Logo Hannoversche Ärzte-Verlags-Union
Karl-Wiechert-Allee 18-22
30625 Hannover
info@haeverlag.de
nä 12/2018
aktualisiert am: 15.12.2018

 

  nach redaktionsschlu

Arbeiten im Verbund – Bereits über 70 anerkannte Praxisnetze


 

Etwa 6.000 Ärzte arbeiten bundesweit in mittlerweile über 70 anerkannten Praxisnetzen. Diese positive Bilanz zog die KBV auf ihrem Praxisnetzgipfel, der am 27. November in Berlin stattgefunden hat. Gleichzeitig warnte sie davor, dass Praxisnetze durch aktuelle politische Pläne in den Fokus unternehmerischer Strategien geraten könnten.

Die Förderung der Praxisnetze liegt uns sehr am Herzen, um auch selbstständigen Ärzten Möglichkeiten der Kooperation und des Austausches zu geben, sagte Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV, auf der Netzwerkveranstaltung. Praxisnetze seien Ausdruck von gelebter Regionalität und gerade auch für jüngere Mediziner attraktiv, die den Wunsch haben, im Team oder im Verbund zu arbeiten.

"Es ist ein Engagement mit der klaren Einstellung: Wir sind selbstständige Ärzte, wir möchten unsere Arbeitsbedingungen kooperativ und nach unseren Ideen gestalten - und zwar so, wie es hier bei uns erforderlich ist", lobte Hofmeister die Arbeit der Netze.

Rahmenvorgabe mit hohen Qualitätszielen


Vor fünf Jahren trat bundesweit die Rahmenvorgabe zur Anerkennung von Praxisnetzen in Kraft, die die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) regional ausgestalten. Diese gibt vor, welche Struktur- und Qualitätsanforderungen Praxisnetze erfüllen müssen, um finanziell gefördert zu werden.

Mit der Rahmenvorgabe seien "ziemlich hohe Qualitätsziele implementiert" worden, unterstrich Hofmeister. Bei einer weiteren finanziellen Förderung von Netzen sollten diese weiter geschärft werden. "Solche Qualitätsziele haben wir im übrigen bei den Medizinischen Versorgungszentren nicht."

MVZ: Monopolbildung durch Unternehmen verhindern


Durch das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) nimmt aktuell die Diskussion wieder Fahrt auf, wer ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) gründen darf und welche Voraussetzungen dafür gelten sollten.

Praxisnetze hätten demnach bei Bedarf die Möglichkeit, MVZ in unterversorgten Gebieten zu gründen. In seiner Rede auf dem Praxisnetzgipfel sagte Hofmeister, dass der Gedanke des Gesetzgebers, die ambulante Versorgung weiter zu flexibilisieren, nachvollziehbar sei. "Was gefährlich ist, sind regionale Versorgungsoligopole und versorgungsferne Renditeerwartungen", so Hofmeister. Antrieb seien dann nicht mehr Kooperationswille, Engagement, Selbständigkeit, sondern vielmehr eine branchenfremde oder zumindest versorgungsferne Investorenperspektive - und die hieße Umsatz und Rendite, kritisierte er.

Verfasser/in:
Redaktion





inhalt 12/ 18
service
anzeigenaufgabe
leserbrief
umfragen
archiv
 

Alle Inhalte © Hannoversche Ärzte-Verlags-Union 1998-2018. Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am: 15.12.2018.
Design by webmaster[at]haeverlag[punkt]de, Support. | Impressum & Datenschutzerklärung