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aktualisiert am: 15.08.2018

 

  Qualitätsmanagement

Der Qualität verpflichtet …

… hat man sich in der Geburtshilfe und Neonatologie schon lange bevor die Qualitätssicherung nach SGB V gesetzlich verpflichtend wurde.


 



Abb. 1


 
Seit mehr als 30 Jahren vergleichen Geburtsmediziner und Neonatologen ihre Ergebnisse auf der Basis von Qualitätsindikatoren. Seit 2001 ist die externe stationäre Qualitätssicherung in der Geburtshilfe nun keine "Kür" mehr, sondern "Plicht". Im Leistungsbereich Geburtshilfe werden alle Krankenhausgeburten in der Bundesrepublik erfasst. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) legt Mindeststandards für die Qualität der Versorgung fest.

Qualitätssicherung Geburtshilfe - Statistik 2017

In Niedersachsen haben im Jahr 2017 73 Frauenkliniken an der geburtshilflichen Versorgung teilgenommen und Daten zu 67.792 Geburten im Rahmen der Qualitätssicherung Geburtshilfe übermittelt. Darunter waren 2.432 (3,5 Prozent) Zwillinge, 71 (0,1 Prozent) Drillinge und höhergradige Mehrlinge. 34,9 Prozent aller Geburten fanden in Kliniken der Maximalversorgung (Level 1 Zentren) und 40,8 Prozent in Frauenkliniken ohne angeschlossene Kinderklinik statt (grün). Ein Viertel aller Geburten erfolgte in Kliniken mit dem Versorgungslevel 2 oder Schwerpunkt (grau, magenta).

42,4 Prozent der Schwangeren waren jünger als 30 Jahre und 22,6 Prozent älter als 35 Jahre. Jede vierte Schwangere hatte einen BMI über 25, aber noch unter 30 und etwa jede fünfte Schwangere war mit einem BMI >= 30 nach WHO Kriterien adipös (Grad I). 32,6 Prozent aller Kinder kamen mit einem Kaiserschnitt zur Welt; Hauptgründe waren: ein vorangegangener Kaiserschnitt oder eine Uterusoperation (30,1 Prozent), ein pathologisches CTG oder schlechte kindliche Herztöne (19 Prozent) und eine Beckenendlage (11,9 Prozent). 10,3 Prozent aller Kinder wurden aus der Geburtshilfe zur weiteren Behandlung in eine Kinderklinik verlegt.

In die Neonatalstatistik 2017 gingen 9.449 Behandlungsfälle aus den niedersächsischen Kinderkliniken ein. In der Statistik kann ein Kind mehrfach gezählt werden, wenn es zum Beispiel in mehreren neonatologischen Kliniken behandelt wurde. 924 (9,8 Prozent) Fälle hatten ein Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm und/oder ein Reifealter unter 32 Schwangerschaftswochen und gehörten damit zum Hochrisikokollektiv. In 28,4 Prozent aller Fälle war eine maschinelle Beatmung von mehr als 30 Minuten erforderlich, wobei diese in einem Fünftel der Fälle noch am gleichen Tag wieder beendet werden konnte. Schwere Komplikationen, wie ein Pneumothorax (n=103, 1,1 Prozent) oder eine Bronchopulmonale Dysplasie (BPD) (n=47, 0,5 Prozent) traten nur selten auf. Bei 31,5 Prozent der Fälle wurde eine Antibiotikatherapie durchgeführt.

Verfasser/in:
Dipl.-Dok. Silvia Berlage
Zentrum für Qualität und Management im Gesundheitswesen, Einrichtung der Ärztekammer Niedersachsen
Berliner Alle 20, 30175 Hannover
silvia.berlage@zq-aekn.de


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