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aktualisiert am: 15.02.2018

 

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Bedürfnisse von Schwerkranken im Fokus

Jahresendtagung des Berufsverbandes der niedergelassenen Kardiologen (BNK) in Hannover befasste sich mit Versorgung von Herzinsuffizienzpatienten


 


Die für Kardiologen problematischste Patientengruppe, die Herzinsuffizenzpatienten, hat der Berufsverband der niedergelassenen Kardiologen auf seiner Jahresendtagung am 1. Dezember 2017 in den Mittelpunkt der Veranstaltung gestellt. Denn im Rahmen einer allgemeinen Budgetierung, von DRGs und Behandlungspauschalen kommen Patientengruppen mit hohen Kontaktzahlen häufig zu kurz. Bei den Herzinsuffizienzpatienten, so die Einschätzung von Kardiologen, handelt sich um eine gefährdete Gruppe, die in ihrer Morbidität und Mortalität mit Karzinompatienten zu vergleichen ist.

Wie kann man den Bedürfnissen dieser Gruppe besser gerecht werden? Dies wollte der BNK in einer Podiumsrunde diskutieren. Eingeladen waren waren der Ordinarius der medizinischen Hochschule in Hannover, Professor Dr. Johann Bauersachs, der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen Mark Barjenbruch, der Leiter der BNK Service GmbH in München Dr. Franz Goss und der Verantwortliche für Versorgungsverträge der AOK Niedersachsen, Frank Preugschat.

Einig war man sich in der Notwendigkeit eines fach- und gruppenübergreifenden Konzepts mit ständigen Anlaufstellen für die schwer erkrankten Patienten. In diesem Zusammenhang machten die niedergelassenen Kardiologen auf ihr Konzept der Brustschmerz-Ambulanz aufmerksam, das jeder Zeit auch in eine Herzinsuffizienzambulanz zu erweitern wäre. In dieser Funktion wären sie die ideale Schnittstelle als ständiger Anlaufpunkt für schwer kranke Herzpatienten. Eine Venetzung mit Krankenhäusern und auch der MHH in Niedersachsen für fortgeschrittene Fälle mit lebensbedrohlicher Gefährdung wäre eine notwendige Ergänzung für die Patienten, denen trotz intensiver Betreuung nur eine stationäre Rekompensation bliebe.

Die Krankenkassen zeigten in diesem Zusammenhang großes Interesse an der Identifikation eines besonderen Schweregrades der Patienten mit zusätzlicher Anbindung der behandelnden Hausärzte - möglicherweise als Zusatz im Rahmen des Hausärztevertrages. Dabei könnte der kassenärztlichen Vereinigung eine wichtige Rolle als Vermittlerin bei der Ausgestaltung und überprüfung entsprechender Verträge zufallen.

So kam die Diskussion letztlich zu einem positiven Fazit: Die Möglichkeit von Verbesserungen in der Versorgungsstruktur, aber auch bei den Einzelleistungen für schwer kranke Herzinsuffizienz-Patienten sollten ausgelotet werden. Die Bereitschaft, darüber Gespräche zu führen, war erkennbar auf allen Seiten vorhanden.

Verfasser/in:
Dr. Uwe Gremmler
Ambulantes kardiologisches Zentrum Peine




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