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aktualisiert am: 15.10.2018

 

  Bezirksstellen

Im Team gegen die Prüfungsangst

ÄKN-Coaching für angehende Fachärzte beim „Tag der Weiterbildung“ in Braunschweig / Erstmals „Train-the-Trainer“-Seminar für Weiterbilder


 


Braunschweig. "Wie gehe ich in die Facharztprüfung hinein? Was erwartet mich dort?" Diese und andere Fragen zum Abschluss der langen Weiterbildungszeit stellen sich wohl alle angehenden Fachärzte. Mit einem vielfältigen Informationsprogramm wartete am 12. September die Bezirksstelle Braunschweig der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) für Ärzte und Ärztinnen in Weiterbildung auf. Für Weiterbilder hatte die Bezirksstelle außerdem erstmals ein "Train-the -Trainer"-Programm aufgelegt. Veranstaltungsort war das Bildungszentrum des Klinikums Braunschweig in der Naumburgstraße.

Der 4. Informationstag für Weiterbildung bot den rund 90 Teilnehmern nicht nur Vorträge aus der Prüfungspraxis und fachkundige Vier-Augen-Gespräche, sondern vor allem auch viel Zuspruch: "Wir möchten Ihnen helfen, die Prüfung zu bestehen und haben kein Interesse daran, Sie durchfallen zu lassen", betonte Marion Charlotte Renneberg, ÄKN-Vizepräsidentin und Vorsitzende der ÄKN-Bezirksstelle Braunschweig. Im parallel stattfindenden Train-the-Trainer -Seminar wurden Weiterbilder über rechtliche Grundlagen sowie spezielle Rahmenbedingungen ihrer Tätigkeit informiert.

Im Plenum berichtete gleichzeitig aus der Sicht eines Prüfers Prof. Dr. Peter Hammerer, Facharzt für Urologie im Städtischen Klinikum Braunschweig. "Ich will Ihnen die Angst nehmen", sagte der Prüfungsarzt und versprach seinen Zuhörern, sie dafür etwas mit den Interna der Facharztprüfung vertraut zu machen. Gerne würden beispielsweise medizinische Fallbeispiele herangezogen, erklärte Hammerer. Die Durchfallraten bei den Facharztprüfungen lägen in der Regel bei ein bis fünf Prozent, bei manchen Fächern auch bei bis zu 20 Prozent. "Die Wiederholungsmöglichkeiten sind aber unbegrenzt", beruhigte der Prüfungsarzt die künftigen Prüflinge im Saal. Hammerer gab ihnen den Tipp, die Prüfungssituation vorab schon einmal durchzuspielen: "Bitten Sie Ihren Oberarzt, eine Testprüfung mit Ihnen zu machen."

Den Fokus auf die Vorbereitung legte besonders der ehemalige Prüfling Sebastian Brendel, jetzt Facharzt für Allgemeinmedizin in Hildesheim. Als Rüstzeug für die Prüfung müsse vor allem das Logbuch sehr ausführlich geführt werden, betonte Brendel. Dazu gehöre auch, Weiterbildungsgespräche zeitnah zu dokumentieren und Zeugnisse auf Korrektheit und den Originalzustand zu überprüfen. "Wenn man eine Abteilung verlässt, sollte man alle Unterlagen zusammenhaben", sagte der Facharzt für Allgemeinmedizin. In der Lernphase solle ein Drei-Monats-Plan durchzogen werden, analog zu den Lernmethoden vom Studium. 100 Prozent Perfektion seien allerdings nicht nötig. Die Prüfung hänge letztlich nicht davon ab. "Wenn man überzeugend auftritt, ist sie schnell zu Ende," sprach Brendel den Anwesenden Mut zu.

Vom Klinikum Braunschweig warben zwei Referenten für die angebotene Weiterbildung in ihrem Haus. Das Klinikum unterstütze das Förderprogramm Verbundweiterbildung Allgemeinmedizin, mit dem der stationäre mit dem ambulanten Bereich verknüpft werde, erklärte der Ärztliche Direktor, Dr. Thomas Bartkiewicz: "Wir vergrößern dieses Netzwerk, damit die Ausbildung für Sie zukunftsweisend gestaltet wird." Inzwischen könnten angehende Allgemeinmediziner nach einem Rotationsplan in 38 Kliniken, Abteilungen und Instituten sowie zwei größeren Notfallzentren weitergebildet werden, die ambulanten Weiterbildungspraxen würden vermittelt. "Die Bezirksstelle Braunschweig hat die meisten Verbundweiterbildungsverträge in ganz Niedersachsen", ergänzte ÄKN-Bezirksvorsitzende Renneberg. Oberarzt Daniel Frenk vom Klinikum Braunschweig berichtete von einem speziellen Modulprogramm in der Facharztausbildung für Innere Medizin, bei dem ebenfalls ein Rotationsprinzip zum Tragen kommt. "So können wir trotz hochspezialisierter Medizin eine allgemeine internistische Ausbildung leisten."

Für Verbundsysteme auch in anderen Facharztbereichen sprach sich Dr. Oliver Marschal aus, Vorsitzender der KVN-Kreisstelle Braunschweig: "Wir sollten uns mehr und mehr miteinander verweben und Sektorengrenzen aufbrechen." Marschal warb darum, sich als Facharzt niederzulassen. "Wir möchten aus Ihrem Kreis diejenigen rekrutieren, die unsere Praxen führen", sagte der KVN-Vertreter.

In Vier-Augen-Gesprächen konnten während des Nachmittags angehende Fachärzte- und ärztinnen das Team des Sachgebiets Weiterbildung der Ärztekammer Niedersachsen konsultieren, das eigens aus Hannover angereist war. Fast 30 angehende Fachärzte und -ärztinnen nutzten die Chance, ihre speziellen persönlichen Probleme zu besprechen. Im Plenum gab es außerdem eine Frage-Antwort-Runde, bei der Simone Eichstädt vom ÄKN-Weiterbildungsteam zur Verfügung stand. Anrechenbarkeit von Fehlzeiten, Teilzeitarbeit, Fachrichtungswechsel - der Wissensbedarf war enorm. "Im Zweifelsfall immer bei der Ärztekammer anfragen", gab Eichstädt den künftigen Prüflingen mit.

Verfasser/in:
Christine Koch





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