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aktualisiert am: 15.05.2019

 

  Telemedizin & Digita

Arztzahlen: Lücke zwischen Alt und Jung wird immer größer

Immer mehr Ärzte kommen an die Ruhestandsgrenze


 


Die allgemeine demografische Entwicklung macht auch vor den Ärztinnen und Ärzten in Niedersachsen nicht Halt. Immer mehr Ärztinnen und Ärzte rücken immer näher an die Phase ihres Ruhestandes heran, aber immer weniger junge Ärztinnen und Ärzte kommen nach. "Statistisch gesehen ist jeder zweite berufstätige Arzt in Niedersachsen 50 Jahre und älter. Das Durchschnittalter aller 15.764 Mitglieder beträgt 54,1 Jahre", so Mark Barjenbruch, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) unter Bezug auf die Ärztestatistik der KVN.

Für den Bereich der KVN-Bezirksstelle Hannover, der die Landkreise Celle, Schaumburg, Hameln-Pyrmont und die Region Hannover umfasst, hat die KVN die Situation exemplarisch ermittelt. In der Region Hannover etwa liegen die Versorgungsgrade in den meisten Bereichen bei über 100 Prozent. Doch die Situation ist nur scheinbar komfortabel. Problematisch ist die Altersstruktur der Ärztinnen und Ärzte in den Regionen. In Barsinghausen sind von 59 Ärzten 17 (28,9 Prozent) älter als 60 Jahre. In Burgdorf von 34,25 Ärzten 8 (23,4 Prozent), in Garbsen von 63 Ärzten 9 (14,3 Prozent), in Großburgwedel von 29,5 Ärzten 5 (17 Prozent), In Hannover von 357,5 Ärzten 96 (26,9 Prozent), in Isernhagen von 16 Ärzten 5 (31,3 Prozent), in Laatzen von 32 Ärzten 7 (13,5 Prozent), in Langenhagen von 32 Ärzten 3 (9,4 Prozent), in Lehrte von 42,25 Ärzten 13 (30,8 Prozent), in Neustadt von 27,5 Ärzten 8 (29,1 Prozent) in Wunstorf von 33 Ärzten 8 (24,2 Prozent). Besonders in Springe ist die Situation kritisch: Von 19 Ärzten sind 10 (52,6 Prozent) über 60 Jahre alt.

Auch an einigen anderen Orten zeichnen sich dramatische Entwicklungen ab. Von den im Bereich Bad Pyrmont tätigen 14 Hausärzten sind 10 älter als 60 Jahre - das sind 71,4 Prozent. In Celle-Nord sind von den 20,5 Hausärzten 10 älter als 60 - das sind 48,8 Prozent. Ähnlich Nenndorf: Hier sind von den 23,5 Hausärzten 11 älter als 60 - das sind 46,8 Prozent.

"Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache", so der Vorsitzende der KVN-Bezirksstelle Hannover, Dr. Eckart Lummert. "Die statistische Entwicklung zeigt klar, dass die demografischen Veränderungen sich auf die ärztliche Versorgung auswirken werden. So scheiden in einigen Bereichen in den kommenden zehn Jahren rund ein Drittel der Hausärzte aus dem Berufsleben aus.

"Hier besteht dringender Handlungsbedarf, um eine flächendeckende Versorgung aufrechtzuhalten. Die Aufstockung der Medizinstudienplätze, die Einführung einer Landarztquote und die Möglichkeit, dass unser Berufsnachwuchs schneller eingegliedert werden kann und dass auch Quer- und Wiedereinsteiger gewonnen werden können, ist für die Zukunft unumgänglich", ergänzte Barjenbruch.

Verfasser/in:

KVN




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