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aktualisiert am: 15.01.2019

 

  Praxis & Versorgung

Neuerscheinungen


 


Persönlichkeit neu entwickelt


Berberich,Götz, Michael Zaudig, Cord Benecke, Henning Saß, Johannes Zimmermann (Hrsg.): Persönlichkeitsstörungen. Update zu Theorie und Praxis. Schattauer, Stuttgart 2018, 503 Seiten, 69,99 Euro

Die heutige Konzeption von Persönlichkeitsstörungen verlässt die alte Kontroverse um die mehr lebensgeschichtlich geprägten Neurosen einerseits und die mehr konstitutionell fundierten Psychopathien andererseits. Etwas vereinfacht formuliert kann eine Persönlichkeitsstörung dann diagnostiziert werden, wenn Persönlichkeitszüge unflexibel und wenig angepasst sind und in klinisch bedeutsamer Weise zu subjektivem Leiden oder zu Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen führen. Das hier vorliegende Fach- und Sachbuch namhafter Experten gibt in seinen fünf Teilen - Ideengeschichte und Konzepte von Persönlichkeitsstörungen, Diagnostik, Ätiologische Modelle von Persönlichkeitsstörungen, Therapie und Forensische Aspekte von Persönlichkeitsstörungen - und dreiunddreissig Kapiteln umfassend Aufschluss über die verschiedenen Persönlichkeitsstörungen aus unterschiedlichen Perspektiven in ihren kategorialen und dimensionalen Aspekten und Bezügen. Dabei ergibt sich die Frage, wie man den Patienten am ehesten gerecht wird: durch eine kategoriale Definition von Störungen, in die man Patienten einteilt, oder durch eine dimensionale Betrachtung, die den vielen unterschiedlichen Facetten, Nuancen und Schweregraden von Beschwerden und Problemen Rechnung tragen kann. Psychopathie bezeichnet heute einen Symptomkomplex, der von Gefühllosigkeit, manipulativem Geschick, einem devianten Lebenswandel und antisozialem Verhalten geprägt ist. Im Gegensatz zu Soziopathen, die sich vornehmlich durch impulsiv-antisoziales Verhalten auszeichnen, weisen Psychopathen Auffälligkeiten insbesondere im interpersonell-affektiven Bereich auf. Diese Unterscheidung spielt auch äthiologisch eine wichtige Rolle: Man geht davon aus, dass Psychopathie in hohem Maße genetisch mitbedingt ist, während Soziopathie vornehmlich durch eine ungünstige Sozialisierung zustande kommt. Das Werk verdeutlicht die spektrale Breite der Problematik und vermittelt wertvolle Einsichten und Erkenntnisse zu den aktuellen Konzepten, Modellen und therapeutischen Verfahren bei Persönlichkeitsstörungen, denen auch bei der Problembewältigung in der alltäglichen ärztlichen Praxis ein hoher Stellenwert zukommt.


Neue Patienteninformation zum Thema Blasenentzündung erschienen


Wissenswertes zur Entzündung der Blase vermittelt eine neue Patienteninformation. Auf zwei Seiten erfahren Patientinnen in verständlicher Form, wie eine Harnwegsentzündung entsteht und was dagegen getan werden kann. Die Publikation gibt einen überblick über Anzeichen und Ursachen einer Blasenentzündung. Zudem informiert sie über die Behandlung und auch darüber, für welche Therapien und Mittel bislang kein Nutzen belegt ist. Die Patientin erfährt außerdem, was sie selbst tun kann, um eine Harnwegsentzündung zu vermeiden.
Ärzte können das Informationsblatt kostenlos im Internet oder im Sicheren Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen unter portal.kv-safenet.de herunterladen und im persönlichen Gespräch mit der Patientin als Unterstützung nutzen.
Erstellt werden die Patienteninformationen vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) im Auftrag der KBV und der Bundesärztekammer. Insgesamt hat das ÄZQ bereits über 80 Kurzinformationen verfasst - auch zahlreiche zu seltenen Erkrankungen. Einige Infoblätter gibt es in mehreren Sprachen.
Download unter:
http://www.kbv.de/media/sp/Patienteninformation_Blasenentzuendung.pdf
Alle Patienteninformationen unter:
http://www.kbv.de/html/3001.php


Handreichung zum Idiotentest


W. Schubert, M. Huetten, C. Reimann, M. Graw, W. Schneider, E. Stephan: Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahrereignung. Kommentar. 456 Seiten, DIN A4, kartoniert. ISBN 978-3-7812-1843-7. Paketpreis für Druckwerk mit E-Book (Einzelplatzlizenz im KV-Reader) 171,85 Euro.

Die Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung (BGL), die von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) herausgegeben werden, sind ein wesentliches Dokument für die Begutachtung von Kraftfahrern, deren Fahreignung in Zweifel steht. Seit ihrer Erstveröffentlichung im Jahr 2000 sind sie erweitert und teilweise überarbeitet worden. Dies machte auch eine überarbeitung des BGL-Kommentars erforderlich. Er trägt nun dem Stand der BGL vom 24. Mai 2018 Rechnung. Neu aufgenommen wurden unter anderem eine Einführung in die Systematik der Fahreignungsbegutachtung, der neue Ansatz, bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen die tatsächliche Risikobewertung ins Zentrum der Fahreignungsbegutachtung zu rücken, Hinweise und Grundsätze, ob und inwieweit die Vorgaben der BGL bei bestimmten Kapiteln auf ältere Kraftfahrer anwendbar sind, die Betrachtung des Zusammenhangs von intensiven Verkehrsauffälligkeiten und Fahreignung, die Anwendbarkeit von Festlegungen der BGL für bestimmte Fälle auch im Kontext von anderen Verkehrsträgern (Luft, Wasser, Schiene). Darüber hinaus wurden bereits Hinweise zu fahreignungsrelevanten Krankheitsbildern erarbeitet, deren aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in der gültigen Fassung der BGL noch unzureichend abgebildet sind (etwa Epilepsie und psychische Störungen) oder die als eigenständiges Krankheitsbild in Anlage 4 zur Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) bzw. in den BGL bisher noch gar nicht berücksichtigt sind (ADHS und Persönlichkeitsstörungen). Besonderen Wert wurde auch auf ein umfassendes Verzeichnis an weiterführender Literatur gelegt.

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