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nä 09/2018
aktualisiert am: 17.09.2018

 

  Antibiotikaresistenz

Antibiotikaresistenz in Niedersachsen:

Aktuelle Daten aus ARMIN (Antibiotika-Resistenz-Monitoring in Niedersachsen) veröffentlicht


 



Abb. 1


Abb. 2


 

Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) hat die Daten des Antibiotika-Resistenz-Monitorings in Niedersachsen (ARMIN) aktualisiert. Ab sofort stehen die Daten der Jahre 2006 bis 2017 auf der Homepage http://www.armin.nlga.niedersachsen.de zur Verfügung. Die nebenstehenden Grafiken geben einen überblick über den Anteil der Erreger, die im Jahr 2017 resistent gegen die jeweiligen Antibiotika getestet wurden. Die Ergebnisse werden für Probeneinsendungen aus dem stationären und aus dem niedergelassenen Bereich getrennt dargestellt.

über mehrere Jahre hinweg lassen sich markante Trends erkennen. Der Anteil der gegen Oxacillin resistent getesteten Staphylococcus (S.) aureus, also der MRSA-Anteil, erreichte im stationären Bereich mit 24,9 Prozent im Jahr 2009 einen Höchststand und ist seitdem kontinuierlich rückläufig. Im Jahr 2017 waren noch 14,4 Prozent der 18.300 im stationären Versorgungsbereich getesteten S. aureus-Isolate resistent gegenüber Oxacillin. Im ambulanten Versorgungsbereich zeigt sich dagegen zwischen 2006 und 2017 nur eine geringfügige Veränderung. Hier betrug der MRSA-Anteil zuletzt 10,9 Prozent (21.600 getestete Isolate). Der starke Anstieg der Escherichia (E.) coli mit einer Resistenz gegenüber Dritt-Generations-Cephalosporinen, zwischen 2006 und 2015 verzeichnet, setzt sich derzeit nicht weiter fort. Der Anteil der 42.200 aus dem stationären Versorgungsbereich gegen Cefotaxim resistenten E. coli-Isolate betrug 2017 13,2 Prozent. Im ambulanten Versorgungsbereich waren 6,5 Prozent der 65.500 Isolate resistent gegenüber dieser Substanz.

Im Fokus steht seit einigen Jahren die Resistenzentwicklung von gramnegativen Bakterien gegenüber Substanzen der Antibiotikaklasse der Carbapeneme. E. coli-Isolate mit einer Resistenz gegenüber Meropenem, traten in Niedersachsen gemessen an den ARMIN-Daten nur vereinzelt auf. Etwas häufiger konnten in den ARMIN-Daten Klebsiella (K.) pneumoniae-Isolate mit einer Carbapenemresistenz identifiziert werden. Im Jahr 2017 waren 0,1 Prozent aller K. pneumoniae-Isolate des stationären Bereiches (6.943 getestete Isolate) resistent gegenüber Meropenem. Von den 892 gegen Meropenem getesteten Acinetobacter baumannii-Isolaten aus dem stationären Bereich wiesen 3,3 Prozent eine Resistenz dagegen auf. Ein klarer Trend hinsichtlich der Carbapenemresistenz lässt sich in den ARMIN-Daten nicht erkennen. Auch zahlreiche andere Erreger-Antibiotikum-Kombinationen zeigen nur geringe Veränderungen zum Vorjahr.
An ARMIN beteiligen sich 14 Labore aus Niedersachsen und den angrenzenden Bundesländern. Die Labore übermitteln dem NLGA anonymisierte Einzelfalldaten der mikrobiologischen Resistenztestung für die 14 häufigsten bakteriellen Infektionserreger.

Die ARMIN-Daten sind auch in den "Antibiotikaratgeber für die rationale orale Antibiotikatherapie für Erwachsene im niedergelassenen Bereich" eingeflossen, den das NLGA in Zusammenarbeit mit zahlreichen Experten aus der klinischen Praxis im April 2018 in der zweiten Auflage veröffentlicht hat. Der Ratgeber wendet sich an niedergelassene Ärzte und behandelt daher explizit die Diagnostik und orale Therapie leichter bis mittelschwerer Infektionen, die häufig im niedergelassenen Bereich auftreten. Die Zusammenstellung ist für den täglichen Gebrauch gedacht und beinhaltet Infektionen der oberen und unteren Atemwege, Harnwegs- und Weichgewebeinfektionen, bakterielle Durchfallerkrankungen, Borreliose und MRSA. Alle Empfehlungen beruhen auf aktuellen Literaturangaben, den Empfehlungen der jeweiligen medizinischen Fachgesellschaften, den verfügbaren nationalen Leitlinien sowie den vorhandenen lokalen Resistenzdaten. Der Ratgeber kann gegen eine Schutzgebühr von 10 Euro pro Stück (inklusive Versand) über die Internetseite des NLGA ( http://www.nlga.niedersachsen.de ) bestellt werden. Mit dem Erwerb der gedruckten Broschüre ist bei der zweiten Auflage jetzt auch der Zugang zu einer digitalen Version im pdf-Format verbunden.


Verfasser/in:
Dr. med. Dagmar Ziehm, MPH
Nieders. Landesgesundheitsamt
Roesebeckstr. 4 bis 6, 30449 Hannover
dagmar.ziehm@nlga.niedersachsen.de
Dr. phil. Martina Scharlach, MPH
Nieders. Landesgesundheitsamt
Roesebeckstr. 4 bis 6, 30449 Hannover



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