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nä 06/2018
aktualisiert am: 15.06.2018

 

  Fortbildung

Laufend neue Probleme

Fehlbelastung, Übertraining: Auch immer mehr junge Läufer haben Knorpelschäden


 


No risk no fun: Mit dieser Schlussbemerkung endete der Vortrag von Dr. Marcus Beuchel zu überlastungsschäden beim Laufsport. Fast ein Dutzend mehr oder minder schwere laufbedingte Malaisen stellte der Oberarzt der Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie im Pius Hospital Oldenburg beim Ärzteforum Weser-Ems in seinem Vortrag vor.

Falsches Training könne von Hüftproblemen über "Runner´s knee" und "Jumper´s knee" bis zu "Jogger´s foot" und Rückfußproblemen führen, berichtete Beuchel, der sich selbst als Radsportler outete. Die Ursachen der überlastungsschäden seien vielfältig und bei jedem Laufschaden anders: Fehlbelastungen oder übertraining, schwache Stütz- oder einseitig verkürzte Beinmuskulatur, muskuläre Dysbalancen, Beinlängendifferenz oder geringe Fußgewölbehöhe, falsches Schuhwerk oder falscher Laufstil. Sogar ein anatomisches Relikt aus der Embryonalentwicklung könne Probleme beim Laufen verursachen, erklärte der Orthopäde und Unfallchirurg: "Das Plicasyndrom entsteht durch eine gereizte und verdickte Restmembran an der Innenseite des Knies."

Während beim "Jumper´s knee", einem Patellaspitzensyndrom, vor einer Arthroskopie noch eine Reihe konservativer Therapien möglich seien, komme der Patient beim Plicasyndrom um eine Operation zumeist nicht herum. Die hypertrophierte Plica müsse resektiert werden, da sie sonst an der Condyle schleife und Knorpelschäden verursachen könne, sagte Beuchel.

Trainingsbedingte schwere Hüft-, Knie- und Sprunggelenksprobleme seien nicht mehr älteren Sportlern vorbeihalten: "Wir sehen immer mehr jüngere Leute mit Knorpelschäden." Als operative Zweit-Therapie bei Knorpelschäden sprach sich der Chirurg für die minimalinvasive Autologe Chondrozyten-Transplantation (3D-ACT) aus: "Die körpereigene Knorpelmatrix wird per Injectverfahren arthroskopisch transplantiert." Nach einem Jahr könne wieder mit dem Sport begonnen werden.


Verfasser/in:
Christine Koch





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