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nä 04/2019
aktualisiert am: 15.04.2019

 

  Honorar & Verträge

Sind Sie bei der Vorsorge up to date?

Bei der gesundheitlichen Prävention hat es in den letzten Jahren zahlreiche Änderungen gegeben. Zuletzt traf es den „Check-Up 35“. Welche Leistungen gibt es ab wann? – Eine Übersicht


 

Die gesundheitliche Prävention steht im Fokus der Gesundheitspolitik. In die etablierten Vorsorgeprogramme und -leistungen ist in den letzten Jahren viel Bewegung gekommen. Intervalle wurden geändert, Leistungen modifiziert, Verfahren ersetzt. Wie ist der aktuelle Stand der Dinge?

Check-Up 35: Er wurde zum 1. April 2019 neu geregelt. Die Änderungen betreffen folgende Punkte:
- Erweiterung des Beratungsumfanges sowie Durchführung einer Impfanamese und die Anwendung von Risikoscores bei erhöhtem kardialen Risiko;
- Aufnahme weiterer Laboruntersuchungen auf Triglyzeride, HDL-Cholesterin und LDL-Cholesterin gem. GOP 32882;
- Dokumentation der Ergebnisse nur noch in der Patientenakte, nicht mehr auf Formular 30;
- Höherbewertung der GOP 01732 um 17 Punkte auf jetzt 320 Punkte.

Wichtig: Zukünftig kann der Check-Up nur noch alle drei statt wie bisher alle zwei Jahre erbracht und abgerechnet werden. Wie zuvor haben Versicherte ab dem 35. Lebensjahr Anspruch auf die Untersuchung. Zwischen dem 18. und dem 35. Lebensjahr darf der Check-Up nur einmal erfolgen.

Diese Neuregelung gilt rückwirkend. Ein Patient, der den Check-Up in 2017 durchlaufen hat, kann ihn jetzt erst 2020 wiederholen. Terminvormerkungen in der Praxissoftware müssen dementsprechend angepasst werden.

Die Screening-Programme auf Hautkrebs und Darmkrebs laufen durch den neuen Rhythmus nicht mehr kongruent. Bisher häufig zusammen erbrachte Vorsorgeleistungen müssen daher künftig auf mehrere Termine verteilt werden - für manche Patienten sicherlich ein lästiger Umstand.

Darmkrebsfrüherkennung wird künftig als Screeningprogramm durchgeführt. Patienten und Patientinnen haben jetzt ab 50 einen Anspruch auf ein erstes Beratungsgespräch, ab 55 auf ein zweites, vertiefendes Beratungsgespräch. Die Beratenen können dann
- ab 50 jährlich einen Test auf occultes Blut im Stuhl;
- ab 55 eine Vorsorgekoloskopie, nach zehn Jahren wiederholbar;
oder
- alle zwei Jahre einen Test auf occultes Blut im Stuhl
durchführen lassen.

Der Stuhltest wird nicht mehr anhand des guajakbasierten Tests, sondern seit dem 1. April 2017 mit dem quantitativen immunologischen Test (iFOBT) durchgeführt, der mehr Zuverlässigkeit bringt.

Bauchaortenaneurysmen: Gesetzlich krankenversicherte Männer ab 65 Jahren haben seit Anfang 2018 Anspruch auf eine einmalige Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung von Aneurysmen der Bauchschlagader. Diese Untersuchung kann auch zusammen mit dem Check-Up 35 erfolgen.

Kinderuntersuchungen: Mit der Neufassung der Kinder-Richtlinie wurden auch die Inhalte zu den Kinder-Früherkennungsuntersuchungen U1 bis U9 überarbeitet und konkretisiert. Das erweiterte Angebot steht Eltern und deren Kindern seit Anfang 2017 zur Verfügung. Wichtige Neuerungen sind:
- Stärkere Beachtung von psychosozialen Aspekten;
- überarbeitung der Merkmale, die bei der Beurteilung der Entwicklung eines Kindes helfen sollen;
- Neugeborenenscreening auf Mukoviszidose.
Die Dokumentation im gelben Untersuchungsheft wurde entsprechend angepasst.

Die HPV-Impfung wird seit 2018 auch für Jungen empfohlen und bis zum 18. Lebensjahr von den Krankenkassen bezahlt. Manche Krankenkassen erstatten die Kosten unter bestimmten Voraussetzungen auch über diese Altersgrenze hinaus.

Impfung gegen Gürtelrose wird nach aktuellem G-BA-beschluss künftig für alle Versicherten ab einem Alter von 60 Jahren Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Der genaue Termin des Inkrafttretens der Änderung steht noch nicht fest.

Verfasser/in:

KVN




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Eine umfassende Darstellung aller Präventionsleistungen und der damit verbundenen Vergütungsansprüche findet sich auf der Internetseite der KBV unter
https://www.kbv.de/html/praevention.php


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