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nä 07/2019
aktualisiert am: 15.06.2019

 

  Krankenhaus

Mehr Sicherheit in der Klinik

Auftakt zu einer neuen Serie im niedersächsischen ärzteblatt: Die Artikelreihe beleuchtet in loser Folge Maßnahmen zur Verbesserung der Patientensicherheit und der stationären Behandlungsqualität im Krankenhaus


 


Die Qualität und Sicherheit der Patientenversorgung in den Krankenhäusern tritt in jüngster Zeit häufiger in den Fokus öffentlicher und innerärztlicher Diskussion. Die Serie der katastrophalen Krankenhausmorde in Oldenburg und Delmenhorst hat breite mediale Aufmerksamkeit, aber auch politische Reaktionen hervorgerufen. Das zu Beginn 2019 in Kraft getretene neue Niedersächsische Krankenhausgesetz will die Patientensicherheit mit einem Katalog von Verordnungen befördern. Gleichzeitig will der Gesetzgeber künftig Vergütung und Teilhabe der Krankenhäuser an der Versorgung von der Erfüllung von Qualitätsmerkmalen abhängig machen. Die Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) wird in diesem Zusammenhang in einer Artikelserie im niedersächsischen ärzteblatt einzelne Aspekte zum Thema stationäre Behandlungsqualität beleuchten.

Qualitätsmanagement in den Krankenhäusern


Die Krankenhäuser haben bereits in der Vergangenheit - von der öffentlichkeit allerdings wenig wahrgenommen - umfangreiche Maßnahmen etabliert, die einem umfassenden Qualitätsmanagement zuzuordnen sind. Dazu gehört neben den vorgeschriebenen 26 verschiedenen Qualitätssicherungsverfahren auch die transparente Veröffentlichung aller Leistungsdaten in den Qualitätsberichten. Die Bildung von zertifizierten Zentren nach den Vorgaben der Fachgesellschaften ist flächendeckend fortgeschritten - inklusive aufwändiger Dokumentation aller Behandlungsprozesse und einer überprüfung durch externe Gutachter.

In vielen somatischen Krankenhäusern wurde ein Critical Incident Reporting System (CIRS - zu deutsch: Berichtssystem über kritische Vorkommnisse) etabliert. Hier werden auf der Basis von anonymen Meldungen über Beinahefehler interdisziplinär Verbesserungskonzepte entwickelt. Der Luftfahrt abgeschaut, ist CIRS ein lernendes System ohne Sanktionierungen. Ferner bieten die gesetzlich geforderten Patientenfürsprecher in den Häusern Patienten eine unabhängige Unterstützung an, um etwaige Anliegen vorzubringen. Außerdem wurden Hygienebeauftragte und Arzneimittelkommissionen eingesetzt. In die weit fortgeschrittenen Digitalisierungsprozesse wurden sogenannte Standard Operating Procedures (SOPs), Therapieleitlinien, Medikationen und Operationsdokumentationen umfassend eigebettet. Diese Liste ist nicht vollständig, sie soll nur einige Schlaglichter auf den Umfang der bereits von den Krankenhäusern ergriffenen Maßnahmen werfen.

Welche Maßnahmen sind sinnvoll?


Aber sind diese Maßnahmen wirksam und ausreichend? Kommen all diese Veränderungen auch beim Patienten an? Welche Maßnahmen wären verzichtbar und welche Ergänzungen sinnvoll? Könnten Stationsapotheker wirksam zur Medikationssicherheit beitragen? Welche Rolle spielen Obduktionen in der überprüfung der Diagnose- und Behandlungssicherheit? Haben wir in den Kliniken eine Führungskultur, die die Organisation zeitgemäß entwickelt, wertschätzend Mitarbeiter fördert und Vertrauen in den Mittelpunkt der Kommunikation stellt? Diesen Fragen will sich das niedersächsische ärzteblatt in einer losen Folge von Artikeln widmen und darin auch Maßnahmen der ÄKN zur Verbesserung der Patientensicherheit beleuchten.

Verfasser/in:
Dr. med. Frauke Petersen
Fachärztin für Innere Medizin am Städtischen Klinikum Lüneburg
Vorsitzende des Ausschusses für Krankenhausangelegenheiten der ÄKN



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