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nä 07/2019
aktualisiert am: 15.07.2019

 

  Editorial

Fortschritt in Sachen Digitalisierung


 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

die Digitalisierung unserer Lebenswelt schreitet kontinuierlich voran und nimmt auch im Gesundheitswesen einen immer größeren Stellenwert ein. Zu einem nächsten wichtigen Schritt auf diesem Weg haben sich die Delegierten des 122. Deutschen Ärztetags in Münster nach einer kontroversen Debatte entschlossen: Sie haben das elektronische Logbuch eingeführt. Darin sollen Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung künftig fortlaufend ihren Erwerb von Kompetenzen dokumentieren können. An der Diskussion um die neu entwickelte Software hat sich die niedersächsische Delegation lebhaft beteiligt und ihre vielfältigen Anforderungen an solch ein lernendes System deutlich gemacht.

Aber nicht nur beim Thema eLogbuch engagierten sich die Abgeordneten aus Niedersachsen. Rund 20 Anträge brachten sie zur Abstimmung im Ärzteparlament - fast alle wurden angenommen oder an den Vorstand überwiesen. Die Themen reichten vom Impfen über den Pränataltest für Trisomie und die Weiterbildung bis hin zu Innovationen im Bereich der digitalen Versorgung oder der Gebührenordnung für die Leichenschau. Die niedersächsische Ärzteschaft kann stolz auf diese aktiven Delegierten sein.

Bewegt hat uns Niedersachsen - gerade auch aufgrund unserer eigenen Beschäftigung mit Gewalt und Aggressionen gegen Helfer - zudem das Schwerpunktthema Ärztegesundheit. Die Vorträge der Referenten und die anschließende Aussprache offenbarten, wie wichtig es ist, dass Ärztinnen und Ärzte füreinander einstehen und gemeinsam gegen gesundheitsschädigende Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern und Praxen eintreten. Nicht zuletzt hängt die Patientensicherheit - neben anderen Faktoren - von der Gesundheit und Fitness der behandelnden Ärztinnen und Ärzte ab.

Um sich rechtzeitig gegen Erschöpfung, Depressionen, Burnout, andere Krankheiten oder gar Sucht zu wappnen, sollten auch unsere jungen Kolleginnen und Kollegen von Arbeitsbeginn an vorbeugen. Dass sich die Generation Y konstruktiv mit ihren Arbeitsbedingungen oder auch mit der um sich greifenden Kommerzialisierung in der Medizin auseinandersetzt, erlebten wir beim Ärztetag in Münster bereits im Vorfeld beim "Dialog mit jungen Ärztinnen und Ärzten". Die Veranstaltung, die in diesem Jahr zum vierten Mal stattfand, ist inzwischen so gut besucht, dass der Saal im Congress Centrum Halle Münstlernd aus allen Nähten platzte. Auch wir als Ärztekammer wollen dem Ärztenachwuchs genau zuhören und uns verstärkt für Arbeitsbedingungen einsetzen, die dieser Generation den gewünschten persönlichen Freiraum gewähren. Damit sie gesund bleibt, und die Patienten lange von ihrem Wissen und Vermögen profitieren können.

Mit kollegialen Grüßen

Dr. med. Martina Wenker
Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen

Marion Charlotte Renneberg
Vizepräsidentin der Ärztekammer Niedersachsen

Verfasser/in:
Marion Charlotte Renneberg
Allgemeinärztin
Eichstraße 5, 31241 Ilsede

Dr. med. Martina Wenker
Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen
Kreiskrankenhaus Diekholzen, Am Bahnberg 5, 31199 Diekholzen



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