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nä 04/2019
aktualisiert am: 15.04.2019

 

  Patientensicherheit

Profitieren vom kollegialen Schulterblick

Video der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) stellt Peer-Review-Verfahren für den ambulanten Bereich vor


 


Bei einem Peer Review treffen sich Ärztinnen und Ärzte, oft auch zusammen mit ihren Medizinischen Fachangestellten, um sich über die praxiseigenen Prozesse und die täglichen Aufgaben auszutauschen. Denn gerade durch die Routine schleichen sich gelegentlich Unstimmigkeiten in den Praxisalltag ein. Das Peer-Review-Verfahren stellt hier ein etabliertes Gegenmittel dar. In diesem kollegialen Erfahrungsaustausch können Schwächen in den Arbeitsprozessen aufgezeigt und niedrigschwellig ausgemerzt werden. Unter einem "Peer" versteht man dabei einen kollegialen Berater, der unabhängig und auf Augenhöhe berät. Aber wie funktioniert das nun genau?

Von Peer zu Peer


Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat unter dem Titel "Von Peer zu Peer: kollegialer Schulterblick in der Arztpraxis" ein informatives Video herausgebracht. Es zeigt den Ablauf eines Peer Reviews am Beispiel des Zusammentreffens zweier Hals-Nasen-Ohren-Ärzte. Kurz gesagt geht es darum, dass sich zwei Ärzte gegenseitig in ihren Praxen besuchen und dem Kollegen über die Schulter schauen. Idealerweise sind die Medizinischen Fachangestellten in diese Maßnahme einbezogen. Im Anschluss wird über das gesprochen, was den Teilnehmern aufgefallen ist. Man schaut im Peer-Review-Verfahren also nochmal mit anderen Augen auf die eigenen Abläufe und Aufgaben - beziehungsweise lässt hinsehen.

In der stationären Versorgung wird das Peer-Review-Verfahren schon seit Jahren als etabliertes Instrument der freiwilligen Qualitätsverbesserung eingesetzt und kann die bekannten Qualitätsmanagementsysteme ergänzen. Die schnelle Verbreitung des Peer-Review-Verfahrens und seine hohe Akzeptanz in der Ärzteschaft ist vor allem auf das unmittelbare Feedback vor Ort und den lösungsorientierten, niederschwelligen Ansatz zurückzuführen. Das Fazit von Dr. med. Rainer Jund aus Puchheim in dem rund sechsminütigen Film der KBV lautet: "Wenn Sie sich das lebenslange Lernen und Dazulernen auf die Fahnen geschrieben haben, dann rentiert es sich."

Weiterführende Informationen zum Peer-Review-Verfahren und den Film der KBV finden Sie unter:
- Kassenärztliche Bundesvereinigung:
http://www.kbv.de/html/10848.php
- Ärztekammer Niedersachsen: http://www.aekn.de/zq/veranstaltungen/peer-review/
- Bundesärztekammer:
http://www.aerztliches-peer-review.de/


Verfasser/in:
Lena Strodtmann, M.A.
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Die Ärztekammer Niedersachsen bietet seit zwei Jahren das Peer Review Patientensicherheit in der Arztpraxis an. Praxisteams haben in diesem Peer Review die Möglichkeit, sich über Kniffe auszutauschen, die den Praxisalltag erleichtern - zum Beispiel in den Bereichen Medikamente und Verordnungen oder Notfall- und Beschwerdemanagement. Voraussetzung ist die Teilnahme an einem eintägigen Seminar, das der Vertiefung des Themas Peer Review und dem gegenseitigen Kennenlernen dient. Gerne können sich auch Praxen, die sich bereits aus Qualitätszirkeln oder Ärztenetzen kennen, gemeinsam anmelden. Nächster Termin ist der 19. Juni 2019. Nähere Informationen finden Sie auf S. 67.


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