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nä 06/2019
aktualisiert am: 15.06.2019

 

  Politik & Verbände

Hausärzteverband Niedersachsen befürchtet Verschlechterung der Patientenversorgung

Diskussion auf Seminarkongress in Lüneburg: Nur zehn statt wie nötig 25 Prozent der Medizinstudierenden werden Fachärzte für Allgemeinmedizin


 


Das Thema "Hausärztemangel" ist auch beim 35. Seminarkongress Norddeutscher Hausärzte am 3./4. Mai in Lüneburg eines der zentralen Themen der Tagungsagenda gewesen. Beim Politikforum zum Auftakt des Kongresses mit mehr als 1.250 Seminarteilnehmern diskutierten Niedersachsens Hausärzte mit den Landtagsabgeordneten Volker Meyer (CDU), Stefan Wenzel (Bündnis 90/Die Grünen), Sylvia Bruns (FDP) und Stephan Bothe (AfD) über die medizinische Versorgung der Niedersachsen im Jahre 2030.

"Es gibt keine Pauschallösung. Darin sind wir uns alle einig. Aber die Ergebnisse des Bundesarztregisters sprechen Bände", fasste Hausärzteverbandschef Dr. Matthias Berndt das Ergebnis zusammen. "Wir brauchen mehr Studienplätze und mehr Anreize, damit die ausgebildeten Studenten letztendlich auch den Beruf des Hausarztes ausüben", lautet sein Credo, das auch die Abgeordneten teilten. "Leider bilden wir in Niedersachsen statt der erforderlichen 25 Prozent an Studenten, die zur Deckung des Bedarfs an Hausärzten notwendig sind, nach wie vor nur zirka zehn Prozent für die Allgemeinmedizin aus beziehungsweise weiter."

Die Teilnehmer und Zuhörer des Politikforums waren sich darin einig, dass der seit Jahren vorliegende Masterplan 2020 sinnvolle Maßnahmen zur Förderung der Allgemeinmedizin und ambulanten Medizin beinhalte und innerhalb der nächsten acht Monate umgesetzt werden müsse. Als positiven Anreiz für die hausärztliche Tätigkeit sah der Hausärzteverband besonders die Hausarztzentrierte Versorgung (HzV). In Niedersachsen profitieren nach Angaben des Verbandes bereits mehr als 1,2 Millionen Versicherte von diesem Versorgungsmodell, das fast alle Krankenkassen anbieten. "Dabei koordiniert und priorisiert der Hausarzt als erste Anlaufstelle die Versorgung der Patienten und verbessert diese dadurch", sagte Berndt.

Zum Auftakt des Seminarkongresses hatte sich Berndt für mehr Vertrauen unter den Akteuren des Gesundheitswesens ausgesprochen. In den vergangenen Jahren hätte sich zwischen Leistungserbringern und den Krankenkassen ein Misstrauen breit gemacht, das eine gut funktionierende Zusammenarbeit der Versorgungsebenen eindeutig behindere. "Es ist absurd und unwirtschaftlich, wenn bei Krankenkassen, in Krankenhäusern und Arztpraxen Tausende Beteiligte damit beschäftigt sind, Kontrollen durchzuführen oder Gegenstrategien zu entwickeln. Wir empfinden es schlichtweg als Schikane, wenn Ärzte rückwirkend zwei bis vier Jahre in Prüfverfahren an den Pranger gestellt werden."

Insgesamt hatten sich rund 1.250 Seminarteilnehmer aus den Bundesländern Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein sowie Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern für 52 Seminare beim 220-Stunden-Fortbildungsprogramm in Lüneburg angemeldet. "Ziel unseres Kongresses ist ein guter Mix aus Fortbildung von Hausärzten und ihren Mitarbeitern nebst informellem Austausch", erklärt der in Hannover praktizierende Hausarzt. Das Programm bildet traditionell das gesamte Spektrum der hausärztlichen Tätigkeit ab - von Asthma, Diabetes, über die Dermatologie und die Hausarztzentrierte Versorgung bis hin zur Pädiatrie, Schmerztherapie und dem Tapen. Der Seminarkongress zählt zu den bundesweit größten Hausärztekongressen.

Verfasser/in:

Deutscher Hausärzteverband



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