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nä 09/2018
aktualisiert am: 17.09.2018

 

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Mehr Gesundheit für Teenager

Das Innovationsprojekt AOKTrio unterstützt die nahtlose medizinische Versorgung von jugendlichen und heranwachsenden Versicherten der AOK Niedersachsen, die unter bestimmten chronischen Erkrankungen leiden


 


Zum 1. Oktober 2018 startet in Niedersachsen ein Projekt für chronisch erkrankte Jugendliche. Zielsetzung der neuen Versorgungsform ist die Verbesserung der Behandlungskontinuität während der Transitionsphase sowie ein geleiteter übergang in die Erwachsenenmedizin zur Verhinderung stationärer (Notfall-) Aufnahmen. Zugleich wollen die AOKN und die KVN als Vertragspartner die Gesundheitskompetenz der Jugendlichen und das Patientenempowerment stärken.

Fast 40 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind chronisch gesundheitlich eingeschränkt. Werden sie zu alt für den Kinder- und Jugendarzt, fallen sie häufig aus der strukturierten medizinischen Versorgung heraus. Die Folgen können Therapieabbrüche sein, da beispielsweise notwendige Medikamente nicht mehr verschrieben oder eingenommen werden.

Hier setzt das Projekt AOKTrio an. Es unterstützt die nahtlose Versorgung von jugendlichen und heranwachsenden Versicherten der AOK Niedersachsen im Alter von 14 bis 21 Jahren, die unter
- AD(H)S
- Asthma
- Autismus
- Chronische Darmerkrankungen -CED-
- Diabetes mellitus Typ 1
- Epilepsie
oder
- Rheumatischen Erkrankungen
leiden. Ziel ist es, dass die Betroffenen Kontrolluntersuchungen wahrnehmen, in ihrer Therapietreue gestärkt werden, ihre Gesundheitskompetenz steigern und sie seltener stationär als Notfälle behandelt werden müssen.

Um dies zu erreichen, durchlaufen die Jugendlichen im ersten Schritt eine Online-Schulung. Sie soll die Jugendlichen in ihrer Gesundheits- und Transitionskompetenz stärken und sie zur übernahme einer aktiven Patientenrolle anregen. Anschließend erfolgt eine strukturierte überleitung in die Erwachsenenmedizin mit Unterstützung der teilnehmenden niedersächsischen Ärzte.

Auf ärztlicher Seite sind Hausärzte, Pädiater und Fachärzte, die eine der genannten Erkrankungen behandeln, teilnahmeberechtigt. Die Ärzte werden im Umgang mit chronisch erkrankten Jugendlichen qualifiziert; die Kommunikation zwischen Jugendlichen und Ärzten zum Thema "Erwachsenwerden" soll verbessert werden. Dazu erhalten sie u. a. eine Checkliste, die den Jugendlichen von ihrem Pädiater oder pädiatrischen Facharzt zum Ausfüllen mitgegeben wird. Die Checkliste dient als Instrument, um sowohl dem Jugendlichen als auch dem Arzt die Möglichkeit zu geben, Themen auszuwählen und darüber ins Gespräch zu kommen. Das Programm will Brüche in der Behandlungskontinuität vermeiden, Wissenslücken aufdecken, den Jugendlichen Wissen über ihre Erkrankung, deren Behandlung und erkrankungsspezifische Besonderheiten vermitteln und so die medizinische Versorgung optimieren.

Der Erfolg von AOKTrio wird wissenschaftlich anhand von Befragungen und Routinedaten evaluiert und an der Behandlungskontinuität - der Anzahl der fortlaufenden Arztkontakte - gemessen. Darüber hinaus werden weitere wichtige Anhaltspunkte wie z.B. die Anzahl stationärer Notfallaufnahmen für den Erfolg des Projektes erhoben. Das Projekt wird für drei Jahre und neun Monate mit insgesamt ca 2,3 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall trägt AOKTrio dazu bei, dass chronisch erkrankte Jugendliche und Heranwachsende sowohl kurzfristig als auch ihr Leben lang gesünder sind. Sie erreichen eine höhere gesundheitsbezogene Lebensqualität und übernehmen Verantwortung für ihre Gesundheit. Riskante und teure Behandlungsabbrüche können so vermieden werden.

Verfasser/in:

KVN



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