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aktualisiert am: 15.01.2019

 

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Innovationsfonds fördert Gruppenpsychotherapie-Forschung

BARGRU-Studie: Welche Barrieren sehen Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen gegenüber der ambulanten Gruppenpsychotherapie?


 

In Deutschland sind etwa 8.500 PsychotherapeutInnen zur ambulanten Gruppenpsychotherapien im KV-System zugelassen. Derzeit bieten jedoch nur etwa 300 PsychotherapeutInnen Gruppenpsychotherapie (GrPT) nach den Psychotherapie-Richtlinien an. Das "Reservepotential", also die tatsächlich vorhandene, aber ungenutzte Expertise für ambulante Gruppenpsychotherapie ist evident.

Die BARGRU-Studie (Barrieren bei GruppenpsychotherapeutInnen gegenüber der ambulanten Gruppenpsychotherapie für die GKV) fragt, warum ambulante Gruppenpsychotherapie aktuell nur eine marginale Rolle spielt, obwohl bereits 2005 die Vergütung für diese Indikation angehoben und die Bürokratie vereinfacht wurde. Begründet wurde die bessere Vergütung mit komplexerem administrativen Aufwand für die Behandler. Dennoch nahm die Abrechnungshäufigkeit dieser Therapieform nicht zu. Sie stieg lediglich in gleicher Relation wie die Einzeltherapie - mit Ausnahme der häufigeren Kurzzeit-Gruppenpsychotherapie in der Verhaltenstherapie. Inzwischen wurden noch weitere administrative Verbesserungen eingeführt. Dennoch wird Gruppenpsychotherapie in vielen Landkreisen überhaupt nicht angeboten. Auch in großen Städten besteht eine eklatante Unterversorgung für alle sozialrechtlich zugelassenen Verfahren. Besonders gering ist das Angebot an Gruppenpsychotherapie für Kinder und Jugendliche.

Welche Motive bei der flächendeckenden Unterversorgung mit ambulanter GrPT eine relevante Rolle spielen, soll in der BARGRU-Studie u. a. mit Hilfe einer bundesweiten Fragebogen-Erhebung herausgearbeitet werden. Die Fragebögen werden über die jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigungen an alle ärztlichen, psychologischen und Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen, die über eine Berechtigung zur Abrechnung ambulanter GrPT-Leistungen verfügen, Anfang 2019 postalisch versandt werden. Angesichts der aktuellen Datenschutz-Diskussion haben wir diesen traditionellen Erhebungsweg per Post gewählt, um den KollegInnen die absolute Sicherheit einer anonymisierten Datenerhebung garantieren zu können. Den Fragebögen wird ein freigemachter Rückantwort-Umschlag beigefügt sein.

Ziel der Studie, die auch von der KBV unterstützt wird, ist die Er­arbeitung von Strategien für die Anbieter (Gruppenpsychothe­ra­peutInnen) und die Gesundheitspolitik (KVen sowie die Kostenträger), die eine Erhöhung realisierter Indikationen ambulan­ter GrPT in Deutschland ermöglichen könnte. Da es sich bei die­ser vom Innovationsfonds des gemeinsamen Bundesausschus­ses (G-BA) geförderten Studie um eine Chance handelt, einen Sektor der bundesweiten psychotherapeutischen Versorgung im Lichte des öffentlichen Interesses zu beforschen, rufen wir alle Anfang 2019 angeschriebenen PsychotherapeutInnen auf, sich an der Studie, die ihnen nur wenig Mühe abverlangt, möglichst zahlreich zu beteiligen! Je höher die Rücklauf-Quote der Fragebögen ist, umso mehr Gehör können sich die aus der Studie resultierenden Verbesserungsvorschläge verschaffen.


Verfasser/in:
Gereon Heuft
Münster


Heribert Knott
Stuttgart




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Für Rückfragen steht als Studienleiter zur Verfügung:
Univ.-Prof. Dr. Dr. med. Gereon Heuft
Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie
Universitätsklinikum Münster
Domagkstr. 22
D-48149 Münster
Tel.: 0251-83 52 902
Email: psychosomatik@ukmuenster.de


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