Logo Hannoversche Ärzte-Verlags-Union
Karl-Wiechert-Allee 18-22
30625 Hannover
info@haeverlag.de
nä 01/2019
aktualisiert am: 15.01.2019

 

  nach redaktionsschlu

Zweitmeinungsverfahren kurz vor dem Start - Vergütung geregelt


 


Patienten können sich vor bestimmten planbaren Operationen bald eine zweite ärztliche Meinung einholen. Nach Inkrafttre­ten der Verfahrensregeln steht nun auch die Höhe der Vergütung fest. Damit kann das vom Gesetzgeber vor drei Jahren angeschobene Zweitmeinungsverfahren in den nächsten Wochen star­ten. Ein Zweitmeinungsanspruch besteht vorerst bei einer Mandel­teilresektion (Tonsillotomie), bei einer vollständigen Ent­fernung der Gaumenmandeln (Tonsillektomie) sowie bei einer Gebärmut­terentfernung (Hysterektomie). Weitere Eingriffe sollen folgen.

Vergütung im EBM geregelt


Die KBV, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der GKV-Spitzenverband haben sich jetzt im ergänzten Bewertungsausschuss darauf verständigt, welche Leistungen Ärzte beim Zweitmeinungsverfahren abrechnen dürfen. Der Bewertungsausschuss hat zudem beschlossen, dass diese Leistungen vorerst extrabudgetär vergütet werden.

Ärzte müssen über Zweitmeinung informieren


Nach der Richtlinie des G-BA sind Ärzte verpflichtet, Patienten über ihren Rechtsanspruch auf eine Zweitmeinung zu informieren, wenn sie die Indikation für einen dieser planbaren Eingriffe stellen. Ferner soll der indikationsstellende Arzt den Patienten auf die Liste der Zweitmeiner hinweisen, die von den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) bereitgestellt wird, sowie auf weiterführende Informationen.

Neue GOP für indikationsstellenden Arzt


Für die Aufklärung und Beratung im Zusammenhang mit einem ärztlichen Zweitmeinungsverfahren wird zum 1. Januar die Gebührenordnungsposition (GOP) 01645 in den EBM-Abschnitt 1.6 aufgenommen. Sie kann vom indikationsstellenden Arzt einmal im Krankheitsfall (vier Quartale) abgerechnet werden und ist mit 75 Punkten (8,12 Euro) bewertet. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär - befristet bis Ende 2021. Die Leistung beinhaltet auch die Zusammenstellung aller erforderlichen Unterlagen für den Patienten.
Der Arzt, der die Zweitmeinung abgibt, rechnet für den Patienten seine jeweilige arztgruppenspezifische Versicherten, Grund- oder Konsiliarpauschale ab. Die Vergütung erfolgt ebenfalls befristet bis Ende 2021 extrabudgetär.

"Zweitmeiner" benötigen Genehmigung


Für die erforderliche Genehmigung der KV müssen Ärzte, die Zweitmeinungen abgeben wollen, bestimmte allgemeine fachliche Voraussetzungen nachweisen, die je nach Eingriff weiter ergänzt werden können. Die Details dazu gibt der G-BA in der Richtlinie zum Zweitmeinungsverfahren vor. Grundsätzlich kommen alle Ärzte und Einrichtungen, die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, als "Zweitmeiner" infrage.

Verfasser/in:

KBV




inhalt 01/ 19
service
anzeigenaufgabe
leserbrief
umfragen
archiv
 

Alle Inhalte © Hannoversche Ärzte-Verlags-Union 1998-2019. Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 15.01.2019.
Design by webmaster[at]haeverlag[punkt]de, Support. | Impressum & Datenschutzerklärung