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nä 06/2019
aktualisiert am: 15.06.2019

 

  Aus den Verbänden

Marburger Bund öffnet sich für Zahnärzte

Hauptversammlung des Marburger Bundes Niedersachsen: Themenschwerpunkte waren die Forderungen der Ärztegewerkschaft im Tarifkonflikt und außerdem Neuwahlen


 


Ab sofort dürfen auch Zahnärztinnen und Zahnärzte ordentliche Mitglieder im Marburger Bund Niedersachsen werden. Das beschloss die Hauptversammlung der Ärztegewerkschaft am 8. Mai 2019. Thematisch setzte die Hauptversammlung einen Schwerpunkt auf den Tarifkonflikt mit der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), der inzwischen am 22. Mai beigelegt wurde. Zu Beginn hatte Dr. med. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, in ihrem Grußwort die Solidarität der niedersächsischen Ärztinnen und Ärzte für die VKA-Kolleginnen und -Kollegen überbracht. "Nur gesunde, nur ausgeruhte Ärzte können kranken Menschen helfen!", betonte sie.

Die Delegierten bestimmten zudem turnusgemäß eine neue Führungsspitze: Im Amt des Ersten Vorsitzenden bestätigten sie Hans Martin Wollenberg mit 96,36 Prozent der gültig abgegebenen Stimmen. Für den Psychiater aus Rinteln ist es seit 2015 die dritte Amtszeit. Neuer Zweiter Vorsitzender ist Andreas Hammerschmidt, der mit 87,03 Prozent der Stimmen gewählt wurde. Er engagiert sich bereits als Bezirksvorsitzender des Marburger Bundes in Hannover sowie seit 2009 im Landesvorstand. Hammerschmidt folgt auf Tobias Steiniger, der nicht erneut kandidierte.

Wollenberg forderte zudem die Einführung von Personaluntergrenzen auch für Ärzte. Er betonte die wichtige Rolle der Krankenhausärzte bei der Patientenversorgung in Niedersachsen. Aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen fehlen nach Feststellung des Marburger Bundes bereits mehr als 700 Klinikärzte in Niedersachsen. Andreas Hammerschmidt, Zweiter Vorsitzender, forderte die Arbeitgeber auf, Abhilfe zu schaffen: "Gute Arbeitsbedingungen kommen nicht von allein. Wir brauchen dringend Entlastung in den Kliniken. Der Druck muss raus." Die Bedeutung von monatlich zwei freien Wochenenden in den aktuellen VKA-Tarifverhandlungen untermauerte die Hauptversammlung mit einem Beschluss. Die hartnäckige Tarifarbeit des Marburger Bundes hat sich inzwischen ausgezahlt: Vereinbart wurden bei der Tarifeinigung mit Wirkung vom 1. Januar 2020 mindestens zwei arbeitsfreie Wochenenden pro Monat in der Zeit von Freitag 21 Uhr bis Montag 5 Uhr. Außerdem müssen vom 1. Juli 2019 an die Arbeitszeiten der Ärztinnen und Ärzte vollständig durch elektronische oder andere genauso genaue Verfahren erfasst werden. Dabei gilt die gesamte Anwesenheit abzüglich der gewährten Pausen als Arbeitszeit.

Wollenberg rief bei der Hauptversammlung des Marburger Bund Niedersachsen zudem erneut zur Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen des öffentlichen Gesundheitsdienstes auf, diese dürften nicht ausgegrenzt bleiben. Auch dieses Ziel wurde bei den Tarifverhandlungen erreicht: Die Tarifzuständigkeit des Marburger Bundes für die Ärztinnen und Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst und anderen Kommunalen Diensten wurde anerkannt. Die separaten Tarifverhandlungen sollen bis spätestens Ende Oktober aufgenommen werden.

Als Beisitzer im Landesvorstand bestätigten die Delegierten Johanna Grimme, Dr. med. Kai Johanning und Dr. med. Stefan Preuße. Neu als Beisitzer im Leitungsgremium des Landesverbandes sind Dr. med. Gerd Kappelmann und Lisa Soyk. Die Legislaturperiode umfasst zwei Jahre. Im Namen der Hauptversammlung dankte Hans Martin Wollenberg Dr. med. Frauke Petersen, die nicht mehr für den Landesvorstand kandidierte, für ihr langes Engagement.


Verfasser/in:
Stephanie Hübner
Pressereferentin Marburger Bund Niedersachsen




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