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nä 04/2019
aktualisiert am: 15.04.2019

 

  Praxis & Versorgung

Leuchttürme für eine bessere Versorgung

Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung verleiht Innovationspreis „Ausgezeichnete Gesundheit 2019“ an vier regionale Exzellenzprojekte der ambulanten Versorgung


 


Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) hat am 13. März in Berlin vier herausragende Beispiele ambulanter Versorgung mit dem Titel "Ausgezeichnete Gesundheit 2019" prämiert. Insgesamt 16 regionale Projekte hatten sich um die Innovationspreise in den Kategorien Versorgung digital, Versorgung vernetzt, Nachwuchsförderung und Versorgung mit Sicherheit beworben.

In der Kategorie Versorgung mit Sicherheit stellte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), Dr. Jörg Berling, das Projekt "Chauffeur zum Bereitschaftsdienst" vor. Patienten, die am Wochenende oder an Feiertagen medizinische Hilfe benötigen und keine Möglichkeit haben, eigenständig in eine Bereitschaftsdienstpraxis zu gelangen, können sich in den Städten Aurich und Wiesmoor sowie in den Gemeinden Großefehn, Ihlow und Südbrookmerland von einem Patienten-Shuttle direkt von Zuhause abholen lassen und werden nach der Behandlung wieder vor die eigene Haustür gebracht.

über die Vergabe der Auszeichnungen hatten die anwesenden gut 300 Gäste aus Politik, Ärzteschaft und Forschung per Liveabstimmung unmittelbar nach den jeweils dreiminütigen Projekt-Statements abgestimmt. Anschließend diskutierten führende Vertreter aus Politik und Selbstverwaltung über den Innovationscharakter der ausgezeichneten Initiativen und über die aktuelle Situation der vertragsärztlichen Medizin.

"Dieser Abend hat gezeigt, wie facetten- und ideenreich die ambulante Versorgung in Deutschland ist und mit welch hoher Kreativität und Engagement sich die Vertragsärzte ihren Patienten widmen. Wir als KV-System garantieren eine qualitätsgesicherte und wohnortnahe Versorgung durch Hausärzte, Fachärzte und Psychotherapeuten. Das bedeutet, dass vor Ort die besten Lösungen gefunden werden. Das ist die besondere Stärke unseres leistungsfähigen Systems. Man nennt das Selbstverwaltung", sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Gassen. "Damit sind wir auch für kommende Herausforderungen gut aufgestellt. Das gilt auch für Aufgaben, die sich aus dem TSVG ergeben werden, über das heute im Bundestag abgestimmt wird. Mit der nötigen Beinfreiheit für die Selbstverwaltung werden wir die Neuausrichtung von Terminservicestellen und Bereitschaftsdienst unter der Elf6 Elf7 sinnvoll für die Versorgung organisieren können. Wir werden sie mit einer Mischung aus notwendigen Vorgaben der Bundesebene und regionalen Kompetenzen zum Vorteil der Patienten und der Praxen umsetzen."

Denkbar knapp fiel die Entscheidung in der Kategorie Versorgung und Sicherheit aus. Das KVN-Projekt belegte den dritten Platz mit 25,2 Prozent Zustimmung. Hier die vier Gewinnerprojekte:

Die Sieger


In der Kategorie digitale Versorgung wurde docdirekt ausgezeichnet (32,5 Prozent). Mit docdirekt hat die KV Baden-Württemberg vor rund einem Jahr ein Telemedizinprojekt auf den Weg gebracht. Per Telefon oder Videotelefonie bekommen PatientInnen in medizinische Beratung von niedergelassenen Ärzten. Das Pilotprojekt soll die Antwort der KV auf die Digitalisierung im Gesundheitswesen sein.

In der Kategorie Vernetzte Versorgung wurde das Projekt "Moderne, intersektorale Wundversorgung im Praxisnetz Herzogtum Lauenburg" prämiert (41,7 Prozent). Es richtet sich an Patienten mit sekundär heilenden und chronischen Wunden. Durch die Einbindung von sechs netzeigenen Wundmanagerinnen werden Versorgungsschnittstellen zwischen den behandelnden Haus-/Fachärzten, den Kliniken und dem zuständigen Pflegepersonal in den Einrichtungen bedient. Die Wundmanagerinnen werden immer dann in den Prozess einbezogen, wenn es Patientenwohl und Wundheilung erfordern. Durch Implementierung einer Fallakte und apparativer Ausstattung stellt man einen regionalen Diagnostik- und Therapiepfad sicher.

In der Kategorie Nachwuchsförderung wurde ausgezeichnet: das medizinische Stipendium Osterburg (66,1 Prozent). Mit einem "Leitfaden zur Ärzteversorgung" will die Gemeinde in Sachsen-Anhalt einen drohenden Ärztemangel abwenden. Bürgermeister Nico Schulz will junge Mediziner für die übernahme einer Praxis gewinnen - unter anderem mit kostenlosem Wohnraum für Studenten und der Förderung von Telemedizin. Kernstück ist die Vergabe eines Stipendiums an Medizinstudenten, verbunden mit der Verpflichtung auf den Standort Osterburg.

In der Kategorie Sicherstellung wurde ausgezeichnet: der "Medibus" aus Hessen (31,7 Prozent). Die rollende Arztpraxis ist ausgestattet mit Warte- und Arztzimmer sowie Labor und steuert mehrmals wöchentlich sechs Gemeinden in Nordhessen an, um Patienten hausärztlich zu versorgen. Das Projekt soll ein Zeichen setzen gegen den Ärztemangel in der Region. Das Pilotprojekt von Kassenärztlicher Vereinigung Hessen und DB Regio läuft zwei Jahre und soll richtungweisend für die ambulante Versorgung der Zukunft sein, hoffen die Initiatoren.

Verfasser/in:

KVN




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Modelle für unterschiedlichste Versorgungsbereiche


Das Zi hat zu diesem Veranstaltungsformat in Berlin zum zweiten Mal eingeladen. Bereits 2018 haben niedergelassene Ärzte insgesamt 25 innovative Leuchtturmprojekte in der ambulanten Medizin vorgestellt. Dabei ging es um Modelle für eine bessere Notfallversorgung, für Telemedizin, effektivere Vernetzung und Nachwuchsförderung sowie für mehr medizinische Sicherheit. Alle diesjährigen Projekte sowie einen Rückblick auf die Konferenz "Ausgezeichnete Gesundheit 2018" finden Sie unter:
http://www.ausgezeichnete-gesundheit.de.


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