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aktualisiert am: 15.12.2018

 

  Qualitätsmanagement

Planungsrelevante Qualitätsindikatoren

Niedersächsische Ergebnisse der Geburtshilfe im Bundesdurchschnitt


 

In Anlehnung an das Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) werden seit Anfang 2017 planungsrelevante Qualitätsindikatoren (PlanQI) herangezogen, um die individuelle Versorgungsqualität einzelner Fachbereiche bei der Krankenhausplanung miteinzubeziehen. Dadurch sollen Versorgungsmängel aufgedeckt und durch eine frühzeitige Intervention seitens der Planungsbehörde reduziert werden.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat, auf Empfehlungen des Instituts für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG), am 15. Dezember 2016 fünf PlanQI für den Bereich Geburtshilfe definiert. Darüber hinaus wurden PlanQI für die Bereiche gynäkologische Operationen und Mammachirurgie festgelegt. Im Bereich Geburtshilfe handelt es sich um die Indikatoren "Anwesenheit eines Pädiaters" (318), "antenale Kortikosteroidtherapie bei Frühgeburten mit einem präpartalen stationären Aufenthalt von mindestens zwei Kalendertagen" (330), "Entschluss-Entwicklungs-Zeit (E-E-Zeit) bei einem Notfallkaiserschnitt über 20 Minuten" (1058), "perioperative Antibiotikaprophylaxe bei Kaiserschnittentbindung" (50045) sowie den "Qualitätsindex zum kritischen Outcome bei Reifgeborenen" (51803).

Am 31. Oktober 2018 wurden die Ergebnisse des Ersterfassungsjahrs 2017 durch den G-BA veröffentlicht. Für den Qualitätsindex (51803) liegen keine Daten zur Berechnung auf Landesebene vor. Die niedersächsischen Kliniken liegen mit den Ergebnissen der Indikatoren 318, 330 und 50045 im Referenzbereich, jedoch knapp unter dem Bundesdurchschnitt. Bei dem Indikator 1058 handelt es sich um einen sogenannten Sentinel Event-Indikator. Jeder einzelne Fall wird als auffällig eingestuft, somit liegt der Referenzbereich bei 0. Der niedersächsische Indikator ist hier mit einem Fall (0,12 Prozent) um 0,02 Prozent niedriger als der Bundesdurchschnitt. Es wurden auch Daten der Krankenhäuser berücksichtigt, die unterjährig geschlossen oder zusammengelegt wurden.

Von den 73 beteiligten niedersächsischen Kliniken wurden 13 in mindestens einem geburtshilflichen Indikator als statistisch auffällig ausgewiesen. Diese auffälligen Ergebnisse werden, unter Berücksichtigung der Stellungnahme der betroffenen Klinik, fachlich bewertet. Ein Krankenhaus weist infolgedessen eine unzureichende Qualität im Indikator 1058 auf, zwei weitere Kliniken im Indikator 51803. Als zureichend wurde die Qualität in neun Krankenhäusern im Indikator 318 sowie in sieben Krankenhäusern im Indikator 330 befunden. In allen anderen Fällen war eine fachliche Bewertung nicht erforderlich. Entsprechende Konsequenzen aus den festgestellten Auffälligkeiten für die betroffenen Krankenhäuser sind derzeit noch nicht konkretisiert und werden zeitnah politisch thematisiert werden müssen.

Derzeit beschäftigen sich die Gremien der Ärztekammer Niedersachsen mit den Ergebnissen und der Validität der PlanQI. Diese sind als Instrument zur Qualitätsentwicklung und Krankenhausplanung kritisch zu hinterfragen und weisen eine sehr bedingte Aussagekraft auf.

Verfasser/in:
Marisa Meier
Qualitätssicherung, ZQ




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