherweise nur sehr selten auf.

Verfasser/in:
Lorenz Hein, M.Sc.
ZQ, Qualitätssicherung




inhalt 07/ 19
service
anzeigenaufgabe
leserbrief
umfragen
archiv
 

Alle Inhalte © Hannoversche Ärzte-Verlags-Union 1998-2019. Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 15.06.2019.
Design by webmaster[at]haeverlag[punkt]de, Support. | Impressum & Datenschutzerklärung