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aktualisiert am: 15.12.2018

 

  Arzneimittel & Veror

Nachtrag: ATIS-Artikel „Chinin bei Wadenkrämpfen?“ im niedersächsischen ärzteblatt 9/


 


Zu dem Artikel "Chinin bei Wadenkrämpfen?" im Niedersächsischen Ärzteblatt September 2018 erreichte uns die Stellungnahme der Firma Klosterfrau Healthcare Group. Die Firma weist darauf hin, dass der Titel irreführend sei. Es suggeriere dem Leser, dass Chinin generell bei Wadenkrämpfen indiziert ist. Diese Aussage sei falsch, da das Chinin-Präparat Limptar® N nur zur Behandlung von starken nächtlichen Wadenkrämpfen zugelassen ist. Die Firma Klosterfrau Healthcare betont, dass Chinin bei indikationsgerechtem Einsatz ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis aufweist, was durch die Crampi-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie 2017 sowie den Pharmakovigilanz-Ausschuss (PRAC) der europäischen Arzneimittelbehörde EMA 2017/2018 bestätigt wurde. Die Aussage, Chinin sei generell zur Behandlung von Wadenkrämpfen ungeeignet, sei daher falsch. In dem Brief wird bemängelt, dass sich die Verfasser des ATIS-Artikel weder mit der Fachinformation noch aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Limptar® N auseinandergesetzt haben und alte Quellen sowie nicht mehr verfügbare Verlinkungen angeben.

Antwort von ATIS: Der Titel des ATIS-Artikels folgt der in der Anfrage angegebenen Indikation. Um den Trugschluss zu vermeiden, dass Chinin generell bei Wadenkrämpfen indiziert sei, wird im Folgenden das zugelassene Anwendungsgebiet von Limptar® N (Filmtabletten zu 200 mg Chininsulfat) gemäß der aktuellen Fachinformation (Stand der Information Dezember 2017) aufgeführt: "Therapie und Prophylaxe nächtlicher Wadenkrämpfe bei Erwachsenen, wenn diese sehr häufig oder besonders schmerzhaft sind und behandelbare Ursachen der Krämpfe ausgeschlossen wurden und nicht-pharmakologische Maßnahmen die Beschwerden nicht ausreichend lindern können."

Die S1-Leitlinie Crampi/Muskelkrampf der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und die europäische Arzneimittelbehörde EMA bestätigten 2017 ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis von Limptar® N bei zulassungsgerechtem Einsatz. Limptar® N darf indikationsgerecht unter Beachtung der Kontraindikationen und Warnhinweise verordnet werden. Die angegebenen Quellen sind die aktuelle Fachinformation zu Limptar® N, ein Artikel im arznei-telegramm® 2014 sowie die Website der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA. Die angegebene Internetadresse ist weiterhin gültig (letzter Zugriff 13.11.18), die Redaktion bedauert den nicht funktionierenden Hyperlink.

Verfasser/in:
PD Dr. med. Dirk O. Stichtenoth
Institut für Klinische Pharmakologie, Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover



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