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nä 06/2018
aktualisiert am: 15.06.2018

 

  Editorial

Psychische Gesundheit mit beachten!


 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

wir blicken zurück auf einen erfolgreichen 121. Deutschen Ärztetag in Erfurt mit guten und konstruktiven Diskussionen und wichtigen und zukunftsweisenden Ergebnissen. Unsere niedersächsische Delegation hat den Ärztetag überaus engagiert mitgestaltet, viele Anträge erfolgreich eingebracht und zahlreiche Beschlüsse maßgeblich mitbestimmt. In diesem Jahr stand auf dem Deutschen Ärztetag das Thema Psychische Erkrankungen und deren Versorgung aus ärztlicher Sicht im Mittelpunkt. Es sollte ein Zeichen dafür gesetzt werden, dass die psychische Gesundheit mindestens dieselbe Aufmerksamkeit wie die physische Gesundheit verdient.

Wir müssen die Bedürfnisse von Menschen mit psychischen Störungen stärker in den Blick nehmen, denn sie werden immer mehr zu einer Herausforderung für die Gesundheitsversorgung. Psychische und psychosomatische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, somatoforme Störungen, Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit zählen zu den häufigsten, aber hinsichtlich ihrer individuellen und gesellschaftlichen Bedeutung zumeist unterschätzten Erkrankungen. Dabei verursachen diese Erkrankungen immenses menschliches Leid für die Betroffenen und deren Angehörige und auch erhebliche volkwirtschaftliche Kosten.

Einen besonderen Stellenwert nimmt bei der Behandlung psychischer und psychosomatischer Erkrankungen die ärztliche Psychotherapie ein. Die Kompetenz der spezifisch ärztlichen Form der Behandlung psychisch Kranker liegt vor allem darin, ein individuelles, somatische wie psychische Aspekte integrierendes Gesamtkonzept für den einzelnen Patienten anbieten zu können. Das ist auch deshalb wichtig, weil psychische Erkrankungen fast immer mit behandlungsbedürftigen somatischen Erkrankungen einhergehen und sich beide wechselseitig sogar noch verstärken können.

Der Deutsche Ärztetag warnt daher zu Recht davor, das bestehende Versorgungsmodell mit ärztlichen und nichtärztlichen Angeboten im Rahmen der Novellierung des Psychotherapeutengesetzes aufzuspalten. Vielmehr sollte die Vernetzung der bestehenden Versorgungsangebote weiter verbessert, die sprechende Medizin gefördert und bürokratische Hürden abgebaut werden.

Lesen Sie zu diesen und weiteren spannenden Themen vom diesjährigen Ärztetag auch den Bericht auf den Seiten 8 bis 15.


Mit kollegialen Grüßen

Marion Charlotte Renneberg
Vizepräsidentin der Ärztekammer Niedersachsen

Verfasser/in:
Marion Charlotte Renneberg
Allgemeinärztin
Eichstraße 5, 31241 Ilsede



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