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aktualisiert am: 15.11.2017

 

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Therapie-Erfolge bei Hepatitis C und neue Therapie-Optionen bei autoimmunen Lebererkr


 


Die Therapiechancen von einigen Lebererkrankungen sind durch den Einsatz neuer Medikamente gestiegen. Darüber informieren die Deutsche Leberstiftung, die Deutsche Leberhilfe e. V. sowie die Gastro-Liga e. V. gemeinsam anlässlich des 18. Deutschen Lebertags am 20. November. Die größten Therapie-Erfolge werden aktuell bei der Behandlung der chronischen Hepatitis C gemeldet: Mit den neuen interferonfreien Kombinationstherapien ist diese häufig auftretende Variante der Virushepatitis fast immer heilbar. Weltweit sind circa 71 Millionen Menschen mit dem Hepatitis C-Virus infiziert. Allein in Deutschland sind zwischen 200.000 und 400.000 Menschen mit dem Hepatitis C-Virus (HCV) infiziert. Die Heilung einer HCV-Infektion befreit die Patienten von der Sorge, dass sich ihre infizierte Leber krankhaft verändert und beispielsweise eine Leberzirrhose oder einen Leberzellkrebs (Hepatozelluläres Karzinom, HCC) entwickelt. Es gibt keinen Impfstoff gegen Hepatitis C. Die Behandlung der chronischen Hepatitis C hat in Deutschland eine sehr hohe Qualität. Seit 2014 wurden in Deutschland zahlreiche Medikamente zur Behandlung der Hepatitis C zugelassen, die direkt in den Vermehrungszyklus des Virus eingreifen (sogenannte DAAs - Direct Acting Antiviral Agents).

"Die Effektivität der Hepatitis C-Therapien konnte enorm gesteigert werden. Noch vor circa 25 Jahren lag die Heilungsquote bei nur fünf bis zehn Prozent. Mit den neuen Hepatitis C-Therapien können deutlich mehr Betroffene behandelt und etwa 95 Prozent der behandelten Patienten geheilt werden", sagt Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung.

Neben den häufig vorkommenden Lebererkrankungen, die beispielsweise durch eine Virusinfektion, Alkoholmissbrauch oder fettreiches Essen verursacht werden, kann die Leber auch durch Fehlsteuerungen des Immunsystems geschädigt werden. Zu diesen sogenannten autoimmunen Lebererkrankungen zählen Erkrankungen wie beispielsweise die primär sklerosierende Cholangitis (PSC) und die primär biliäre Cholangitis (PBC), bei denen der eigene Körper Zellen von Leber oder Gallenwegen angreift. Neue Medikamente sind bereits zugelassen oder befinden sich in klinischer Prüfung - doch auch die Mitarbeit von Betroffenen ist wichtig: "Zurzeit werden neue Medikamente für die selteneren cholestatischen Lebererkrankungen wie die primär biliäre Cholangitis und die primär sklerosierende Cholangitis entwickelt. Für diese Entwicklungen und die damit verbundenen Studien brauchen wir auch die Unterstützung der Patienten und der Patientenorganisationen", stellt Manns fest.

Verfasser/in:
Jörg Blume
Chefredakteur "niedersächsisches ärzteblatt"
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