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aktualisiert am: 15.11.2017

 

  Selbstverwaltung

Versorgung mit unternehmerischem Mut

Der Vorstand vor Ort ... Dr. Jörg Berling auf Visite im Ärztezentrum Holthausen-Biene


 


Die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung im ländlichen Raum bereitet bekanntermaßen auch der KVN zunehmend Sorge. Es wird immer schwieriger, junge Kolleginnen und Kollegen trotz verschiedener Anreize für die Niederlassung auf dem Dorf zu gewinnen. Umso erfreulicher ist es, wenn Ärzte den Mut aufbringen, neue Wege zu gehen, traditionelle Strukturen aufzubrechen und durch besondere Kooperationsformen die ärztliche Versorgung zu gewährleisten. Einer von diesen "Reformern" ist Dr. Sebastian Bork. Dr. Jörg Berling, stv. Vorsitzender der KVN, konnte sich bei seiner Hospitation im Lingener Ortsteil Holthausen-Biene (ca. 3.200 Einwohner) und der Nachbargemeinde Geeste/Dalum (4.500 Einwohner) am 10.Oktober einen persönlichen Eindruck davon verschaffen. "Sowohl etablierte ältere Kollegen als auch relativ frisch niedergelassene Ärzte haben sich seit 2005 zu einer Kooperation in Holthausen-Biene zusammengeschlossen. Inzwischen betreiben drei Fachärzte für Allgemeinmedizin/ Innere Innere Medizin und ein Facharzt für Kardiologie ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) in Holthausen-Biene und im Nachbarort Dalum mit insgesamt fünf angestellten Ärztinnen und ab Dezember drei weiteren Ärztinnen in Weiterbildung", schildert Dr.Sebastian Bork die Situation.

Er selbst ist seit 2008 dabei und koordiniert maßgeblich das Ärztezentrum Holthausen-Biene. "Ich bewundere den unternehmerischen Mut, sich einer solchen Herausforderung zu stellen", fasst Dr. Berling seinen Eindruck zusammen und ergänzt: "Hier sind Ärzte zugleich in besonderem Maße risikobereite Unternehmer. Es bedarf einer straffen Organisation, wenn ein ortsübergreifendes Team von neun Ärzten und 26 medizinischen Fachangestellten ein geschlossenes organisatorisches Auftreten gewährleistet. Vierzehntägige Treffen einer "Steuerungsgruppe" mit klar strukturierter Tagesordnung und Protokollierung, regelmäßige Meetings aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie eindeutige Verantwortlichkeiten und eine professionelle Fehlerkultur sind dabei wesentliche Kennzeichen für das gute Funktionieren."

Der Organisationsaufwand und auch das finanzielle Risiko sind schon erheblich", erläutert Dr. Bork. "Es macht aber auch besondere Freude und motiviert Ärzte und nichtärztliches Personal gleichermaßen, in größeren Strukturen zu denken und zu planen." Dazu gehört beispielsweise auch die gut durchdachte Raumaufteilung an beiden Standorten, an denen eine nahezu identische Innenarchitektur existiert.
"Für unseren, wie ich meine, besonderen Beitrag zur ärztlichen Sicherstellung haben wir ganz unkompliziert erhebliche Unterstützung von der KVN erhalten. Auch hätten wir ohne die Förderung von Weiterbildungsassistenten enorme Probleme bei Zukunftsplanung. Betonen möchte ich hier ganz deutlich die tolle Zusammenarbeit mit der KV-Bezirksstelle Osnabrück!"

Seit dem Jahr 2008 wurden im MVZ Holthausen-Biene insgesamt vier Weiterbildungsassistentinnen "Allgemeinmedizin" zur Facharztreife geführt, die seither alle in der ambulanten Versorgung des südlichen Emsland tätig sind. "Mit der Betreuung von derzeit zwei und ab Dezember drei Weiterbildungsassistentinnen in der Allgemeinmedizin können wir diesen Trend erfreulicherweise fortsetzen. Darauf sind wir sehr stolz!" fügt Bork hinzu. Durch das Ärztenetz GENIAL gibt es in der Region Lingen eine Kooperationsstruktur, die gerade junge Kolleginnen und Kollegen wichtige Impulse und Hilfestellungen bietet und regionale Lösungen für die Probleme in der ambulanten Versorgung findet.

Verfasser/in:

KVN




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