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aktualisiert am: 16.04.2018

 

  Praxis & Versorgung

Neuerscheinungen


 


Wie munter ist die Jugend?


In einer bundesweit einmaligen Studie hat das Robert-Koch-Institut neue Daten zu Gesundheit und Gesundheitsverhalten von Heranwachsenden veröffentlicht. Die Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, "KiGGS", ist 2014 bis 2017 durchgeführt worden. Sie gibt auch Antworten aus der Untersuchung und Befragung von Teilnehmenden, die bereits an der ersten, 2006 beendeten Studie teilgenommen haben. Solche Längsschnittdaten ermöglichen es, die Ursachen von Erkrankungen, Risiko- und Schutzfaktoren zu untersuchen. Neue Daten beleuchten die Trends seit der ersten Studie. Die KiGGS-Daten zeigen zum Beispiel, dass mehr als die Hälfte der zwei- bis sechsjährigen Kinder mit übergewicht oder Adipositas auch als Jugendliche übergewichtig beziehungsweise adipös sind und daher eine frühe Vorbeugung notwendig ist. Neben solchen Verlaufsdaten präsentiert die Studie auch Daten und Trends zur allgemeinen Gesundheit, zu übergewicht und Adipositas, körperlicher Aktivität, Konsum zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke, Heuschnupfen und Asthma, Rauchverhalten sowie Rauchen in der Schwangerschaft.
KiGGS ist die einzige umfassende Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Sie fußt auf der Befragung von 10.853 Teilnehmenden aus der ersten Studie und einer neuen Stichprobe 0- bis 17-Jähriger (15.023).

Weitere Informationen finden sich im Journal of Health Monitoring 1/2018 unter http://www.rki.de/johm und in einer Kurzbroschüre mit ausgewählten Ergebnissen, die als Printversion unter gbe@rki.de bestellt werden kann.


Gewichtiges Thema Adipositas

Bischoff, Stephan C. (Hrsg.): Adipositas. Neue Forschungserkenntnisse und klinische Praxis. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2018, 379 Seiten, 59,95 Euro

Adipositas hat sich von den 1970er Jahren bis heute zur bedeutsamsten Gesundheitsgefährdung weltweit entwickelt. Zu den adipositasassoziierten Folgeerkrankungen zählen Diabetes und Herzinfarkt, Gelenkverschleiß und Atemnot sowie Depression und kognitive Störungen. In Deutschland sind etwa 16 Millionen Menschen adipös, das sind 20 Prozent der Gesamtbevölkerung. Davon zeigen mindestens zehn Millionen ein erhöhtes Risiko für metabolische und kardiovaskuläre Erkrankungen. In dem Werk äußern sich ausgewiesene Fachleute in zwei Teilen zu neuen Forschungserkenntnissen und Klinischer Praxis bei Diagnostik, Therapie und Prävention der Adipositas. Nach Definiton und Klassifikation, Epidemiologie und Risikogruppen, Ursachen frühkindlicher Prägung, endogener Mechanismen und Pathophysiologie im ersten Teil geht es im zweiten Teil um Klinische Präsentation, Diagnostik und Differentialdiagnostik, Konservative Therapie, Adipositaschirurgie, weight loss maintenance und Prävention. Umfangreiche Literaturanhänge erlauben die Vertiefung einzelner Fragestellungen.Ein abschließendes Kapitel wirft die Fragestellungen für die Zukunft auf. Zentral ist mittlerweile die Unterscheidung zwischen Therapie im Sinne von Gewichtsreduktion und Therapie zur langfristigen Gewichtsstabilisierung nach erfolgreicher Gewichtsreduktion. Beide Therapiephasen erfordern unterschiedliche Ernährungskonzepte - zur langfristigen Gewichtsstabilisierung gehören z.B. auch eine Bewegungstherapie, die v.a. die Alltagsbewegung berücksichtigt, ein lebenslanges Verhaltenstraining, die Zielsetzung Nikotinabstinenz, eine Kontrolle des Alkoholkonsums und ausreichend Schlaf, ggf. auch eine Änderung des sozialen Umfeldes. Ein umfassendes Fachbuch, das neue Entwicklungen der Adipositasforschung kompakt und verständlich darstellt und wertvolle Hilfestellung bei der Bewältigung der allfälligen Problematik in der ärztlichen Praxis bietet.


Praxisinformation zum Medikationsplan aktualisiert


Der bundeseinheitliche Medikationsplan ist weiterentwickelt worden. Was neu ist, fasst eine aktualisierte Praxisinformation der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zusammen. Sie beschreibt unter anderem Inhalt und Gestaltung des Medikationsplanes sowie dessen Erstellung und Aktualisierung. Neuerungen gibt es bei den Angaben zu Wirkstärke und Wirkstoff. Zudem erfahren Ärzte Details zur Vergütung, die pauschal als Einzelleistung und über Zuschläge extrabudgetär erfolgt. Zudem werden die Komponenten aufgeführt, die Praxen benötigen, wenn sie Medikationspläne elektronisch erstellen und aktualisieren wollen. Seit Oktober 2016 haben Patienten Anspruch auf einen Medikationsplan, wenn sie mindestens drei verordnete, systemisch wirkende Arzneimittel gleichzeitig einnehmen oder anwenden. Zudem muss die Anwendung dauerhaft - über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen - geplant sein.


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