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aktualisiert am: 15.05.2019

 

  Telemedizin & Digita

Mehr Lücke als Liste

Das gewohnte Mitgliederverzeichnis der KVN steht zurzeit nicht zur Verfügung. Warum eigentlich nicht?


 


Kennen Sie den? - Eine medizinische Fachangestellte ruft bei der Informationsabteilung der KVN an. "Wir finden neuerdings das Mitgliederverzeichnis nicht mehr. Früher gab es das doch. Mein Chef nutzte es immer, wenn er Kontakt zu Fachkollegen aufnehmen möchte. Wie bekomme ich das denn?" - Das sei aktuell nicht mehr möglich, erklärt der Kommunikationschef. Der Datenschutz verbiete, das Mitgliederverzeichnis wie früher einfach zu erstellen und im Portal zu veröffentlichen. Deshalb erscheine jetzt, wenn ein KVN-Mitglied erstmals das neue KVN-Portal aufruft, eine Bitte, seine persönlichen Daten dafür freizugeben. "Ach ja, richtig", bestätigt die MFA. "Aber das wollte unser Chef nicht!"

Kein Joke - dieses Gespräch hat es tatsächlich gegeben. Und vielleicht spiegelt es die Gemütslage vieler Mitglieder wider. Viele wünschen sich Informationsangebote wie etwa das Mitgliederverzeichnis der KVN. Und natürlich nutzt man die Adressen verantwortungsvoll und nur in begründeter, seriöser Absicht. Für sich selbst aber möchte man jeden Missbrauch von vornherein ausschließen.

Lange war es in der KVN üblich, das Mitgliederverzeichnis einmal im Quartal anhand der Stammdaten zu aktualisieren und dann im Portal den Mitgliedern zugänglich zu machen. Doch das Inkrafttreten der EU-Datenschutzgrundverordnung hat bei der KVN auch dazu geführt, ihre bisherige Praxis auf den Prüfstand zu stellen. Durch die Verschärfung der Datenschutzbestimmungen gibt es für eine "großzügige" Auslegung etwa der Verwendungsbestimmungen keinen Raum mehr. Nur für Zwecke, die mit dem hoheitlichen Aufgabenbereich und dem Versorgungsauftrag der KVN in unmittelbarem Zusammenhang stehen, kann die KVN ihren Datenbestand nutzen. Alle Verwendungen, die darüber hinaus gehen, bedürfen der Einwilligung der Betroffenen.

Dafür hat die KVN eben die Funktion eingerichtet, die automatisch auf dem Monitor erscheint, wenn ein KVN-Mitglied sich erstmals im neuen Mitgliederportal anmeldet. Sie ist nicht mehr als die Bitte um Zustimmung, die elementaren persönlichen Daten wie bisher etwa im Mitgliederverzeichnis nutzbar zu machen. Ein Mausklick genügt.

Jahrelang war das Mitgliederverzeichnis allen zugänglich. Viel genutzt, nie hinterfragt. Missbrauch ist nie bekannt geworden. Doch seitdem es unter die DSGVO fällt, wird es vermehrt mit solchen Befürchtungen verknüpft. Die wurden vielleicht durch das Stichwort "Datenschutz" überhaupt erst wachgerufen. Aber es zeigt sich: Das ist für viele offenbar ein sensibler Bereich. Jedenfalls hat bislang nur eine Minderheit von Nutzern unseres Portals ihre Daten freigegeben.

Nur: So wird das nie etwas. Ohne Einwilligung einer größeren Mehrheit ihrer Mitglieder sind der KVN bei vielen Anfragen die Hände gebunden. Das Mitgliederverzeichnis kann seinen Zweck nur bei weitgehender Vollständigkeit erfüllen. Künftig ist es Ausdruck gelebter Solidarität: Nur wenn alle etwas von sich geben, kann etwas entstehen, das allen nutzt. Dafür sollte ein Mausklick nicht zuviel sein.

Verfasser/in:

KVN




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