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nä 02/2018
aktualisiert am: 15.02.2018

 

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Sturz-Prophylaxe birgt ökonomisches Potential

Der Vorstand vor Ort: KVN-Chef Mark Barjenbruch informierte sich in Osnabrücker HNO-Praxis über Diagnose von Schwindelbeschwerden


 


Zunehmend fächert sich die medizinische Versorgung in die spezialisierte Behandlung einzelner Krankheitsbilder auf. Speziell Schwindel und Gangunsicherheit älterer Menschen standen im Fokus, als KVN-Vorstandschef Mark Barjenbruch die HNO-Praxis von Dr. Claus Oostvogel in Osnabrück besuchte. Bei ungefähr einem Drittel der über 70-jährigen Menschen schränkt Schwindel die alltäglichen Aktivitäten ein. Häufige Ursachen sind Defizite wie Vestibulopathie, Polyneuropathie, Lagerungsschwindel und Visusstörungen. Auch sedierende und blutdrucksenkende Medikamente, ein Verlust der Muskelmasse oder Angst vor Stürzen spielen eine Rolle. "Durch die Erfassung der Sturzwahrscheinlichkeit bei Risikopatienten und die Einleitung geeigneter Präventionsmaßnahmen lässt sich das Auftreten von Stürzen hoch signifikant vermindern", zeigte sich Dr. Oostvogel überzeugt. Mit Hilfe des Posturographie-Systems könne man herausfinden, welches der an der Gleichgewichtsregulation beteiligten Systeme gestört ist. Zudem könne man den Grad der Störung erfassen und das Sturzrisiko quantitativ bestimmen, um dann eine gezielte Auswahl der Behandlungs- und Rehabilitationsmaßnahmen zu treffen. über wiederholte Messungen lasse sich die Wirksamkeit der Behandlung kontrollieren.

Der KVN-Chef zeigte sich beeindruckt von der breiten Palette von Untersuchungsmethoden, die Dr. Oostvogel über die normalerweise in einer HNO-Praxis anzutreffenden Möglichkeiten hinaus in seiner Praxis vorhält. Dazu zählen die Elektro- und Video-Nystagmographie, die Drehstuhluntersuchung, die Messung des vestibulo-okulären Reflexes, die Bestimmung der subjektiven visuellen Vertikalen und die Ableitung der cervicalen und okulären vestibulär evozierten myogenen Potentiale. In der konsequenten Anwendung solcher diagnostischer Verfahren sieht Barjenbruch erhebliche Einsparpotentiale: "In Europa sollen die direkten Sturzfolgen für mehr als ein Prozent der Kosten im Gesundheitssystem verantwortlich sein. Eine konsequente Ausweitung der Prävention auf dieses Gebiet könnte aber nicht nur Kosten, sondern den Betroffenen auch viel Leid ersparen."

Verfasser/in:

KVN




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