Logo Hannoversche Ärzte-Verlags-Union
Karl-Wiechert-Allee 18-22
30625 Hannover
info@haeverlag.de
nä 05/2019
aktualisiert am: 15.05.2019

 

  Klinik und Praxis

Erstmals wieder mehr Organspender

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) legt ihren Bericht für das Jahr 2018 vor / Übersicht über die Organspendeaktivitäten der einzelnen Krankenhäuser


 


In den vergangenen Jahren ist seit 2010 die Zahl der postmortalen Organspender und damit auch die der postmortal gespendeten Organe konsequent zurückgegangen. Doch 2018 wurde dieser Trend gestoppt. Für das vorige Jahr verzeichnet die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) erstmals wieder eine Zunahme der postmortalen Organspender auf 955 Personen und die Zahl der gespendeten Organe auf 3.113. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Jahresbericht für 2018 hervor.

Dr. med. Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der DSO, vermutet einen der Gründe für diese positive Entwicklung in der anhaltenden öffentlichen Diskussion um das Thema Organspende: Allein die verstärkte Aufmerksamkeit habe vermutlich dazu geführt, "dass Ärzte und Pflegende im Klinikalltag häufiger an die Möglichkeit von Organspenden denken und den Kontakt zu uns aufnehmen." Doch auch in der Bevölkerung sei das Thema sehr präsent und habe zu mehr Diskussionen in den Familien geführt, so dass die Frage nach einer möglichen Organspende für die Angehörigen häufig nicht so überraschend gekommen sei.

Organspendeaktivitäten der einzelnen Krankenhäuser


Die DSO hat diesen Aspekten in ihrem Jahresbericht für 2018 Rechnung getragen und dokumentiert zum Beispiel die Organspendeaktivitäten der einzelnen Krankenhäuser. In die Statistik aufgenommen wurden sämtliche Kliniken, die mindestens eine organspendebezogene Anfrage an die DSO hatten. Dass auch Krankenhäuser der Kategorie C, die über keine neurochirurgische Abteilung verfügen, durchaus Organspenden erfolgreich in die Wege leiten können, zeigen zum Beispiel die Ergebnisse von Einrichtungen wie dem Klinikum Itzehoe mit drei postmortalen Organspendern und drei weiteren Kontakten oder der imland Klinik Rendsburg (4 Spender). In Niedersachsen konnten neben den Universitätskliniken vor allem viele Krankenhäuser der Kategorie B, die mit einer neurochirurgischen Abteilung ausgestattet sind, Organspender gewinnen - so das Städtische Klinikum Braunschweig gGmbH (9 Organspender), die Ammerland Klinik GmbH Westerstede (4 Organspender) sowie das Marienhospital Osnabrück und das Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg mit jeweils 3 Organspendern.

Dr. med. Klaus Kogelmann, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Klinikum Emden, liegt das Thema Organspende ebenfalls am Herzen. Er glaubt und hofft, dass es zu mehr Transplantationen komme, wenn man die Bevölkerung besser informiere. Andererseits erwartet er ebenso, dass die gesetzlich geforderten Einzelfallanalysen am Ende zu mehr Organspendern führen - nach dem Motto: "Wie ist dieser Fall gelaufen? Warum ist in genau diesem Fall keine Organspende angestrebt worden?"

Verfasser/in:
Inge Wünnenberg
Redaktion niedersächsisches ärzteblatt




inhalt 05/ 19
service
anzeigenaufgabe
leserbrief
umfragen
archiv
 

Alle Inhalte © Hannoversche Ärzte-Verlags-Union 1998-2019. Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 15.05.2019.
Design by webmaster[at]haeverlag[punkt]de, Support. | Impressum & Datenschutzerklärung