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aktualisiert am: 15.05.2019

 

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Ohne TI-Anschluss drohen Praxen Nachteile


 

Praxen, die ihren Anschluss an die Telematik-Infrastruktur noch längere Zeit verschieben, drohen erhebliche Nachteile. Darauf hat Ende April die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hingewiesen.

Um die Telematikinfrastruktur (TI) nach vielen Verzögerungen möglichst schnell in die Praxen zu bringen, hat der Gesetzgeber Praxen verpflichtet, bis zum 31. März 2019 die notwendige Technik zu bestellen. Können sie das nicht nachweisen, muss die Kassenärztliche Vereinigung (KV) diese Praxen rückwirkend zum 1. Januar 2019 mit einem Honorarabzug von einem Prozent sanktionieren. Wie die KV das umsetzt, entscheidet sie selbst. Ärzte und Psychotherapeuten, die ihre Praxen nicht an die TI anbinden lassen, verstoßen zudem gegen ihre vertragsärztlichen Pflichten. Auch dafür können Sanktionen drohen.

Aber "TI-Verweigerer" müssen auch ganz praktische Nachteile befürchten. Für die TI gelten besonders hohe Sicherheitsanforderungen. Bestimmte Bereiche der vertragsärztlichen Versorgung können bald nur noch mit Hilfe der TI überhaupt erfasst und abgerechnet werden.

So werden bestimmte Versichertenstammdaten, die bisher unverschlüsselt auf der elektronischen Gesundheitskarte liegen, bald nur noch verschlüsselt dort abgelegt. Das betrifft auch abrechnungsrelevante Daten wie das DMP-Kennzeichen oder den Hinweis auf besondere Personengruppen. Lesbar sind diese Daten dann nur noch in Praxen, die an die TI angeschlossen sind. Wann die Verschlüsselung wirksam wird, hängt davon ab, wie verbreitet die TI ist. Den genauen Zeitpunkt legt die gematik fest.

Bei einem Arzt-Patienten-Kontakt außerhalb der eigenen Praxisräume - so bei Haus- und Pflegeheimbesuchen oder bei reisenden Anästhesisten - können die verschlüsselten Daten dann nur noch mit einem neuen mobilen Kartenterminal gelesen werden. Bei diesen steckt ein Praxisausweis in einem separaten Kartenslot und legitimiert so den Zugriff auf die verschlüsselten Versichertenstammdaten.

Die TI ist die Basis für eine elektronische Vernetzung von Ärzten, Psychotherapeuten, Zahnärzten, Krankenhäusern und Apotheken. Sie soll die Kommunikation und den Datenaustausch innerhalb des Gesundheitswesens erleichtern. Das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) ist dabei nur die erste Anwendung. Weitere mit konkretem Nutzen für die Versorgung und die Praxen werden bald folgen. Deshalb, so die KBV, sei es für jede Praxis sinnvoll, sich an die TI anzubinden. Zumal die Krankenkassen die Kosten für die Erstausstattung der Praxen und den laufenden Betrieb übernehmen.

Verfasser/in:
Redaktion





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